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Nigeria beginnt trotz jüngsten Anschlags mit Rücksiedlung von 3000 Flüchtlingen

·Lesedauer: 2 Min.
Begräbnis dutzender Opfer des Anschlags vom Sonntag

Trotz des jüngsten Angriffs auf Landarbeiter im Nordosten Nigerias haben die Behörden am Montag mit der Rücksiedlung von rund 3000 Binnenvertriebenen in die Region begonnen. Die Menschen waren den Angaben zufolge vor sechs Jahren vor der Gewalt im Bundesstaat Borno geflohen. Am Sonntag wurden dort bei einem mutmaßlichen Angriff der Islamistengruppe Boko Haram mindestens 110 Menschen getötet.

Die Menschen wurden nach Angaben der Nationalen Notfallbehörde (Nema) mit Bussen und Lastwagen in ihren Heimatbezirk Marte zurückgebracht. Sie hatten zuvor in verschiedenen Flüchtlingslagern in der Regionalhauptstadt Maiduguri gelebt.

Er sei glücklich, wieder auf seiner Farm arbeiten zu können, sagte der Rückkehrer Bukar Kyarimi der Nachrichtenagentur AFP. "Aber wir hoffen, dass die Regierung uns angemessenen Schutz vor den Aufständischen gewährt", fügte er hinzu.

"Wir wollen unbedingt in unsere Häuser zurückkehren, aber was in Koschobe passiert ist, ist beängstigend", sagte ein anderer Rückkehrer mit Blick auf den Angriff auf Landarbeiter am Wochenende.

Die jahrzehntelangen Unruhen im Nordosten Nigerias haben zur Flucht von rund zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern geführt, am stärksten betroffen ist Borno. Zahlreiche Menschen kamen in heruntergekommenen Lagern in Maiduguri unter.

Die Behörden hatten die Situation in den Lagern wiederholt kritisiert und die Menschen dazu aufgerufen, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Hilfsorganisationen befürchten jedoch, dass sie dort nicht sicher sind. Bei Rückführungen in den vergangenen Jahren wurden um die Städte herum große Gräben ausgehoben, um die Bewohner zu schützen - die Angriffe hielten aber dennoch an.

Boko Haram und der westafrikanische Ableger der Dschihadististenmiliz IS, Iswap, hatten zuletzt verstärkt Bauern, Holzarbeiter, Viehhalter und Fischer attackiert, weil diese angeblich als Informanten für die Armee arbeiteten.

Iswap hatte sich 2016 von der Miliz Boko Haram abgespalten, die bereits seit 2009 gewaltsam für einen islamistischen Staat im Nordosten Nigerias kämpft. Durch die Angriffe der Milizen und ihre Kämpfe mit der Armee wurden in den vergangenen Jahren rund 36.000 Menschen getötet, zwei Millionen weitere ergriffen die Flucht.

gap/isd