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Neue Mogelpackungen bei Katzen- und Hundefutter

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Hersteller Mars Petcare hat die Füllmengen bei Katzen- und Hundefutter reduziert. Zudem wurden Fütterungsempfehlungen und Inhaltsstoffe geändert.  Etliche Artikel sind betroffen. Verbraucher zahlen bis zu 20 Prozent mehr.

Die Verbraucherzentrale Hamburg weist aktuell auf „Mogeleien bei Katzen- und Hundefutter von Mars Petcare“ hin. Der Hersteller hat bei verschiedenen Produkten für Hunde und Katzen die Füllmengen drastisch reduziert. Bei gleichem Preis zahlen Verbraucher dadurch bis zu 20 Prozent mehr für die Tiernahrung. Wer sich an die Fütterungsempfehlungen des Herstellers halte, müsse sogar mit 50 Prozent Preisaufschlag rechnen.

Betroffen sind die verschiedenen Sorten von Whiskas Knuspertaschen. Ihr Inhalt wurde von 72 Gramm auf 60 Gramm reduziert. Auch beim Produkt Whiskas Trio Crunchy gab es eine Füllmengenreduzierung. Wir vermuten, dass der Inhalt bei diesem Snack von 66 auf 55 Gramm geschrumpft ist. Bei gleichem Preis würde die versteckte Preiserhöhung dann ebenfalls bei 20 Prozent liegen“, so die Verbraucherzentrale.

Änderung bei der Fütterungsempfehlung und dem Gewicht der einzelnen  Knuspertaschen

Darüber hinaus hat Mars die Fütterungsempfehlungen geändert. Statt wie bisher elf Knuspertaschen sollen Katzen nun zwölf pro Tag bekommen. Und noch etwas fand die Verbraucherzentrale heraus: „Gleichzeitig hat sich offensichtlich auch das durchschnittliche Gewicht der einzelnen Knuspertaschen erhöht. Die Packung ist bei gleicher Dosierung also viel schneller leer. Nach der Zählung in unserer Stichprobe reicht eine neue Dose Whiskas Knuspertaschen im Durchschnitt nur noch knapp 13 Tage, bei der alten waren es 19 Tage.“ Nach diesen Berechnungen läge die tatsächliche Preiserhöhung sogar bei 50 Prozent.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Auch die Inhaltsstoffe wurden geändert

Beim Vergleich der Inhaltsstoffe der alten und neuen Variante stellten die Verbraucherschützer fest, dass nun auch weniger Vitamine und Mineralstoffe in den Katzen-Snacks enthalten sind. Besonders auffällig sei auch der niedrigere Proteingehalt des Futters.

„Protein ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Bestandteile von Katzenernährung. Uns ist schleierhaft, warum gerade dieser Inhaltsstoff reduziert wurde. Die ,höchste Produktqualität‘, die Mars Petcare in seiner Stellungnahme verspricht, ist damit nur eine leere Worthülse.“

Pedigree ebenfalls betroffen

Die Hundefuttermarke Pedigree von Mars Petcare ist ebenfalls von versteckten Preiserhöhungen betroffen. Auch bei den Hundesnacks dieser Marke wurden die Füllmengen reduziert und die Fütterungsempfehlungen erhöht.

Bei Pedigree Schmackos schrumpfte die Füllmenge von 172 Gramm auf 140 Gramm (19 Prozent Preiserhöhung). Pedigree Jumbone  Riesenknochen wiegen nun nur noch 180 Gramm statt vorher 200 Gramm (11 Prozent Preiserhöhung) und bei Pedigree Rodeo wurde der Inhalt von 140 auf 125 Gramm reduziert (12 Prozent Preiserhöhung).

Stellungnahme von Mars Petcare

Auf Anfrage der Verbraucherzentrale hat Mars Petcare die Preiserhöhung mit gestiegenen Verpackungskosten begründet. „Die Umkartons unserer Whiskas Snacks sind zum Beispiel ab sofort in Deutschland und Österreich aus Pappe (und nicht mehr aus Plastik), wodurch wir jährlich 76 Tonnen Plastikmüll vermeiden.“ Dadurch sei man mit steigenden Kosten konfrontiert.
Hier geht es zur vollständigen Stellungnahme.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg seit mehr als 15 Jahren zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.