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Neue Mogelpackungen bei Zahnpasta

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Billiger und doch teurer! Die Verbraucherzentrale weist aktuell auf mehrere Mogelpackungen bei Zahnpasta hin. Die Preisanstiege betragen bis zu 33 Prozent.

Toothbrush with toothpasteon on white background.
(Bild: Getty)

Wenn es um versteckte Preiserhöhungen geht, werden Hersteller nicht müde, Verbraucher mit Tricks zu verwirren. Im aktuellen Fall bei Zahnpasta, sieht es auf den ersten Blick so aus, als seien die Preise für die Produkte kräftig gesenkt worden. In Wahrheit zahlen Kunden nun aber – je nach Supermarkt – bis zu 33 Prozent mehr.

„Selten haben wir so viele Beschwerden wegen einer versteckten Preiserhöhung erhalten. Die Zahnpasta Sensodyne ProSchmelz von GlaxoSmithKline (GSK) ist teurer geworden, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht“, meldet die Verbraucherzentrale aktuell auf ihrer Facebookseite.

Drei Sorten betroffen

Bei drei verschiedenen Sorten hat der Hersteller die Füllmengen verringert. Die Sorten Sensodyne Tägliche Zahnpasta, Extra frisch und Sanft Weiss Plus enthalten seit neuestem nur noch 75 Milliliter Zahnpasta statt wie zuvor 100 Milliliter.

Die Supermärkte haben gleichzeitig die Preise für die Zahncreme gesenkt – allerdings nicht proportional zum neuen Inhalt. So kommt am Ende eine kräftige Preiserhöhung bei der Füllmengenreduzierung heraus.

Die Preiserhöhungen fallen je nach Supermarkt ganz unterschiedlich aus, wie zahlreiche Konsumenten in ihren Beschwerden bei der Verbraucherzentrale meldeten. Die liege meist zwischen 10 und 13 Prozent, teilweise aber sogar bei bis zu 33 Prozent.

Bei Rewe etwa sei der Preis von 3,89 Euro auf 3,29 Euro gesunken. Doch statt 60 Cent weniger zahlen Kunden 13 Prozent mehr.

Mogelpackung zum „Rabattpreis“

„Damit die ganze Sache nicht so auffällt, wird die Zahnpasta in vielen Drogerien zurzeit zum Rabattpreis verkauft“, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Auf Nachfrage der Verbraucherschützer, gab der Hersteller an, dass die meisten Kunden einen geringeren Tubeninhalt von 75 Millilitern bevorzugen würden.

„Untermauert wird die Aussage mit einer Grafik des Marktforschungsinstituts Nielsen Market Track, die zeigt, welche Zahncremefüllmengen den größten Absatz haben. Rund zwei Drittel der verkauften Zahncremes werden in 75-ml-Tuben angeboten. Daraus zu schlussfolgern, dass Verbraucher gerade diese Größe bevorzugen, finden wir zumindest fragwürdig – wenn nicht sogar dreist“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Die vollständige Stellungnahme von GlaxoSmithKline (GSK) zur aktuellen Produkt- und Preisänderung finden Sie hier.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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