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NordLB zahlt wegen Coronakrise erst später wieder Dividende – Vorstandschef Bürkle will gehen

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Ursprünglich wollte die Bank 2023 wieder Gewinne ausschütten. Mit dem Abgang von Thomas Bürkle werden gleich zwei Top-Manager Ende 2021 ausscheiden.

Der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Landesbank NordLB will seinen bis Ende 2021 laufenden Vertrag nicht verlängern. Foto: dpa
Der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Landesbank NordLB will seinen bis Ende 2021 laufenden Vertrag nicht verlängern. Foto: dpa

Die NordLB wird ihr Ziel, wieder eine Dividenden zahlen zu können, wegen der Corona-Pandemie mehrere Jahre später als geplant erreichen. Das Ziel von erneuten Gewinnausschüttungen war in einem milliardenschweren Rettungspaket festgelegt worden.

„Es ist eine realistische Annahme, dass wir unser Ziel um zwei Jahre nach hinten verschieben müssen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Landesbank, Thomas Bürkle, in einer Telefonkonferenz am Freitag. „Natürlich hatten wir Corona nicht auf der Rechnung.“

Nachdem die Bank wegen einer hohen Risikovorsorge für Schiffskredite in Schieflage geraten war, schnürten die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und die Sparkassen-Finanzgruppe ein 3,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket, das von der EU auf Beihilfen geprüft wurde. Vor etwa einem Jahr hatte die EU das Rettungsprogramm genehmigt.

Der Sanierungsplan sah vor, dass die NordLB 2023 sich wieder in der Lage befinden soll, Dividende zu zahlen. Das wird jedoch erst zwei Jahre später passieren. Gleichwohl hält die Bank an ihrem Ziel fest, 2024 eine Eigenkapitalrendite von sieben Prozent zu erreichen.

Auch die Verträge zum Stellenabbau, mit dem die NordLB nach der staatlichen Rettung die Kosten um 40 Prozent drücken möchte, sind nun abgeschlossen. Bis zum Jahr 2024 soll die Zahl der Mitarbeiter auf rund 2800 halbiert werden. „Die Verträge sind kontrahiert, die entsprechenden Aufwendungen haben wir bereits gebildet“, so Bürkle.

Auch für sich selbst hat der Bankmanager bereits eine Entscheidung getroffen. Der 67-Jährige will seinen Ende 2021 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Bürkle ist seit 2014 im NordLB-Vorstand und seit 2017 Vorstandsvorsitzender.

Damit muss der Aufsichtsrat unter Vorsitz des niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers im kommenden Jahr zwei wichtige Personalentscheidungen treffen. Denn vor wenigen Tagen hatte bereits Firmenkundenvorstand Günter Tallner angekündigt, dass er die Bank Ende 2021 verlassen möchte.

Risikovorsorge drückt das Ergebnis

Altlasten aus faulen Schiffskrediten, die die Bank damals in die existenzbedrohende Lage gebracht hatten, sollen weiter abgebaut werden. Bürkle zufolge sei das Portfolio von 20 Milliarden in der Spitze auf 2,9 Milliarden geschrumpft.

Allerdings hat die Coronakrise die Pläne der NordLB zur Dividendenfähigkeit durcheinandergewirbelt. Das Geldhaus musste die Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite erhöhen. Das belastet das Ergebnis.

In den ersten neun Monaten schnellte die Risikovorsorge auf 275 Millionen Euro hoch. Auch im vierten Quartal werde sich die Vorsorge weiter erhöhen, kündigte Bürkle an.

Noch sei das Volumen der notleidenden Kredite zwar überschaubar, doch üblicherweise sei das Ausmaß der Krise erst im letzten Drittel zu spüren. Daher gehe man sehr konservativ vor. Die Bank erwartet auch in diesem Jahr einen Verlust.

Derzeit liegt die Kernkapitalquote der Bank bei mehr als 14 Prozent und werde auch bei Szenarien, die einen schlechteren wirtschaftlichen Verlauf simulieren, stets über 13 Prozent liegen, hieß es.

Zu der Herauslösung der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) aus der NordLB, die von einigen Städten und Landkreisen ins Spiel gebracht wurde, sagte Bürkle, es würden dazu Gespräche auf Träger-Ebene laufen. Entscheidungen seien jedoch noch nicht gefallen.

Mehr: NordLB fusioniert mit Immobilientochter.