Deutsche Märkte geschlossen

Nike will Organisation in Europa radikal umbauen

Steinkirchner, Peter
·Lesedauer: 1 Min.

Nike schlägt einen neuen Weg ein: Neben Deutschland-Chef Ralf Fäßler werden weitere Länderchefs ihren Posten räumen müssen. Zahlreiche Stellen in Deutschland sind offenbar in Gefahr.

Der Sportkonzern Nike plant einen radikalen Umbau. Foto: dpa
Der Sportkonzern Nike plant einen radikalen Umbau. Foto: dpa

Der Sportkonzern Nike plant einen radikalen Umbau seiner Organisation in Europa. Neben Deutschland-Chef Ralf Fäßler, der auch für Nord- und Osteuropa zuständig war, werden in den kommenden Monaten weitere Länderchefs ihren Posten räumen müssen. Aus dem Nike-Umfeld heißt es, der Konzern wolle seine Deutschland-Zentrale in Berlin mit mehr als 200 Mitarbeitern nach nicht einmal zwei Jahren praktisch schließen. Stattdessen solle im größten Sportmarkt Europas künftig ein deutlich kleineres Verkaufsteam in Mainhausen bei Aschaffenburg auf dem Gelände der Einkaufsgenossenschaft Sport 2000 angesiedelt werden.

Ein Nike-Sprecher sagte, Nike bleibe Berlin und dem deutschen Markt „nachdrücklich verbunden“ und beschleunige seine Strategie, ein „flacheres, beweglicheres Unternehmen zu konstruieren“. Auf den Umfang der offenbar geplanten Stellenstreichungen und die genauen Pläne für Berlin ging der Sprecher nicht ein.

Wie viele der mehr als 200 Mitarbeiter in Berlin betroffen sind, ist offen. Mehr als die Hälfte der Bürofläche im Stadtteil Friedrichshain soll offenbar untervermietet werden. Nike-Vorstandschef John Donahoe baut den Sportkonzern derzeit um; zuletzt hatte er in der US-Zentrale 700 Jobs gestrichen.

Nach einem Umsatzrückgang im ersten Quartal seines bis zum 31. Mai laufenden Geschäftsjahres war der Umsatz des Konzerns zwischen September und November 2020 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar gestiegen.

Mehr zum Thema: Nachdem der Nike-Deutschlandchef in den kommenden Monaten Stellen einsparen will, geht er selbst.