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Die neuen Frauen: Das sind die 25 Zukunftsmacherinnen, die ihre Branchen nachhaltig verändern wollen

·Lesedauer: 21 Min.
Ein Auszug einiger der 25 Zukunftsmacherinnen
Ein Auszug einiger der 25 Zukunftsmacherinnen

Es waren überraschend gute Nachrichten, die die Allbright Stiftung am Dienstag verkündete. Noch nie wuchs die Zahl der Frauen in den 160 DAX-Vorständen so rasant wie in diesem Jahr. Insgesamt 25 Vorständinnen mehr als im Vorjahr zählte die Stiftung. Mit 20 Unternehmen haben so viele wie nie zuvor eine erste Frau berufen, 28 Prozent der neu rekrutierten Vorstandsmitglieder sind Frauen. Trotz der positiven Zahlen sind es im Ganzen betrachtet immer noch kleine Schritte. Denn mit dem durchschnittlichen Veränderungstempo der vergangenen fünf Jahre dauert es noch 26 Jahre, so die Rechnung der Stiftung, bis in den Vorständen ebenso viele Frauen wie Männer arbeiten werden.

Dabei gibt es einige Managerinnen, die wie Leuchttürme aus dem Meer der Anzügträger hervorstechen. Dazu gehören unter anderem Douglas-Chefin Tina Müller, Sigrid Nikutta, Managerin der Cargo-Sparte der Deutschen Bahn, oder auch Belen Garijo, als Chefin des Pharma-Konzerns Merck.

Doch was ist mit den Frauen, die es noch nicht an die Spitze geschafft haben, aber auf dem Weg dorthin sind? Wir haben nach den Frauen gesucht, die ihre Branche bereits verändern oder verändern wollen – und die noch nicht so sichtbar sind, wie Müller, Nikutta oder Garijo, aber den Willen und das Potenzial, es genauso zu werden.

Dabei haben wir, anders als bei anderen Rankings, bewusst keine Altersbeschränkung für unser Format gewählt. Denn Innovation hängt nicht vom Alter, sondern vom Mindset ab. Was uns hingegen sehr wichtig war: ein Querschnitt über viele Branchen hinweg – von der Gründerin, Managerin im Mittelstand bis hin zum Konzern, von der Zukunftsmacherin aus der Pharmabranche, übers Handwerk bis hin zur Finanzindustrie. Über hundert Bewerbungen haben uns erreicht, aus denen das Business Insider Wirtschaftsressort die 25 Finalistinnen für 2021 ausgewählt hat.

Im Folgenden präsentieren wir euch die 25 Finalistinnen. Die Reihenfolge hat ausdrücklich nichts mit einer Platzierung zu tun, alle Frauen sind gleichwertig auf dieser Liste. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen sowie die eine oder andere Inspiration.

1. Martha Dudzinski, Geschäftsführerin Swans Initiative

Martha Dudzinski
Martha Dudzinski

Martha Dudzinski startete ihre Karriere ursprünglich als Journalistin und wechselte danach in die PR, vom Bundespresseamt zu Mercedes-Benz. In den letzten 4,5 Jahren leitete sie die gemeinnützige SWANS Initiative ehrenamtlich, seit September in Vollzeit. SWANS setzt sich für eine angemessene Repräsentation von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, Schwarzen Frauen und Women of Color auf dem akademischen Arbeitsmarkt ein – oder, um es mit ihren Worten zu sagen: "Mehr Fatmas in die Führungsetagen." Mittlerweile wurde die Initiative mehrfach ausgezeichnet und umfasst rund 500 Mitglieder.

2. Alexandria Gessner, Director Partner Onboarding und Technical Solution Engineering, Solarisbank

Alexandria Gessner
Alexandria Gessner

Alexandria Gessner arbeitet in einem Bereich, der sich mit Frauen oft noch schwertut: Fintech, an der Schnittstelle zwischen Technologie und Finanzen. So hat sich die 32-Jährige, die schon bei American Express gearbeitet hat und mittlerweile bei der Berliner Techbank Solarisbank ist, vorgenommen, genau das zu ändern. "Mehr Frauen in Entscheidungspositionen bedeutet auch, dass unsere Produkte mehr auf Frauen zugeschnitten sind und ihre Probleme lösen – und damit meine ich keine pinke Karte", so Gessner. Neben der Produkt- und Leadership Seite etabliert sie ihr neues Frauennetzwerk bei ihrem Arbeitgeber, mit dem Ziel, im Unternehmen mindestens 35 Prozent Frauen in jedem Team, auf jedem Level, zu schaffen und dem Fintech-Gender-Gap in allen Bereichen den Kampf anzusagen.

