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Nord Stream 2: Betrieb noch in diesem Jahr – Punkt oder Fragezeichen?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Nord Stream 2 macht weiter mächtig Schlagzeilen, aber zuletzt wieder in einem etwas positiveren Kontext. Das wichtige EU-Projekt hat vonseiten der EU und vieler einzelner Mitgliedstaaten eine Menge Rückenwind erhalten. Aber auch vonseiten der USA hat sich zumindest die Bereitschaft zur Diplomatie abgezeichnet. Das hat für einen positiveren Newsflow gesorgt.

Dieser könnte jetzt möglicherweise sogar weitergehen. Demnach gibt es einen neuen Zeitplan, der vorsieht, dass Nord Stream 2 vielleicht schon bald in Betrieb gehen könnte. Das wäre natürlich ein Knaller. Hier ist ein Blick auf die Quelle und eine Einordnung in den aktuellen Kontext rund um die EU-Pipeline.

Nord Stream 2: Betrieb noch in diesem Jahr!

Bevor wir zur Quelle und der eigentlichen Aussage kommen, lass uns zwei Dinge für den Moment festhalten: Grundsätzlich ist der Bau von Nord Stream 2 eine wesentliche Sache. Der Bau geht inzwischen weiter und einige Bauarbeiten in dänischen Gewässern könnten bis Ende April abgeschlossen sein. Das hat sich zuletzt abgezeichnet.

Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ist jedoch an weitere Faktoren geknüpft. Versicherungen beispielsweise oder die Zertifizierung der Pipeline. Jetzt gibt es jedoch eine Wasserstandsmeldung, die genau bei der Inbetriebnahme ansetzt. Das ist wiederum sehr bemerkenswert.

Gemäß dem russischen Nachrichtendienst RIA könnte die Inbetriebnahme der Pipeline noch in diesem Jahr erfolgen. Dabei beruft sich der Nachrichtendienst auf eine interne Präsentation von Nord Stream 2 selbst. Das könnte eine brisante Information sein, allerdings auch eine, die man als Investor kritisch hinterfragen sollte. Der Zeitplan könnte nämlich noch wackeln. Sowie auch von externen Faktoren abhängig sein.

Der Betrieb als Problem …

Gerade die Inbetriebnahme hat sich zuletzt eher als Problem bei Nord Stream 2 herauskristallisiert. Während der Bau munter weitergeht, setzen die US-Sanktionen insbesondere hier an. Das hat in Teilen zu einem Fragezeichen geführt, was den Betrieb angeht.

So ist Zurich beispielsweise als Versicherer des Projekts abgesprungen. Bilfinger wird eine Anlage an der Andock-Stelle nicht ausliefern und montieren. Das zeigt, dass die US-Sanktionen Wirkung entfalten und der Fertigstellung einige Steine in den Weg legen können.

Das heißt: Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ist mindestens von einer diplomatischen Einigung abhängig. Darauf hat das Unternehmen selbst keinen Einfluss. Nein, sondern die weitere Zeit wird zeigen, ob bald ein Kompromiss mit den USA ausgehandelt werden kann. Oder eben nicht.

Nord Stream 2: Schlag auf Schlag

Beim Thema Nord Stream 2 geht es, was die Schlagzeilen angeht, gegenwärtig Schlag auf Schlag. Gerade deshalb müssen Foolishe Investoren differenzieren und schauen, wie man Neuigkeiten in einen größeren Kontext einordnet. Der Betrieb ist jedenfalls ein Problem und eine metaphorische Baustelle. Die wird sich hingegen erst in nächster Zeit lösen … hoffentlich.

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