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„Das neue Management hat sich von Zetsche emanzipiert“

Reimann, Annina
·Lesedauer: 3 Min.

Deka Investment gehört zu Daimlers Großaktionären. Im Interview spricht deren Vertreter Ingo Speich über das neue Management bei Daimler, die geplante Aufspaltung und die Flucht des Autobauers in die Luxusnische.

WirtschaftsWoche: Herr Speich, Daimler legt Zahlen für das Jahr 2020 vor – wie zufrieden sind Sie als Investor mit dem neuen Management rund um Daimlerchef Ola Källenius und Finanzchef Harald Wilhelm?
Ingo Speich: Das neue Management macht einen sehr guten Job. Auf jeden Fall haben sie sich vom alten Management rund um Dieter Zetsche emanzipiert. Die neuen Manager setzen sich jetzt stark im Sinne der Aktionäre ein.

Also finden Sie es gut, dass Daimler den Konzern in zwei Teile aufteilen will und das Truck- und Busgeschäft abspalten möchte?
Ja. Der Spin-off ist ein Schritt, den wir begrüßen. Obwohl die Abspaltung allein noch keine Werte für die Aktionäre hebt. Entscheidend wird hier die weitere Arbeit des Managements sein – der Lackmustest zur Frage, ob der Spin-off ein Werttreiber ist oder nicht, steht also noch bevor. Ich nehme an, dass wir hier in 12 bis 24 Monaten klarer sehen.

Gut ist auch, dass die Teilung die Komplexität des Unternehmens reduzieren wird, es ist dann einfacher zu steuern. Und wenn Daimler wirklich einmal künftig Geld benötigt, kann der Konzern einfach Aktien der Lkw-Sparte verkaufen, denn einen Teil wollen sie ja behalten.

Hat Daimler die Teilung einmal vollzogen, sinkt an der Börse der Wert der heutigen Daimler samt ihrem Auto- und Vangeschäft. Macht das den Autobauer zum Übernahmekandidat?
Es ist richtig, dass die Marktkapitalisierung erstmal sinken wird und eine Übernahme für Angreifer damit billiger würde. Und da Daimler anders als VW oder BMW keine Familie im Rücken hat und der Streubesitz bei Daimler groß ist, ist das Thema Übernahme prinzipiell nicht vom Tisch. Das sehe ich auch so. Positiv ist aber, dass Attacken von Aktivisten jetzt unwahrscheinlicher geworden sind. Denn sie haben nun weniger Ansatzpunkte, das Management ist ihnen zuvorgekommen.

Immerhin hat Daimler mit der BAIC Group und Li Shufu zwei große Aktionäre aus China. Die könnten doch zukaufen.
Ja, vor allem könnten sie nach dem Spin-off stärker fokussieren und ihre Daimler-Truckaktien verkaufen und mit dem Geld Aktien der neuen Pkw-Daimler kaufen. So würden sie dort ihren Anteil ausbauen. Wissen tun wir das aber heute alles noch nicht.

Zur neuen Strategie bei Daimler gehört auch, dass man sich stärker auf den Markt für Luxusautos konzentrieren will. Ist diese Flucht in die Nische eine Chance oder das Todesurteil für Daimler, weil das Restunternehmen dann zu klein wird?
Ich sehe das eher als Chance. Denn der Luxusmarkt ist tatsächlich groß. Und es macht auch Sinn, sich auf das margenträchtigere Premiumsegment zu fokussieren. Früher ging das nicht, weil Daimler da die kleineren Autos brauchte, um unter anderem die Abgasvorschriften vor allem mit Blick auf Co2 zu erfüllen. Jeder verkaufte Smart oder die unrentable A- und B-Klasse konnten den Co2-Flottenwert drücken. Ohne die kleinen Autos hätte Daimler früher noch höhere Co2-Werte gehabt. Doch jetzt kommen nach und nach die Elektroautos – und da kann Daimler sich von der Abhängigkeit der Kleinwagen lösen. Jetzt hat der Konzern die Option, sich stärker auf den Markt für Luxusautos zu fokussieren.

Mehr zum Thema: Mit der Aufspaltung von Daimler wächst der Druck auf Vertriebschefin Britta Seeger. Sie soll Mercedes-Fahrer für das Elektroauto begeistern – und macht schon mal gewagte Versprechen.