3. Ilse Munnikhof, Head of Investment Advice, ING Deutschland

Ilse Munnikhof begann ihre Karriere 2012 bei der ING, in ihrem Heimatland, den Niederlanden. 2013 kam sie nach Deutschland. Dort wechselte sie in ein globales Wertpapier-Team der ING und trieb die Kooperation mit dem Robo-Advisor Scalable Capital voran. Kurz nach dem Start wechselte die 32-Jährige als „rechte Hand“ zu Nick Jue, dem Deutschlandchef der ING. Aktuell ist ihr größtes Projekt eine neue digitale Anlageberatung. "Ich hoffe, dass die Initiative, die ich gerade in der Bank dafür aufgesetzt habe, unsere weiblichen Kunden besser zu bedienen, Früchte tragen wird und wir vielen Frauen dabei geholfen haben, den ersten Schritt bei der Wertpapieranlage zu machen", so Munnikhof. Munnikhof treibt die Lioness Community der ING voran, das interne Frauennetzwerk der Bank, das unter anderem ein Mentorprogramm bietet.

4. Inna Riesenkampff, Finance Head of Innovation, Deutsche Bank

Inna Riesenkampff
Inna Riesenkampff

Inna Riesenkampffs Karriere kann in zwei Teile aufgeteilt werden – große Unternehmen in London und Frankfurt und Startups in Berlin und Hongkong. Nach Stationen bei Aviva, Groupon, Foodpanda und dem Fintech Finleap startete sie 2019 als Leiterin der Intrapreneur-Initiative in der Day 1 Group angedockt an das Büro des CEO der Deutschen Bank. Zu ihrer derzeitigen Position – Finance Head of Innovation der Deutschen Bank – sagt die 35-Jährige: "In fünf Jahren möchte ich meine Rolle überflüssig gemacht haben, da ich Innovation vollständig in das Operating Model, die Kultur und die DNS unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter integriert haben werde".

5. Laura Schröder, Director Private Equity, KKR

Laura Schröder
Laura Schröder

Laura Schröder arbeitet seit über zehn Jahren im Private-Equity-Bereich. Bevor sie 2021 zu KKR* wechselte, war die 36-Jährige für Advent International tätig, wo sie unter anderem Investitionen in Thyssenkrupp Elevator, Douglas und Christ begleitete. Bei KKR ist sie für Transaktionen im deutschsprachigen Raum verantwortlich, unter anderem mit Fokus auf die Konsumgüterbranche und E-Commerce. Ein besonderer Schwerpunkt ist außerdem die Digitalisierung von Unternehmen. "Darüber hinaus habe ich mich schon vor Jahren einem sehr persönlichen Ziel verschrieben: der Stärkung der Diversität unserer Branche", so Schröder. Sie ist Gründungsmitglied der Initiative Level20 in Deutschland, die sich für mehr Frauen im Private Equity einsetzt. Dort baute sie unter anderem das Mentoring-Programm auf, über das mittlerweile mehr als 70 Mentees über einen Zeitraum von rund 12 Monaten mit einem erfahrenen Mentor an ihrer Seite gearbeitet haben.

6. Enise Lauterbach, Gründerin und Geschäftsführerin, LEMOA medical

Dr. Enise Lauterbach.
Dr. Enise Lauterbach.

Nach dem Studium der Medizin in Mainz entschied sich Enise Lauterbach für eine internistische Laufbahn mit dem Schwerpunkt Herzmedizin. Sie wurde Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und spezialisierte sich in der Behandlung der Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörung mittels Katheterablation. 2018 baute sie eine ambulante kardiologische Rehabilitation in einem ambulanten Zentrum für Rehabilitationswesen auf und leitete sie. Bis zum Sommer 2019: Da gab die heute 46-Jährige ihre Chefärztinnentätigkeit auf, um eine App für Herzpatienten zu entwickeln, die mithilfe smarter Technologien Patienten ein schnell reagierendes Frühwarnsystem bietet. In den kommenden Jahren soll die Etablierung gelingen, sodass die App auf Rezept verschrieben werden kann. "Ich wünsche mir, dass die digitale Transformation in der Medizin, die ich mit aller Kraft vorantreibe, eine Erfolgsgeschichte in Deutschland schreiben wird", so Lauterbach.

