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Neue Vorwürfe gegen Unister

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Leipzig/Dresden (dapd). Gegen die Leipziger Internetfirma Unister gibt es neue Vorwürfe. Hunderttausende Kunden sollen aufgrund von Sicherheitslücken betroffen sein, wie der MDR (SES: E1:A27.SI - Nachrichten) und die Zeitschrift "Computerbild" am Mittwoch mit Verweis auf eigene Recherchen berichteten.

Insgesamt gehe es um 400.000 Nutzer, die mit Kreditkarte gezahlt hatten. Die Daten sollen den Berichten zufolge bis ins Jahr 2011 nicht ausreichend geschützt worden sein. Sachsens Datenschutzbeauftragter Andreas Schurig leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Unister ein. Das Unternehmen wies die neuen Anschuldigungen umgehend zurück.

Nach Bekanntwerden der neuen Vorwürfe veranlasste der Datenschutzbeauftragte am Mittwoch ein Verfahren wegen einer möglichen Ordnungswidrigkeit. "Es geht um einen Anfangsverdacht", sagte ein Sprecher Schurigs der Nachrichtenagentur dapd. Unister hätte bei Bekanntwerden der Kreditkarten-Sicherheitslücke umgehend die Betroffenen und die zuständige Behörde informieren müssen. Das sei aber nicht geschehen, sagte der Sprecher. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohe dem Unternehmen eine Geldbuße in Höhe von bis zu 300.000 Euro.

Unister hält Datensicherheit für gewährleistet

Unister wies die Vorwürfe zurück. Entgegen anderslautenden Medienberichten sei die Datensicherheit bei den Unister-Portalen gewährleistet, sagte ein Sprecher. "Seit Februar ist das Sicherheitskonzept sogar mit dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert." Das Unternehmen habe dafür in den vergangenen eineinhalb Jahren die sicherheitsrelevanten Strukturen überprüft. "Unister ist damit zu einem Vorreiter in Sachen Datenschutz im Internet geworden", sagte der Firmensprecher.

Dem Magazin "Stern" zufolge steht der Gründer und Firmenchef von Unister unter Betrugsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittle gegen ihn, weil es Ungereimtheiten bei der Dating-Plattform Partnersuche.de geben soll, berichtete der "Stern" am selben Tag vorab. So sollen in den vergangenen zwei Jahren mit erfundenen Profilen Kontaktanfragen vorgetäuscht und so Kunden in Abonnements gelockt worden sein.

Die Internetfirma mit etwa 1.900 Beschäftigten verkauft über Portale wie ab-in-den-urlaub.de Reisen und gehört zu den größten Reisevermittlern in Deutschland. Das Unternehmen steht seit der vergangenen Woche im Verdacht, unerlaubt über die Reiseportale Versicherungen verkauft und Steuern hinterzogen zu haben.

Am Dienstag hatte der Reiseveranstalter TUI seine Verträge mit den Leipzigern fristlos gekündigt. Als Grund nannte TUI (Xetra: TUAG00 - Nachrichten) die aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden gegen Unister-Manager sowie Verstöße gegen TUI-Geschäftsbedingungen.

dapd

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