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Neue Studie: So wahrscheinlich ist es, sich in Bus und Bahn mit dem Coronavirus anzustecken

·Lesedauer: 3 Min.
Fahrgäste sitzen mit Mund-Nasen-Schutz in einer Straßenbahn. Das Tragen medizinischer Masken in Bussen und Bahnen ist Pflicht.
Fahrgäste sitzen mit Mund-Nasen-Schutz in einer Straßenbahn. Das Tragen medizinischer Masken in Bussen und Bahnen ist Pflicht.

Mit einer selbst in Auftrag gegebenen Studie zum Infektionsgeschehen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) wirbt die Verkehrsbranche um Fahrgäste während und nach der Corona-Krise. Demnach sei die Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen nicht höher als im Individualverkehr, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Montag mit. Untersucht wurde der ÖPNV im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds. Zum RMV gehören unter anderem die Städte Darmstadt, Frankfurt am Main und Wiesbaden. Um die Auftragsarbeit, federführend mitfinanziert von Baden-Württemberg und zehn weiteren Bundesländern, hatte der VDV die Charité Research Organisation gebeten. Das Institut ist ein Tochterunternehmen der Charité und führt vor allem klinische Studien durch.

Für die Untersuchung hatte das Institut 681 Teilnehmer ausgewählt, die alle zuvor noch keine Corona-Infektion durchgemacht hatten. Diese wurden im Februar und März dieses Jahres zufällig und in annähernd gleicher Zahl aufgeteilt auf die verschiedenen Verkehrsmittel. Sie waren zwischen 16 und 65 Jahre alt. Nach der rund fünfwöchigen Testphase wurden die Probanden in beiden Gruppen auf Antikörper getestet – ein Zeichen für eine durchgemachte Corona-Infektion.

Egal ob eigenes Auto oder voller Bus: die Hälfte hatte Antikörper gebildet

Ergebnis: Bei ungefähr gleich vielen Teilnehmern in jeder Gruppe konnten diese Antikörper nachgewiesen werden. 325 Probanden waren mit Bussen und Bahnen unterwegs, von denen 12 im Anschluss positiv getestet wurden. Im Individualverkehr – also mit dem Rad oder Auto – waren es 314, von denen 14 positiv waren. Daraus schließen die Autoren der Studie, dass das Infektionsrisiko im Alltag mit der Nutzung des ÖPNV nicht steigt. Einige Probanden waren während der Studie ausgeschieden, etwa weil sie geimpft wurden.

In der RMV-Region leben rund fünf Millionen Menschen in Großstädten, dem Rhein-Main-Ballungsgebiet und ländlicheren Gebieten in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz. Während der Zeit der Untersuchung hatten die Busse und Bahnen des RMV den Angaben zufolge jedoch nur eine durchschnittliche Auslastung von nur 47 Prozent.

"Für den RMV heißt das, dass die Branche von Anfang an die richtigen Maßnahmen getroffen hat", sagte eine Sprecherin zu den Ergebnissen der Studie und dem Hygienekonzept des Verkehrsverbunds. Zwar gehe aus den von den Probanden geführten Tagebüchern nicht hervor, ob sich in den Bussen oder Bahnen tatsächlich alle Fahrgäste an die Regeln und Maskenpflicht gehalten hätten. Die Ergebnisse bestätigten aber, dass es für die Fahrgäste im ÖPNV ebenso sicher sei wie im Individualverkehr.

Die Verkehrsunternehmen haben in der Corona-Krise hohe finanzielle Einbußen. Sie halten das Angebot nahezu vollständig aufrecht. Gleichzeitig ist die Auslastung deutlich zurückgegangen.

Weitere Studie zu Ansteckungen im ÖPNV läuft in Kassel

Der öffentliche Nahverkehr und die Pandemie sind auch Thema eines Projekts an der Universität Kassel. Carsten Sommer, Leiter des Fachgebiets Verkehrsplanung und Verkehrssysteme arbeitet dabei mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an einer Simulation der Ausbreitung von Aerosolen in Fahrzeugen, um das Infektionsrisiko in Bahnen und Bussen abzuschätzen.

"Während der Phase umfassender Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Frühjahr 2020 ist die Nachfrage im ÖPNV um bis zu 90 Prozent zurückgegangen", sagte Sommer. "Um seinem Auftrag als Teil der Daseinsvorsorge und wichtigem Bestandteil der Transformation des Verkehrssektors hin zu nachhaltiger Mobilität für alle gerecht zu werden, muss der ÖPNV Pandemie-gerecht werden. Das ist wichtig für Verkehrswende und Klimaschutzziele." cri/dpa