7. Jennifer Ann Rabener, Project Lead, ESG, Compliance & Risk, BCG

Jennifer Ann Rabener
Jennifer Ann Rabener

Ursprünglich begann Jennifer Rabeners Karriere in der Kultur: 2008 begann sie, für die Deutsche Botschaft im Jemen im Bereich Kultur und Politik zu arbeiten. "Während meines zweijährigen Aufenthalts brach im Jemen der Bürgerkrieg aus, welcher leider bis heute andauert. Ich erlebte hautnah den Zerfall von Rechtsstaatlichkeit", so Rabener. Dies weckte ihr Interesse an dem Bereich Compliance und Risikomanagement und führte sie 2011 zu Deloitte, wo sie im Bereich Forensic zu arbeiten begann. Gleich ihr erstes Projekt drehte sich um eine Ermittlung möglicher Sanktions- und Embargoverstöße in Bezug auf Syrien und Iran bei einer internationalen Großbank. Nach zehn Jahren bei Deloitte Forensic an den Standorten Frankfurt, Dubai und München wechselte sie im Oktober 2021 zu der Boston Consulting Group (BCG) in München. Als Teil von BCG's ESG, Compliance & Risk-Teams, berät sie Organisationen bei der Aufklärung, Analyse und Prävention verschiedener Themen im Zusammenhang mit Compliance und Finanz- und Wirtschaftskriminalität. "Mir ist eine berufliche Tätigkeit sehr wichtig, bei der ich einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann", so die 38-Jährige.

8. Claudia Vergueiro Massei, Head of Executive Office and Transformation, Siemens

Claudia Massei
Claudia Massei

Claudia Vergueiro Massei hat auf dieser Welt schon viel gesehen. Bis vor Kurzem war die gebürtige Brasilianerin CEO von Siemens im Oman und leitete ein Team von über 60 Mitarbeitern. Zuvor absolvierte sie innerhalb des Konzerns ein CEO-Programm für besonders vielversprechende Nachwuchsführungskräfte mit Stationen in Deutschland, China und Dänemark. Gerade hat sie die Position als „Head of Executive Office and Transformation“ für „Motion Control“, einem Teilbereich der Automatisierungssysteme, übernommen. So könne sie ein höheres Maß an Verantwortung übernehmen und ein globales Team führen, sagt die 37-Jährige. Globale Kontakte knüpft sie seit vielen Jahren als Alumna der Wharton School und seit diesem Jahr als „Young Global Leader“, einem exklusiven Netzwerk des Weltwirtschaftsforums.

9. Carina Brehm, Global Head of Fluid Immersed Distribution Transformers, Siemens Energy

Carina Brehm
Carina Brehm

Carina Brehm war lange bei den Pfadfindern. Die Wertschätzung unserer Umwelt und die Weiterentwicklung von Menschen prägen noch heute ihren beruflichen Antrieb, erzählt sie. Insofern verwundert es nicht, wenn Brehm sagt: „Ich möchte die globale Energiewende wirtschaftlich umsetzen und als Führungskraft motivieren, die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.“ In ihrer Funktion hat sie darauf keinen geringen Einfluss. Die 38-jährige Managerin arbeitet für den Dax-Konzern Siemens Energy und verantwortet dort einen Bereich, welcher Transformatoren für Erneuerbare Energien weltweit entwickelt, produziert und vertreibt. Branchenübergreifend ist Brehm gut vernetzt: Seit 2020 ist sie Mitglied im renommierten Netzwerk für Top-Führungsfrauen, „Generation CEO“.

