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Neuer Internet-Trend: Das letzte normale Foto vor Corona

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Es gab mal ein Leben vor Corona. Wie dieses aussah, zeigt ein aktueller Internet-Trend. Unter dem Hashtag lastnormalphoto veröffentlichen Nutzer das letzte Foto, das ihr "normales" Leben vor Ausbruch der Infektionskrankheit zeigt.

Im Kino gewesen - vor Corona (Symbolbild: Getty)

Wissen Sie noch, wie es war – das Leben vor Corona? Als wir noch tun durften, wonach uns der Sinn stand – ins Kino, ins Theater, auf Konzerte gehen, auswärts essen und trinken, Mama und Papa, Oma und Opa besuchen, die wir auch umarmen durften.

Als wir noch reisen durften, wohin, mit wem und wie man wollte. Das Leben war schön und es war frei, bevor ein krank machender kleiner Erreger es lahmlegte. Wie dieses Leben vor der neuen Normalität aussah, daran erinnert ein neuer Internet-Trend. Dabei teilen Nutzer unter dem Hashtag lastnormalphoto das letzte Bild, das sie machten, bevor das Coronavirus einen Strich unter ihr normales Leben machte.

Was viele der tausenden Beiträge etwa auf Twitter eint, ist das, wonach sich unzählige Menschen in Zeiten von Corona am meisten sehnen: soziale Nähe. So wie jene Sportlerin, die es "vermisst", mit den Kolleginnen ihre Mannschaft zusammen zu sein, wie sie schreibt.

Eine andere Nutzerin hat ebenfalls auf Twitter ein Bild gepostet, auf dem sie sich offenbar auf einer Party amüsiert. "Ich kann nicht glauben, dass dies das letzte normale Bild auf meinem Smartphone ist", kommentiert sie das Foto, auf dem sie gleich drei Schnapsgläser auf einmal zu trinken versucht.

Das letzte "normale" Bild einer dritten Nutzerin zeigt sie an "einem schönen Sonntag, den sie mit Freundinnen in einer Bar in [der Londoner Fußgängerzone] Exmouth Market verbrachte.

Eine weitere Nutzerin zeigt das Bild ihrer Mutter, mit der Sie in einem Café war, "bevor sie in die Langzeitpflege musste und jetzt keine Besucher mehr empfangen kann", schreibt sie. "Sie hat seit zwei Monaten keinen ihrer Familienmitglieder gesehen".

Auch auf anderen sozialen Netzwerken macht der Hashtag die Runde. Auf Instagram postete ein Nutzer ein Foto von sich, auf dem er bei einem Marathonlauf zu sehen ist.

Das letzte "normale" Bild einer weiteren Instagram-Nutzerin zeigt ihre Familie bei einer Geburtstagsparty. Es war eine Zeit, "bevor das C-Wort aufkam", schreibt sie wehmütig.

Eine Facebook-Nutzerin verbrachte mit ihrer Familie im letzten Winter viel Zeit mit Ski-Fahren.

Ein Twitter-User erinnert daran, dass es vor Corona noch so etwas wie Klimamärsche gab. Seine Aufnahme zeigt eine Demonstration in Bristol, an der auch eine gewisse Greta Thunberg teilgenommen haben soll, wie er im Kommentar schreibt. 

Zusammen- und fröhlich sein, mit Freunden und mit Familie – das und vieles mehr taten die Menschen, bevor Corona all dem ein vorläufiges Ende bereitete.

Man traf sich mit Familie und Freunden auf einer Baby-Shower-Party

Man kam in einer "völlig andersartigen Welt" zusammen, etwa anlässlich einer Buch-Präsentation.

In einer Zeit vor "social distancing" konnte man sich mit Freunden noch in einem Fotoautomaten einpferchen, um ein Erinnerungsfoto zu machen.

Man ging an den Strand.

Man traf sich zu einem Drink mit Arbeitskollegen

Man machte einen Familienausflug zum Buckingham Palace in London.

Man spielte Gesellschaftsspiele wie Bingo.

Man besuchte ein Eishockey-Spiel.

Es war eine Zeit der letzten Urlaube

und der letzten Museumsbesuche


Ins Leben gerufen wurde der Hashtag übrigens von einer Twitter-Nutzerin namens Robyn Vinter. Ihr letztes Bild vor Corona zeigt sie bei einem Selbstporträt vor einem Spiegel in einem "Wohltätigkeitsladen".

Inspiriert wurde die Journalistin für ihre Idee von einem am Samstag veröffentlichten BBC-Artikel, in dem 13 Leser jeweils ihre "letzten normalen" Fotos vorstellen durften.