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Neuer Fresenius-Chef wirbt für Konzernumbau - Druck von Investoren

BAD HOMBURG (dpa-AFX) -Fresenius DE0005785604-Chef Michael Sen hat bei den Aktionären für die Neuausrichtung des Gesundheitskonzerns und Klinikbetreibers geworben. "Durch die neue, vereinfachte Konzernstruktur wird Fresenius transparenter", sagte der seit Oktober amtierende Sen bei der Hauptversammlung am Mittwoch laut Redemanuskript. "Entscheidungen werden auf weniger Gremien konzentriert und damit beschleunigt." Fresenius verliere Komplexität, aber nichts von seiner Substanz.

Das Management der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC DE0005785802) habe künftig mehr Freiheit. "Aber es trägt auch die Verantwortung dafür, das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen." Die Maßnahmen würden keine Veränderungen über Nacht bringen, sagte Sen. "Die Zahlen des ersten Quartals bestätigen aber: Die Richtung stimmt."

Sen will die komplexe Struktur von Fresenius vereinfachen. Die kriselnde Tochter FMC, die mehrfach die Gewinnziele des Mutterkonzerns durchkreuzt hat, soll in eine normale Aktiengesellschaft umgewandelt werden, damit Fresenius sie nicht mehr voll bilanzieren muss. Eine außerordentliche Hauptversammlung am 14. Juli soll darüber abstimmen. Zudem will sich Sen auf die Arzneisparte Kabi und die Klinikkette Helios konzentrieren. Die Servicegesellschaft Vamed betrachtet Fresenius nur noch als Finanzbeteiligung. Fresenius ist seit Jahren in der Krise. Über fünf Jahre verlor die Aktie fast 60 Prozent.

Aktionärsvertreter machten auf der Hauptversammlung Druck auf Sen. "Es ist an der Zeit, dass endlich wieder Wert für die Aktionäre geschaffen wird", sagte Cornelia Zimmermann, Spezialistin Nachhaltigkeit bei der Fondsgesellschaft Deka Investment. "Nach einer ganzen Serie von Gewinnwarnungen erwarten wir von Ihnen vor allem, dass die Prognosen wieder verlässlich werden."

Die Fondsgesellschaft DWS DE000DWS1007 hatte bereits auf der Hauptversammlung von FMC am Dienstag Kritik geübt. Die hohe Zahl an Gewinnwarnungen in den vergangenen fünf Jahren lasse Fragen an der Prognosequalität aufkommen, monierte DWS-Vertreter Hendrik Schmidt. Der geplante Wechsel der Rechtsform bei FMC sei aber zu begrüßen.