10. Sarah Göhler, Innovationsmanagerin, Mobilitätslabor der Stadtwerke München

Sarah Göhler
Sarah Göhler

Sarah Göhlers Thema ist die Zukunft der Mobilität. Als Innovationsmanagerin für das Mobilitätslabor der Stadtwerke München ist die 31-Jährige für den Inkubator Mobilitätslabor im Munich Urban Colab verantwortlich. In dieser Position sucht sie nach neuen Geschäftsfeldern für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), um die Mobilität in München effektiver und vielfältiger zu gestalten. Zuvor leitete sie das Programm "Sharing und Pooling" im Büro der Geschäftsführung der MVG und hatte die Programmleitung über sämtliche innovative und neue Mobilitätsangebote in München inne. Seit 2020 koordinierte Göhler außerdem sämtliche Themen für die diesjährige IAA bei der MVG, inklusive ÖPNV-Angeboten, autonomen Shuttlebussen, E- Ladestationen, Kombitickets und den Open Spaces. "In den nächsten fünf Jahren möchte ich gerne die Verkehrswende aktiv mitgestaltet haben", so Göhler, die zuvor Stationen beim ADAC und McKinsey durchlaufen hatte. "Das Ziel für mich ist, dass das Angebot der MVG noch vielfältiger wird, dass wir noch mehr gesellschaftliche Milieus durchdringen."

11. Lea Haep-Ninnemann, Head of Innovation Management, Otto Group

Lea Haep-Ninnemann
Lea Haep-Ninnemann

In ihrer Rolle scoutet und bewertet Lea Haep-Ninnemann relevante Markttrends und treibt deren Umsetzung im Konzern voran. Darüber hinaus fördern sie und ihr Team die interne Innovationskultur der Otto Group unter anderem durch ein eigens erstelltes Trend-Radar und Knowledge-Sharing-Events. Zuvor war die 33-Jährige als Projektleiterin im Otto Group Inhouse Consulting tätig, wo sie sich um Digitalstrategien und New Retail der Unternehmensgruppe kümmerte. "Wie in kaum einer anderen Branche wandelt sich der E-Commerce vor allem mithilfe neuer Technologien in wahnsinniger Geschwindigkeit. Von AI (Artificial Intelligence) zu creative AI, von Digital Fashion zu Digital only Fashion", so Haep-Ninnemann. Dabei kann sie sich mit zwei Dingen beschäftigen, für die sie brennt: Mode und Tech. Eines ihrer persönlichen Ziele: "ein eigener Digital Fashion drop auf NFT Basis“.

12. Juliane Eller, Geschäftsführerin und Gründerin, JUWEL Weine und III Freunde Weine

Juliane Eller in ihrem Weinberg.
Juliane Eller in ihrem Weinberg.

Juliane Eller hatte schon immer eine Leidenschaft für das Handwerk. Über ein Praktikum beim Weingut Keller lernte sie eine neue Art des Weinbaus kennen. "Ab diesem Zeitpunkt stand für mich fest: Ich werde Winzerin", so die 31-Jährige. Sie studierte Weinbau und Oenologie und übernahm das Weingut ihrer Eltern in Alsheim. Dort stellte sie den Betrieb komplett um: von der maschinellen Ernte auf Handlese, von Fassweinen auf Flaschenweine. Auch ihre eigene Marke gründete sie 2013: JUWEL Weine. Schon die ersten Jahrgänge erhielten Auszeichnungen. Mittlerweile wird JUWEL Weine unter anderem in die USA, Kanada, Tokio, Schweden, Norwegen und Österreich exportiert. 2017 gründete Eller gemeinsam mit Joko Winterscheidt und Matthias Schweighöfer die III Freunde, ein zweites Weinlabel. "Ich wünsche mir vor allem, dass es mir gelingt meine Weinberge und das, was ich tue passend zu dem Wandel der Natur zu gestalten.", so die Winzerin.

13. Mariona Bosch Herrero, Senior Engineering Manager, Vay

Mariona Bosch
Mariona Bosch

Obwohl Mariona Bosch Herrero erst 35 Jahre alt ist, schlug sie schon zweimal einen neuen Karriereweg ein. Ihre erste berufliche Station verbrachte sie bei Mercedes-Benz. "Als ich dort gearbeitet habe, war der Fokus in der Automobilindustrie der Bereich Leichtbau mit Faserverbundkunststoffen", so Bosch Herrero. Aber weil die Kostenstruktur im Vergleich zu anderen Materialien nicht wirtschaftlich kompetitiv war, wurden Faserverbundkunststoffe nicht für eine Serienentwicklung weiterverfolgt – und Bosch änderte ihren Karriereweg hin zum Projektmanagement in der Entwicklung von Erprobungsfahrzeugen und Vorentwicklungsprojekten.

