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Neuer RBB-Rundfunkratschef für kleinere Geschäftsleitung

BERLIN (dpa-AFX) -Der neu gewählte Vorsitzende des Rundfunkrats beim krisengeschüttelten ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), Ralf Roggenbuck, hat sich für eine kleinere Geschäftsleitung ausgesprochen. Er denke, dass es notwendig sei, die Leitung zu verschlanken, sagte Roggenbuck - hauptberuflich Potsdamer Staatsanwalt - am Donnerstag nach seiner Wahl vor Journalisten. "Ich glaube, das ist eine Notwendigkeit."

Roggenbuck, der mit 22 Jastimmen bei 2 Enthaltungen gewählt wurde, machte zugleich klar, dass der Rat eine beratende Funktion habe. Entscheiden müsse letztlich die neue Interims-Intendantin Katrin Vernau. Das unabhängige Kontrollgremium sei dann in der Lage, gegebenenfalls Direktoren abzuberufen.

Er betonte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders erwarteten vom Rundfunkrat, dass man der neuen Senderchefin zur Seite stehe und notfalls auch Konsequenzen ziehe. Vernau, die kürzlich zur Interims-Intendantin gewählt worden war, habe das volle Vertrauen des Rats.

Interims-Chefin Vernau sagte in der Rundfunkratssitzung: "Mein Eindruck ist, dass wir durchaus handlungsfähig sind. Was nicht heißt, dass alles so bleiben muss, wie es ist."

Die Geschäftsleitung rund um die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger war in der Aufarbeitung der Filzvorwürfe selbst auch in die Kritik geraten. Der Redaktionsausschuss hatte im August den Rücktritt der gesamten Spitze gefordert. Die ARD-Intendantinnen und -Intendanten hatten zwischenzeitlich der RBB-Geschäftsführung das Vertrauen entzogen, zuletzt aber klargemacht, dass Sitzungen ohne den RBB inzwischen wieder der Vergangenheit angehören.

Im Zentrum der Vorwürfe der Vetternwirtschaft stehen Schlesinger und der zurückgetretene Senderchefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf. Beide wiesen Vorwürfe zurück.