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Neue Studie legt nahe, dass gängige Antidepressiva das Risiko von Covid-19-Krankenhausaufenthalten senken

·Lesedauer: 2 Min.

Ein preiswertes Antidepressivum, das zur Behandlung von Zwangsstörungen eingesetzt wird, trägt auch dazu bei, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Hochrisikopatienten mit Covid-19 einen Krankenhausaufenthalt oder eine längere ärztliche Beobachtung benötigen. Dies geht aus einer großen klinischen Studie hervor, die in „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

Das Medikament, Fluvoxamin, wird seit fast 30 Jahren zur Behandlung von Zwangsstörungen verschrieben. Zu Beginn der Pandemie untersuchten Forschende seine Wirkung es aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften – in der Hoffnung, dass es die intensive Reaktion des Körpers auf eine Corona-Infektion dämpfen könnte.

Die Ergebnisse der Studie, die am Mittwoch von einer Forschungsgruppe aus Kanada, den USA und Brasilien veröffentlicht wurden, könnten zu neuen Richtlinien für den Einsatz des Medikaments in den USA und anderen Ländern führen. Und bei einem Preis von nur etwa vier Dollar (3,44 Euro) für eine zehntägige Kur könnte das Medikament besonders in weniger wohlhabenden Ländern ein hilfreiches Mittel sein. Auch dort, wo die Impfraten noch nicht hoch sind.

Das Medikament hat ein bekanntes Sicherheitsprofil

Dr. David Boulware, ein Wissenschaftler für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota, erklärte gegenüber der "New York Times", Fluvoxamin sei "kein glänzendes neues, teures Medikament". Das Gute sei, dass das Mittel ein bekanntes Sicherheitsprofil hat, sagte er. Das bedeutet, dass Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und eventuelle Unverträglichkeiten bekannt sind.

In der Studie, die in der Zeitschrift „The Lancet Global Health“ veröffentlicht wurde, wurden fast 1.500 Covid-Patienten in Brasilien beobachtet, die entweder Fluvoxamin oder ein Placebo erhielten. Die Forschenden fanden heraus, dass das Medikament die Zahl der Krankenhausaufenthalte oder der Langzeitbeobachtungen um ein Drittel reduzierte. Außenstehende Wissenschaftler wiesen jedoch darauf hin, dass es noch Fragen zur richtigen Dosierung gibt, da einige Patienten Berichten zufolge Schwierigkeiten mit der Verträglichkeit des Medikaments hatten und die Einnahme abbrachen, wie die "Times" berichtete.

Bei den Patienten, die die Behandlung zu Ende führten, verringerte das Medikament die Zahl der Krankenhausaufenthalte sogar noch deutlicher - nämlich um zwei Drittel. Das Medikament verringerte auch die Wahrscheinlichkeit Covid-Todesfalls. Von den Teilnehmern, die ein Placebo erhielten, starben zwölf, von denen, die Fluvoxamin einnahmen, nur einer.

Noch nicht viele Untersuchungen bei geimpften

Es ist noch unklar, wie das Medikament bei geimpften Personen wirken könnte, da die Mehrheit der Studienteilnehmer nicht geimpft war. Die Durchführung großer Covid-Studien hat sich als schwierig erwiesen, vor allem in den USA, wo die meisten Hochrisikopatienten bereits geimpft sind. Die verbleibenden Ungeimpften seien weniger bereit, an einer Studie teilzunehmen, schreibt die „Times.“

Da Fluvoxamin jedoch bereits auf dem Markt ist, können Ärzte das Medikament für Covid-19 "off label" verschreiben. Dies bedeutet, dass ein Medikament für eine Behandlung angewandt ist, für die es ursprünglich nicht zugelassen wurde.

Dieser Text wurde von Mascha Wolf aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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