Nach verschiedene Managementrollen bei der Audi AG änderte sie ihren Karriereweg noch einmal und arbeitet heute im Bereich autonomes Fahren. Sie wechselte zu Vay, einem Technologie-Startup, das einen neuen Weg der Mobilität beschreitet und das die erste Flotte ohne Fahrer im Auto auf europäischen Straßen bringen will. Bei Vay verantwortet sie unter anderem das Program Management im Bereich Automotive Engineering. "Dieser Wechsel war eine sehr große Herausforderung für mich", sagt sie. Die ersten Monate musste sie sich intensiv mit neuen Themen auseinandersetzen, sich fachlich weiterentwickeln und erlernen wie man in der Startup-Welt arbeitet. "Ich bin ein sehr großer Fan von 'Change'. Viele Leute sehen in Veränderungen grundsätzlich ein Problem. Permanent den Berg hoch und herunterzugehen, ist sehr anstrengend und mühsam", so Bosch Herrero. Sie sei jedoch froh, in diesen sich so schnell ändernden Zeiten zu leben. "Es bedeutet dynamisch und neugierig zu bleiben. Das ist, was ich liebe."

14. Caroline Hanke, COO People and Operations, SAP

Caroline Hanke
Caroline Hanke

Caroline Hanke begann ihre Karriere als Studentin bei SAP. Damals war sie in der Supply Chain Entwicklung für das Einspielen und Testen von Coding Korrekturen in internen Entwicklungssystemen verantwortlich. Nach dem Studium begann sie ihre SAP-Karriere im Bereich Service & Support, bevor sie für drei Jahre in den Bereich der privaten Cloud wechselte, um ein Team für die Betreuung der Kunden aufzubauen. "Dann bekam ich unerwartet einen Anruf unserer Executive Recruiting Abteilung – es ging um die Rolle des Chief of Staff für unseren damaligen CEO, Bill McDermott", so Hanke. Sie bekam den Job und "kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich in dieser Rolle sowohl für ihn als auch Christian Klein und Jennifer Morgen tätig sein durfte." Bis vor Kurzem leitete die 41-Jährige das globale Portfolio Team und das Thema "Strategy to Execution" im CEO Board Bereich. Zum 1. Oktober wechselte sie in den CHRO/COO Bereich von Sabine Bendiek als COOPeople & Operations. Diversity ist für sie "das A und O" eines erfolgreichen Teams, sagt Hanke. "Wir müssen aufhören zu glauben, dass wir mit der Fokussierung auf Frauen in Führungspositionen nur etwas für die Frauen tun. Nein, es geht ganz einfach um den Unternehmenserfolg."

15. Larissa Kuntz, Geschäftsführerin, elka-Holzwerke GmbH

Larissa Kuntz
Larissa Kuntz

Nach ihrem Studium zum Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Pforzheim mit Auslandsaufenthalten in Indien und Finnland begann Larissa Kuntz ein Masterstudium in Holztechnik. Danach stieg die jetzt 31-Jährige ins Familienunternehmen ein. "Wir produzieren schon jetzt klimaneutrale Produkte und ich bin überzeugt, dass die Holzindustrie immer mehr in den Fokus der Politik rückt", sagt Kuntz. Sie fordert von den Parteien einen Fahrplan, wie die Holzversorgung sichergestellt werden kann – mit Baumarten, die auch für den Holzbau geeignet sind. "Was bringt es uns zum Schluss, wenn wir Rundholz aus Skandinavien nach Deutschland exportieren? Der Klimawandel ist für unsere Branche eine große Bedrohung, da meist die agierenden Politiker in der Vergangenheit wenig von der Wertschöpfungskette Holz verstanden haben." So wird auf der einen Seite, Holz als nachhaltiger Baustoff gefördert und auf der anderen Seite die Stilllegung von Waldflächen als C02-Senke vorangetrieben.

