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Neue Wohnungen in München: Ein Quadratmeter kostet so viel wie ein Mittelklassewagen

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Wohnraum in München ist teuer – das ist bekannt. Aber der Quadratmeterpreis für ein neues Bauprojekt in Bayerns Landeshauptstadt schlägt die bisherigen Angebote um Längen.

Munich, Bavaria, Germany
Wohnen in München ist teuer. (Bild: Getty Images)

Ob mieten oder kaufen – wer in München nach einer Wohnung sucht, muss es sich leisten können. Auch Corona konnte den Preisen auf dem Wohnungsmarkt nichts anhaben, wie der Immobilienverband Deutschland Süd e.V. in seinem traditionellen Marktbericht feststellte.

Offensichtlich ist eher das Gegenteil der Fall, denn die Quadratmeterpreise für einen neuen Luxusbau toppen die bisherigen Preise um Längen.

„Annehmlichkeiten vom Feinsten“

Bis zu 27.000 Euro soll der Quadratmeter in dem Projekt Hoch der Isar kosten, das gerade an der Hochstraße gebaut wird. Es soll 13 Gebäude mit 13 verschiedenen Fassaden umfassen. 185 Wohnungen und Stadthäuser sollen entstehen, wie die Münchner Abendzeitung (AZ) berichtet.

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Käufern will man Luxus pur bieten. „Vom City Studio bis zum Penthouse: In allen Eigentumswohnungen der 13 Häuser werden exklusive Interieurs in Szene gesetzt. Drei kuratierte Stilwelten bringen die Individualität der Bewohner intensiv zur Geltung. Als Inspiration für die ausgewählten Farbnuancen und Materialien dient den Architekten und Innenarchitekten der Facettenreichtum der Isar: Der Fluss prägt die Stadt, das Ensemble, die Stylewelten, heißt es auf der Internetseite der Bauherrn.

„Annehmlichkeiten vom Feinsten“ sollen Käufer vorfinden: Concierge Service, Community-Dachterrassen mit unverbaubarem Blick über München, Kitas, parkähnlicher Innenhof, komfortable Tiefgaragenplätze, Fitnessraum, Fahrradwerkstatt, Heimwerker-Space und sogar einen Hundewaschplatz soll es geben.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Für die schicksten der 26 bis 330 Quadratmeter großen Wohnungen und Stadthäuser sind 27.000 Euro pro Quadratmeter fällig – so viel wie für einen neuen Mittelklassewagen. Zum Vergleich: Im Schnitt kostet in München ein Neubau in Bestlage zwischen 11.000 und 17.000 Euro, so die AZ.

„Wer ko der ko“

Ein Geheimnis habe der Hamburger Investor Becken nicht daraus gemacht, für wen er das Projekt auf die Beine stellt. Für den Luxusbau sei in der Vergangenheit mit Plakaten geworben worden, auf denen „Wer ko der ko“ (Bayerisch für: Wer kann der kann) stand.

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An Interessenten scheint es trotz Spitzenpreisen nicht zu mangeln. 26 Prozent der Wohnungen sollen bereits verkauft oder reserviert sein. „Sowas hat es in München noch nicht gegeben, wir haben hier eine einmalige Situation“, sagte Dieter Becken, Chef der Becken Holding GmbH, der AZ. Auch Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) schwärmte gegenüber der Zeitung: „Die Menschen, die hier einziehen, werden eine Sicht haben, die sonst nur der Paulaner-Boss hatte.“ Denn das Gelände gehört zu dem ehemaligen Paulaner-Areal.

30 Prozent geförderter Wohnungsbau

Für den Bau des Luxusprojekts gibt es die Auflage der Stadt München, dass auch 30 Prozent geförderter Wohnungsbau entstehen muss. Die Sozialwohnungen wurden aber ausgelagert und werden gegenüber des Luxusquartiers in der Regerstraße gebaut. Da den Bau dafür die Bayrische Hausbau übernehme, werde nicht damit gerechnet, dass sie zeitgleich mit den Luxuswohnungen fertiggestellt werden.

Das Projekt Hoch der Isar soll Ende 2022 bezugsfertig sein.

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