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Neue Daten: Biontech-Impfstoff wirkt offenbar schnell – Lagerung könnte einfacher werden

Hofmann, Siegfried
·Lesedauer: 3 Min.

Analysen zur Stabilität des Wirkstoffs könnten die Logistik erheblich erleichtern. Eine Studie aus Israel spricht für hohen Wirkungsgrad nach nur einer Impfung.

Gleich mehrere positive Signale gab es am Freitag für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech. So legten das Unternehmen und sein US-Partner Pfizer jetzt neue Analysen vor, wonach der mRNA-basierte Impfstoff auch bei Temperaturen zwischen minus 25 und minus 15 Grad für zwei Wochen lagerfähig ist. Einmal aufgetaut, kann das Vakzin darüber hinaus noch bis zu fünf Tage bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden.

Damit zeichnet sich ab, dass sich die Handhabung des Impfstoffs vereinfacht und er künftig über längere Zeiträume auch in gängigen pharmazeutischen Gefrier- und Kühlschränken gelagert werden kann. Bisher muss das Biontech-Vakzin über längere Zeiträume grundsätzlich in speziellen Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschränken oder entsprechenden Kühlboxen bei Temperaturen von minus 60 bis minus 80 Grad aufbewahrt werden. Das sorgt für erhebliche Herausforderungen für die Impfzentren und die Versorgungslogistik.

Eine Studie israelischer Forscher zeigt zudem, dass der Biontech-Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit bereits nach Verabreichung der ersten Impfdosis erzielt. Dieses Resultat wiederum würde Strategien unterstützen, die zweite Dosis des Impfstoffs länger hinauszuzögern.

Pfizer und Biontech haben ihre neuen Daten nach eigenen Angaben inzwischen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, damit diese die offiziellen Arzneimittelinformationen anpasst. Im Laufe der kommenden Wochen wollen die beiden Unternehmen die Daten zudem auch bei anderen Zulassungsbehörden einreichen.

„Die eingereichten Daten könnten die Handhabung unseres Impfstoffs in Apotheken vereinfachen und den Impfzentren eine noch größere Flexibilität bieten“, sagte Ugur Sahin, Vorstandschef und Mitbegründer von Biontech. „Wir werden unsere Expertise weiterhin einsetzen, um mögliche neue Formulierungen zu entwickeln, die den Transport und die Anwendung unseres Impfstoffs noch einfacher machen könnten.“

Die bisherigen extremen Anforderungen an die Lagerung des Impfstoffs gelten als ein Hauptnachteil des Covid-Impfstoffs gegenüber Konkurrenzprodukten. Sie ergaben sich aus der Handhabung in der Forschung und während der klinischen Studien. Um die Entwicklung möglichst schnell voranzutreiben, hatten Biontech und Pfizer in dieser Phase zunächst auf umfangreichere Stabilitätsanalysen für ihren mRNA-Impfstoff verzichtet.

Der Impfstoff wird bei Raumtemperatur verabreicht. Biontech und Pfizer verweisen darauf, dass man auch dazu weitere Sicherheitsdaten sammele. Man nehme an, dass die Haltbarkeit und/oder das Ablaufdatum verlängert werden könne und eine alternative, kurzzeitige Lagerung bei den genannten höheren Temperaturen in Betracht gezogen werden könne.

Größerer Abstand könnte Impfkampagnen beschleunigen

Was die Wirksamkeit angeht, hat sich das Vakzin des Mainzer Biotechunternehmens, neben einem ähnlichen Impfstoff des US-Unternehmens Moderna, bisher als führendes Produkt etabliert. In einer großen klinischen Studie senkte der Impfstoff das Risiko für symptomatische Covid-Infektionen um 95 Prozent.

Diese Ergebnisse werden inzwischen mehr und mehr auch durch Daten aus der Praxis untermauert. So kam eine in der Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierte Studie israelischer Forscher zu dem Ergebnis, dass der Biontech-Impfstoff ab zwei Wochen nach der ersten Impfung bereits einen rund 85-prozentigen Schutz vor symptomatischen Covid-Infektionen bietet.

Das bisher zugelassene und in der klinischen Studie getestete Impfschema sieht eine zweite Impfung nach drei Wochen vor. Ein größerer Abstand könnte die globalen Impfkampagnen mit dem Vakzin beschleunigen, indem man mehr Menschen zunächst nur mit einer Dosis impft.

Bereits vor einigen Tagen bestätigten Daten israelischer Krankenkassen, dass der Impfstoff auch in der Praxis offenbar einen hohen Wirkungsgrad erzielt. Einer umfangreichen Analyse der Gesundheitsorganisation Clalit zufolge hat sich die Erkrankungsrate bei den bereits geimpften Menschen im Alter von über 60 Jahren um rund 94 Prozent reduziert.

Eine andere Studie kam zudem zum Ergebnis, dass in den Fällen, wo sich Geimpfte trotzdem noch infizieren, die Viruslast um etwa drei Viertel geringer ist als bei Nicht-Geimpften. Das wäre ein wichtiges Indiz dafür, dass der Impfstoff auch die Übertragungsraten reduzieren könnte.

In Israel ist bereits ein besonders hoher Anteil der älteren Menschen geimpft. Das Land gilt insofern als Vorreiter bei den Impfkampagnen und kann bisher auch die umfangreichsten Daten aus der Praxis generieren.