16. Katharina Knötel, Chief Information Officer (CIO), Coca-Cola Europacific Partners Deutschland

Katharina Knötel
Katharina Knötel

In einer Unternehmerfamilie aufgewachsen hatte Katharina Knötel schon früh ein ausgeprägtes Interesse für die Wirtschaft. Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hamburg und Berlin hat sie den Schritt ins digitale Projektmanagement gemacht. So betreute sie unter anderem für die Unternehmens- und Strategieberatung Accenture Kunden bei digitalen Projekten, bevor sie 2019 für Coca-Cola Europacific Partners in Deutschland tätig wurde. In Deutschlands größtem Getränkeunternehmen übernahm Knötel die Einführung einer Bestell- und Serviceplattform für Kunden und stieg schnell auf. Heute ist die 32-Jährige Chief Information Officer (CIO) und leitet den Bereich Business, Process and Technology (BPT) in Deutschland. Sie gehört sowohl dem Geschäftsführungsteam hierzulande an als auch dem internationalen BPT-Führungsteam.

Als Führungskraft möchte Knötel Mitarbeitende unterstützen und coachen, um damit auch zur Vielfalt im Unternehmen beizutragen: „Vor allem Berufsanfänger_innen benötigen frühzeitig Unterstützung, um zügig eine führende Rolle einnehmen zu können. So könnten vielleicht schon in fünf Jahren mehr Millennials in Führungspositionen tätig sein.“ Außerdem wird sie weiterhin zum Erfolg von Coca-Cola Europacific Partners beitragen, indem sie die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen vorantreiben – gemeinsam mit dem internationalen Team.

17. Denise Schurzmann, Geschäftsführerin, Krause Industrieschaltanlagen

Denise Schurzmann
Denise Schurzmann

Während des Studiums für Wirtschaftsingenieurwesen arbeitete Denise Schurzmann in der Firma ihres Vaters mit. Über Nacht wurde die damals 26-Jährige zur Geschäftsführerin, da ihr Vater nach kurzer Krankheit verstarb. Von da an war die heute 32-Jährige unter anderem als Krisenmanagerin gefordert. Ihre knapp 50 Mitarbeiter musste sie überzeugen, dass ihre Arbeitsplätze sicher bleiben. Ihren Kunden und Lieferanten musste sie vermitteln, dass Zusagen ihres Vaters trotz alledem gültig seien. Auch Neukunden mussten akquiriert werden. Die Umsätze stiegen und im Jahr 2019 konnte die Krause Industrieschaltanlagen mit 14 Millionen Euro abschließen. In Zukunft will Schurzmann mehr Frauen für eine technische Ausbildung gewinnen. Gerade zwei der knapp 40 Mitarbeitenden in der Produktion sind weiblich. Zudem engagiert sich die Geschäftsführerin ehrenamtlich bei den Wirtschaftsjunioren. Kürzlich wurde sie zur Bundesvorsitzenden gewählt.

18. Isabel Doyle, Leiterin Fuhrparkmanagement, Carpool, Tankdienste bei Fraport

Isabel Doyle
Isabel Doyle

Isabel Doyle wurde in Spanien geboren und besitzt sowohl die deutsche als auch die spanische Staatsbürgerschaft. Die 43-Jährige leitet am größten Flughafen Deutschlands in Frankfurt das Fuhrparkmanagement, den Carpool, und die Tankdienste – eine Gesamtverantwortung, die monetär ausgedrückt bei rund 40 Millionen Euro liegt. In ihrer Rolle hat Doyle auch den Einbruch der Luftfahrt durch Corona hautnah miterlebt. "Die Luftverkehrsbranche wird durch die Corona-Folgen einen stetigen Wandel erfahren und auch die Fluggesellschaften werden durch neue Geschäftsmodelle die Branche verändern", so Doyle. "Ich möchte diese Potenziale aktiv mitgestalten und stets am kontinuierlichen Verbesserungsprozess arbeiten." An eines glaubt sie fest: Den erneuten Aufschwung der Luftfahrt – wenn auch zu veränderten Bedingungen als Prä-Corona.

