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Neuer TUI-Chef nimmt sich Verlustbringer im Konzern vor

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Hannover (dapd). Der neue TUI (Xetra: TUAG00 - Nachrichten) -Chef Friedrich Joussen will mit Verlustbringern im Konzern aufräumen. "Meine Geduld hört dort auf, wo die Performance der einzelnen Unternehmensteile nicht stimmt", sagte er am Mittwoch auf der Hauptversammlung des größten Reisekonzerns Europas in Hannover. Joussen übernahm am selben Tag die Leitung des Konzerns von Michael Frenzel, der TUI seit 19 Jahren geführt hatte.

Der neue Chef nannte keine genauen Tochterfirmen, mit denen er unzufrieden ist. Zu den bekannten Verlustbringern gehört die Kreuzfahrttochter TUI Cruises, die Beteiligung an der Reederei Hapag-Lloyd und die Konzernzentrale. "Vor der eigenen Haustür zu kehren", sei nun seine Aufgabe, sagte Joussen.

Auf dem Aktionärstreffen hatte sich Frenzel von den Anlegern verabschiedet: Er bezeichnete den von ihm betriebenen Umbau des Mischkonzens Preussag hin zum Reisekonzern TUI als erfolgreich. Frenzel hatte durch Verkauf und Zukauf von Tochterfirmen den Mischkonzern in einen reinen Touristikanbieter umgeformt.

Aufsichtsratschef Klaus Mangold bedankte sich bei Frenzel "für seine fast 20-jährige sehr erfolgreiche Führung des Konzerns". Dagegen hatten zahlreiche Aktionäre früher Frenzel Versagen vorgeworfen: Die letzte Dividende wurde 2007 gezahlt, der Aktienwert liegt weit unter Höchstkursen.

Umsatz legt leicht zu

Frenzel geht mit steigenden Verlusten. Der größte Reisekonzern Europas setzte im ersten Quartal seines Geschäftsjahres mehr um, fuhr aber auch höhere Verluste ein. Der Umsatz lag im Jahresvergleich um 1,4 Prozent höher bei 3,5 Milliarden Euro. Der Nettoverlust stieg im Zeitraum Oktober bis Dezember 2012 um 34 Prozent auf 184 Millionen Euro. Es war das letzte Vierteljahr des MDAX (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) -Unternehmens unter Leitung von Frenzel.

Der Konzern begründete den Anstieg der Verluste in einer Mitteilung mit außerordentlichen Erträgen im Vergleichsquartal 2011, die sich nicht wiederholt hätten. Das Touristikgeschäft ist im Winter traditionell in den roten Zahlen, die Gewinne werden im Sommer eingefahren.

Den mit weitem Abstand größten Umsatzanteil von 3,4 Milliarden Euro liefert die Tochter TUI Travel, in der das gesamte Reisegeschäft gebündelt ist. Die Gästezahl sank um mehr als drei Prozent, aber die durchschnittlichen Preise stiegen. Veränderte Buchungsregeln sorgten für etwas höhere Verluste, der Effekt gleiche sich aber im Lauf des Jahres wieder aus, hieß es. Die Hotelbeteiligungen fuhren ein leicht besseres Ergebnis ein, die Kreuzfahrttochter verlor etwas mehr Geld. Für die 22-Prozent-Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd verbuchte TUI acht Millionen Euro Verluste.

Die Anleger reagierten mit Ablehnung auf die Zahlen: Der Kurs der TUI-Aktie fiel zeitweise um mehr als ein Prozent.

Joussen leitete bis zum vergangenen Jahr die deutsche Tochter des Mobilfunkunternehmens Vodafone. Er will die verschachtelte Struktur der TUI AG vereinfachen. Nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" plant er unter anderem einen Stellenabbau in der Konzernzentrale in Hannover.

dapd

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