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Nokia macht Gewinn und streicht die Dividende

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Espoo/Berlin (dapd). Das Jahr ist für Nokia (Stockholm: NOKI-SEK.ST - Nachrichten) zwar erfreulich zu Ende gegangen - die Wende hat der schwer angeschlagene Handyhersteller aber noch nicht geschafft. Trotz weiter sinkender Erlöse schrieb der Konzern aus dem finnischen Espoo im Weihnachtsquartal mit einem Überschuss von 202 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen. Alle drei Sparten fuhren operative Gewinne ein. Anleger werden davon allerdings nicht profitieren: Für das vergangene Jahr will Nokia angesichts des laufenden Umbaus und hoher Verluste die Dividende streichen.

Zudem erwarten die Finnen gerade im so wichtigen Kerngeschäft mit Handys und Smartphones im laufenden ersten Quartal saisonal bedingt wieder Verluste im laufenden Geschäft. Hier kämpft der ehemalige Weltmarktführer weiter gegen die Konkurrenz von Samsung und Apple (NasdaqGS: AAPL - Nachrichten) .

Insgesamt erlöste Nokias Handy-Sparte im vierten Quartal gut acht Milliarden Euro und damit ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Dabei gingen weltweit 4,4 Millionen von Nokias Lumia-Smartphones über die Ladentheken. Zum Vergleich: Apple verkaufte im gleichen Zeitraum 47,8 Millionen seiner iPhones.

"Das erste Halbjahr 2012 war sehr herausfordernd für Nokia", räumte Konzernchef Stephen Elop am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen ein. Noch im dritten Quartal hatte der Ex-Weltmarktführer knapp eine Milliarde Euro verloren. So konnte auch der unerwartet positive Jahresabschluss die Bilanz nicht retten: Insgesamt fuhr Nokia 2012 einen Verlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro ein. Dabei machten die Finnen mit 30,2 Milliarden Euro 22 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr - und deutlich weniger als Apple allein im Weihnachtsquartal.

Keine Dividende für 2012

Dafür will Nokia seinen Aktionären dieses Jahr keine Dividende Zahlen. Das kündigte der Konzern ebenfalls am Donnerstag an. Für 2011 hatten die Aktionäre noch 20 Cent je Anteil erhalten - insgesamt rund 750 Millionen Euro. Dieses Geld wolle sich Nokia nun sparen, um finanziell flexibler zu sein, sagte Elop.

Nokia hatte gegenüber Rivalen wie Samsung und Apple technisch den Anschluss verloren und kämpft seither mit Absatzeinbrüchen. Zuletzt hatte Elop der Konkurrenz aber wieder den Kampf angesagt und angekündigt, das Unternehmen werde sich mit Hilfe der Lumia-Reihe auf Basis des Microsoft (NasdaqGS: MSFT - Nachrichten) -Betriebssystems Windows Phone wieder zurück in die Weltspitze kämpfen.

Am Donnerstag zeigte sich Elop angesichts der detaillierten Zahlen vorsichtig optimistisch. Er sei "sehr ermutigt" davon, dass die Umsetzung der Strategie sich nun in den Ergebnissen niederschlage. Dennoch bleibe Nokia (Xetra: 870737 - Nachrichten) "konzentriert auf dem Weg durch unsere Umbauphase".

Deutlich weniger Mitarbeiter

Dabei mache der Konzern "sehr gute Fortschritte in unserem Kostensenkungs-Prozess", sagte Finanzchef Timo Ihamuotila. Allein im vierten Quartal sank die Zahl der Mitarbeiter im Konzern nach Nokia-Angaben um sieben Prozent auf knapp 97.800. Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigten die Finnen damit ein Viertel weniger Menschen.

Hart traf der Abbau auch den Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der im Vergleich zum Vorjahr mehr als 20 Prozent der Beschäftigten verlor und noch gut 58.400 Mitarbeiter hatte. Durch die Sparmaßnahmen verdiente das Gemeinschaftsunternehmen der Finnen mit dem Münchner Siemens-Konzern allerdings das fünfte Quartal in Folge Geld, wie Ihamuotila sagte.

Die Anleger belohnten Nokia allerdings nicht für die Bilanz - im Gegenteil: Nachdem der Konzern bereits vor zwei Wochen erste Zahlen vorab veröffentlicht hatte und dafür einen Kurssprung erlebte, sackte die Aktie am Donnerstag ab - offenbar auch wegen der gestrichenen Dividende. Nachdem das Papier kurz nach der Vorlage der Zahlen noch zulegen konnte, büßte es bis gegen 16.15 Uhr knapp acht Prozent auf 3,22 Euro ein.

(Nokia-Quartalsbericht: http://url.dapd.de/FZ76pQ )

dapd

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