19. Christina Koch, Abteilungsleiterin Zentrale IT Prozesse, Lufthansa

Christina Koch
Christina Koch

Mit 36 Jahren leitet Christina Koch als Abteilungsleiterin in der IT ein 35-köpfiges Team. Die Managerin begann nach einem internationalen Studium ihren Werdegang bei Lufthansa – zunächst in der Techniksparte, später in der Beratung und im Shared Service Center. Hier war ihre Rolle aufs Sanieren von Geschäftsbereichen ausgelegt – mittels Outsourcing oder Software Robotern. In ihrer derzeitigen Position als Head of Central IT Processes will Koch vor allem kundenzentriert handeln – "im Einklang mit den Ressourcen Mitarbeiter, Finanzen und Ökologie. Hierzu baue ich auf schlanke Strukturen, aktive Wissensweitergabe und bunte Teams (Geschlecht, Kultur, Bildung, Erfahrung)", so Koch. Dass die Luftfahrtindustrie vor dem größten Wandel ihrer Zeit steht, sei offensichtlich. "Meine Lieblingsindustrie, die Menschen, Kulturen und Wirtschaftsräume miteinander verbindet, liegt in Schutt und Asche – was mir das Herz zerreißt." Sich von der Branche abzuwenden, sei aber keine Option für sie. "Ich sehe die aktuelle Lage als Chance, wenngleich auch als gewaltige Herausforderung, die Luftfahrt auf neue Beine zu stellen."

20. Elena Tsoukka, Head of Operations, KKA Partners

Elena Tsoukka
Elena Tsoukka

Elena Tsoukka wuchs auf Zypern auf. Ihr Studium absolvierte sie größtenteils in London, mit einem Abschluss in Mathematik. Anschließend war die heute 45-Jährige mehr als 15 Jahre in der Welt der Banken unterwegs. "Ich habe in dieser Zeit etliche Wirtschaftskrisen miterlebt und auch wie mit ihnen umgegangen wurde", so Tsoukka. Schließlich verließ sie die Bankenbranche und zog nach Deutschland. Seit Mai 2020 ist sie als Head of Operations bei KKA Partners tätig. "Wir investieren in mittelständische Unternehmen, die fest in der Gesellschaft verankert sind und helfen ihnen verstärkt zu technologisieren und Zukunftssicherung zu betreiben", beschreibt Tsoukka ihre Arbeit. Persönlich engagiert sie sich für mehr Diversität und Inklusion im Private Equity Bereich. "Da ich selbst ein Kind habe, sehe ich mich als Speerspitze dieser Entwicklung und möchte beweisen, dass man auch in unserer Branche als Eltern eine gute Work-Life-Balance haben kann."

21. Marie Jaroni, Head of Decarbonization, ThyssenKrupp Steel Europe

Marie Jaroni
Marie Jaroni

Marie Jaroni hat einen Auftrag: Die Stahlindustrie grüner machen. Und das nicht irgendwo, sondern mitten im Herzen dieser Industrie, bei ThyssenKrupp in Duisburg. Nach einem Studium der Metallurgie und Werkstofftechnik und Promotion ging Jaroni erst einmal als Unternehmensberaterin zu McKinsey. 2017 kam sie als Head of Strategy zur Industrie-Sparte von Thyssenkrupp, 2020 in gleicher Position zur Stahl-Sparte. Seit Juni 2021 trägt die 36-Jährige nun den Titel "Head of Decarbonization" – und der hat es in sich. Ihr Ziel sei es, "die Stahlbranche einmal komplett zu transformieren – vom Eingangsmaterial (H2) über den Wertschöpfungs-Prozess bis hin zu unseren Kunden", sagt Jaroni. "Wir müssen eine der emissionsstärksten Industrien zu einer sauberen Zukunft bringen." Sie selbst will mit ihrem Team in Duisburg dazu die Stahlhütte so umbauen, "dass wir bis 2030 sechs Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen."

22. Inga Meyer, Business Transformation und Projekte, TUI Customer Operations

Inga Meyer fing 2003 bei TUI an, damals noch als Mitarbeiterin im Verkauf. Über die Jahre arbeitete sie sich hoch – bis sie nun für strategische Projekte & Business Transformation zuständig ist und unter anderem Themen wie "New Work" im Konzern vorantreibt. "Ich durfte in meinen 18 Jahren TUI viele Bereiche, Kolleg*innen und Führungskräfte kennenlernen – die Summe aus all diesen Erfahrungen macht mich zu der Person, die ich heute bin", sagt die 41-Jährige über ihre Mentoren. Ihre Branche sieht sie im Wandel. "Reiseveranstalter wird es weiterhin geben, aber eher als digitale Plattform-Unternehmen." Auch TUI befinde sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Digitale Technologien und künstliche Intelligenz veränderten, wie das Unternehmen mit Kundinnen und Kunden interagiert, Reisen zusammenstellt oder Kolleg*innen miteinander kommunizieren, sagt sie. „Die Zukunft der Arbeit haben wir bereits vor der Pandemie gestaltet. Inzwischen gehört das hybride Arbeiten zu unserem Alltag. Wichtig ist uns eine Kultur des Vertrauens, in der Ergebnisse mehr zählen als Anwesenheit“, so Meyer.

