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Neuer Ärger bei Media-Saturn

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Düsseldorf (dapd). Deutschlands größter Handelskonzern Metro will künftig die Entwicklung der strategisch wichtigen Konzerntochter Media-Saturn besser im Auge behalten. Der Aufsichtsrat berief deshalb den bisherigen Media-Saturn-Geschäftsführer Pieter Haas zum fünften Mitglied im Metro (Other OTC: MTRAF - Nachrichten) -Vorstand. Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel sagte am Dienstag: "Media-Saturn ist und bleibt Kerngeschäft der Metro Group - das spiegelt sich nun auch entsprechend in der Struktur des Vorstandsressorts wider."

Doch sorgte der offenbar nicht abgestimmte Schritt für Verärgerung beim Media-Saturn-Miteigentümer Erich Kellerhals. Ein Sprecher des Unternehmers bezeichnete es als "schlechten Stil", dass Metro ohne Einvernehmen mit Kellerhals einen Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding (MSH) abwerben wolle. "Damit wird operatives Know-how aus der Geschäftsführung abgezogen und das Unternehmen geschwächt." Der Sprecher kündigte an: "Wir werden uns die Vorgänge sehr genau ansehen."

Haas gilt als Experte für Unterhaltungselektronik und das Multichannel-Geschäft. Dieses Know-how werde der Manager sowohl bei der Betreuung von Media-Saturn als auch bei der Identifikation von neuen innovativen Konzepten einbringen, sagte Metro-Chef Olaf Koch.

Haas soll Amt im zweiten Quartal antreten

Sein neues Amt soll Haas im zweiten Quartal antreten. Zuletzt war der Manager als Mitglied der Media-Saturn-Geschäftsführung unter anderem für strategische Planung sowie Entwicklung und Aufbau des Multichannel- und des reinen Online-Geschäfts verantwortlich.

In seiner neuen Rolle werde Haas eng mit der Geschäftsführung von Media-Saturn in Ingolstadt zusammenarbeiten, erklärte Metro. Doch dürfte die neue Aufgabe einiges an diplomatischem Geschick verlangen. Denn nach wie vor streiten Metro und Kellerhals um Macht und Einfluss beim Ingolstädter Elektronikriesen.

Ausdrücklich betonte der Kellerhals-Sprecher, unabhängig von der Berufung eines neuen Metro-Vorstands sei die Media-Saturn-Gruppe kein Konzernunternehmen, sondern nur ein Beteiligungsunternehmen. Die Führung der Geschäfte obliege damit weiter der Geschäftsführung der MSH.

Die Metro-Aktie gewann bis Dienstagnachmittag rund ein Prozent an Wert.

dapd