Deutsche Märkte öffnen in 4 Stunden 10 Minuten

Vermögensforscher sind sich sicher: „Deutsche erheblich reicher, als die Statistiken zeigen“

 - Copyright: picture alliance / imageBROKER | Frank Schneider
- Copyright: picture alliance / imageBROKER | Frank Schneider

„Deutschland ist erheblich reicher, als die offiziellen Statistiken zeigen.“ Zu diesem Fazit kommen die drei Ökonomen Thilo Albers von der Humboldt-Universität, Charlotte Bartels vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und Moritz Schularick von der Universität Bonn. Die Forscherin und die Forscher haben in einer neuen Studie tief in die Statistiken über Vermögenswerte der Deutschen geschaut und festgestellt, dass der Wohlstand der Bürger bislang unterschätzt wurde. Jedoch betrifft diese Erkenntnis eher die besser Situieren, die oft diskutierte Schere zwischen Arm und Reich verringert dies nicht.

Insbesondere Vermögenswerte in Form von Immobilien- und Firmenbesitz wurden demnach bislang unterschätzt. Der Grund dafür sei, dass nicht-börsennotierte Unternehmen ihre Zahlen nicht immer ausweisen müssten und daher teils viel wertvoller seien, als die teilweise an Buchwerten orientierte Statistik es ausweise. Auch könnten die Wertsteigerungen von Immobilien oft nur verspätet abgebildet werden. Insbesondere die hohen Preise in Ballungszentren und Großstädten würden häufig nicht realistisch abgebildet und viel zu niedrig angenommen.

Mehr Immobilienbesitz als gedacht

Insgesamt errechneten die Ökonomen einen Immobilienbesitz der Deutschen im Wert von rund zehn Billiarden Euro – zwei mehr, als vorherige Statistiken ausgewiesen hätten. Auch das Vermögen in Firmenbesitz ist mit vier Billiarden doppelt so hoch als die offizielle Statistik.

Als weiterer Grund für die Unterschätzung wurde in der Studie angegeben, dass die Erfassung der Vermögen vor allem bislang auf Grundlagen von Befragungen durchgeführt wurden – und viele Menschen dort oft falsche Angaben machten. Die reichsten der Reichen nähmen bei solchen Umfragen sowieso nicht teil. Die neue Studie fußt auch auf anderen Datenquellen, etwa der Reichenliste des "Manager Magazins".

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.