23. Kristina Walcker-Mayer, CEO und CPO, Nuri

Kristina Walcker-Mayer
Kristina Walcker-Mayer

Kristina Walcker-Mayer ist CEO und CPO der blockchainbasierten Neobank Nuri. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Berlin, Potsdam und Bordeaux hat sie Ende der Nullerjahre die ersten mobilen Apps für bekannte deutsche Unternehmen gebaut. Es folgten Stationen als Teamleiterin der Product-Teams bei Zalando sowie bei der Onlinebank N26. 2020 wechselte sie als Chief Product Officer zu Nuri und wurde 2021 zur CEO befördert. Innerhalb der letzten Monate hat sie die Entwicklung bei Nuri vorangetrieben: Sie war am Abschluss der letzten Finanzierungsrunde beteiligt, trieb das umfassende Rebranding mit voran und verantwortet den Product Relaunch von Bitwala zu Nuri sowie den Launch neuer Features wie des automatisierten Krypto-Sparplans. Ihr Ziel: "Dass mehr Menschen da draußen ihr Geld sinnvoller zurück- beziehungsweise angelegt haben und weniger Menschen unter der Inflation leiden werden", so Walcker-Mayer. Technologien wie die Blockchain ermöglichten es durch neuartige Investitionsmöglichkeiten gute Renditen zu erwirtschaften, "aber der Zugang zu diesen Möglichkeiten ist noch stark limitiert", so die 35-Jährige. Aber das wolle sie ändern: "Unsere Vision ist, den Zugang zu innovativen Finanzprodukten so einfach wie möglich zu gestalten."

24. Carola Rinker, Geschäftsführerin, Unternehmensberatung Carola Rinker

Die 34-Jährige studierte und promovierte in Freiburg und spezialisierte sich auf das Thema Bilanzanalyse und Bilanzmanipulation. Heute schult sie Unternehmen und das Bundeskriminalamt, hält Vorträge, unter anderem für die Universität der Bundeswehr Hamburg und ist Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). „Bilanzen sind unglaublich spannend, denn die Zahlen erzählen immer Geschichten“, sagt Rinker. Durch ihren Job bekommt sie Einblicke in viele Branchen. „Diese Abwechslung gefällt mir sehr.“ Ein besonderer Fall zwang sie immer wieder nach Berlin: der Wirecard-Untersuchungsausschuss. Als Sachverständige sagte sie nicht nur im Ausschuss aus, sondern beriet Abgeordnete mit ihrem Bilanzwissen. "Durch den Wirecard-Skandal ist das Bewusstsein für meine Themen gestiegen", sagt Rinker. Ein großes Ziel hat sie für sich selbst: "Ich möchte in den nächsten fünf Jahren gerne ein Aufsichtsratsmandat in einem international tätigen Unternehmen haben."

25. Tamara Kurz, Head of Operations Projects, wefox

Tamara Kurz
Tamara Kurz

„Versicherung wird oft als ein langweiliges Thema betrachtet – dabei geht es darum, Menschen Sicherheit zu geben und ihnen zu helfen, wenn sie in eine missliche Lage geraten“, sagt Tamara Kurz. Die 31-Jährige war in einer klassischen Versicherung als Fachreferentin für Innovation tätig, bevor sie 2020 zu wefox wechselte, einem Insurtech-Unicorn mit Sitz in Berlin. Dort treibt sie als Head of Operations Projects die Digitalisierung der Branche voran. Ihr persönliches Ziel: „Ich möchte als Führungskraft zeigen, dass in einer eher klassischen Branche durchaus Platz ist für weibliche, kooperative und non-hierarchische Führung. Diese Diversität im Denken werden wir brauchen, um wirklich das Beste für unsere Versicherten herausholen zu können.“

*Disclaimer: KKR ist an Axel Springer beteiligt, dem Verlag, zu dem auch Business Insider gehört. Die Wahl wurde davon unabhängig getroffen.

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