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Dieser neue Handytarif im Vodafone-Netz will junge Kunden ködern, ist aber unnötig kompliziert

·Lesedauer: 4 Min.
Der neue Tarif richtet sich vor allem an junge Leute.
Der neue Tarif richtet sich vor allem an junge Leute.

Zu der schier überblickbaren Masse an Mobilfunktarifen auf dem deutschen Markt gesellt sich seit diesem Dienstag ein weiterer. Er kommt von Vodafone und heißt Simon Mobile, wobei die Marke selbst sich „SIMon“ schreibt, einem Wortspiel aus „SIM“(-Karte) und dem Namen „Simon“. So heißt praktischerweise auch das Werbemaskottchen, ein als Hipster verkleideter Waschbär mit Röntgenblick.

Diese Idee, einem Durchschnittstarif einen Vornamen zu verpassen, ist der Telekom ja auch schon gekommen. Dort ist der Junge-Leute-Tarif ungefähr ein Jahr alt und heißt Fraenk. Wie dieser kommt auch Simon Mobile zum Glück ohne Telekom- und Vodafone-typische lange Vertragszeiten aus. Das Produkt ist nämlich monatlich kündbar. Das ist natürlich schon einmal eine gute Nachricht.

Ein Billig-Konzept, das auch bei anderen Marken funktioniert

Ebenso interessant für euch könnte der Preis sein. Hier wird schnell klar, dass Vodafone offensichtlich eine preissensitive Zielgruppe ansteuern möchte, die nicht mehr als 10 Euro pro Monat fürs Telefonieren und Surfen zahlen will. Auf der Website ist von „Einsteigern“, „Schülern, Studenten & jungen Leuten“, „Kindern“ und „Senioren“ die Rede.

Dieses Billig-Konzept funktioniert erwiesenermaßen bei vielen Anbietern, allen voran bei den zahlreichen Drillisch-Marken wie Simplytel, Winsim, Premiumsim oder Smartmobil, aber eben auch bei Fraenk oder der anderen Vodafone-Billig-Marke Otelo.

Unterschied zu dieser: Simon Mobile wird ausschließlich online vertrieben und ist ein sogenanntes Sim-Only-Angebot. Wenn ihr ein subventioniertes Smartphone obendrauf wollt, seid ihr hier also an der falschen Adresse.
Bestandteil des Tarifs sind ein Highspeed-Volumen von 8 GB mit LTE (Downlink: max. 50 Mbit/s, Uplink: max. 25 Mbit/s), 5G fehlt. Wer mehr Daten braucht, wird ausgebremst, und zwar auf extrem langsame 32 Kbit/s. Daneben gibt es eine Flatrate für Telefonie und SMS in alle deutschen Netze.

Mit diesem Waschbären wirbt Vodafone für den neuen Tarif.
Mit diesem Waschbären wirbt Vodafone für den neuen Tarif.

Einmalkosten wie der längst anachronistische sogenannte „Anschlusspreis“ fallen nicht an. Wer das Highspeedvolumen verbraucht hat, kann entweder immer wieder 1 GB für jeweils saftige 4,99 Euro (und gültig bis zum jeweiligen Monatsende) nachbuchen oder auf eine Day-Flat mit 10 GB zurückgreifen, die ebenfalls 4,99 Euro kostet. Das klingt alles relativ einfach, und solch ein Baustein-Prinzip, das für euch als Kunden durchaus auch schnell einmal ins Geld gehen kann, ist von ähnlichen Discount-Tarifen hinlänglich bekannt.

Entscheidend ist der Anbieter, von dem ihr wechselt

Kompliziert, wenn nicht sogar verwirrend, wird es bei Simon Mobile leider hinsichtlich der Grundgebühr. Ob ihr nämlich Anspruch auf die fett präsentierten 8,99 Euro im Monat habt, hängt einzig und allein davon ab, ob ihr eure derzeitige Rufnummer zu Simon Mobile mitbringt oder nicht. Und wenn ihr das tun wollt, kommt es darauf an, mit welchem Anbieter ihr zurzeit telefoniert.

Im Detail: Der monatliche Basispreis beträgt 14,99 Euro pro Monat. Wenn ihr eure Rufnummer zu Simon Mobile mitnehmt, bekommt ihr dauerhaft einen Rabatt von 6 Euro auf diesen Basispreis, zahlt also die auf der Website gut sichtbaren 8,99 Euro. Ausgenommen von diesem guten Angebot ist eine Rufnummernmitnahme von den Anbietern Congstar (Telekom), Fraenk (Telekom), Mobilcom-Debitel, O2, Otelo (Vodafone), Tchibo Mobil (O2), Telekom und Vodafone. Überhaupt keine Portierung ist möglich von Bild Mobil (Vodafone) und Pure Mobile (Vodafone).

Wer seine alte Rufnummer nicht mehr haben möchte, bekommt von Simon Mobile eine neue zugewiesen und bekommt einen Rabatt von immerhin noch drei Euro auf den monatlichen Basispreis, zahlt also effektiv 11,99 Euro.
Am preisgünstigsten ist es also, die bisherige Nummer zu portieren, wie das im Mobilfunkdeutsch heißt, und im Moment bei einem Anbieter zu sein, der in der obigen Liste nicht auftaucht.

So bekommt ihr trotzdem den 8,99-Tarif

Welche Logik hinter einer solchen doch recht undurchsichtigen Tarifpolitik steckt, wollte Business Insider vom Anbieter selbst wissen. Dass Kunden, die derzeit bei Telekom oder Vodafone sind, quasi „bestraft“ werden und vom Wechseln abgehalten werden sollen, will er offenbar so nicht verstanden wissen. Der Verdacht liegt aber natürlich nahe, dass man solche „Premiumkunden“, die in der Regel wesentlich mehr als 10 Euro pro Monat für ihren Handyvertrag zahlen, gar nicht erst „anfixen“ möchte. Ködern möchte man stattdessen offensichtlich all jene Kunden, die derzeit bei preisgünstigen Wettbewerbern ihren Vertrag haben und sich im „Basis-Mobilfunkmarkt tummeln“, wie der Sprecher von Simon Mobile formuliert.

Wenn ihr dauerhaft nur 8,99 Euro zahlen möchtet, leider aber aktuell bei der Telekom, Vodafone oder einem der anderen oben gelisteten Provider seid, könnt ihr natürlich einen Umweg über einen dritten Anbieter machen, der für die günstige Grundgebühr qualifiziert ist. Der doppelte Wechsel ist ein nur geringer bürokratischer Aufwand, der auch nur wenig kostet. Und zwar deswegen, weil euer bisheriger Anbieter seit April 2020 nur noch maximal 6,82 Euro für die sogenannte abgehende Rufnummernportierung verlangen darf, also dafür, dass er eure Rufnummer für euren neuen Anbieter quasi freigibt. Wenn ihr bei Simon Mobile dann viele Monate statt 14,99 Euro nur 8,99 Euro zahlt, hat sich dieser Umweg schon im dritten Monat gelohnt.

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