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Neue Daten zur Bevölkerung: In nur 15 Jahren fehlen in Deutschland bis zu 4,8 Millionen Menschen im Erwerbsalter

 - Copyright: Statistisches Bundesamt
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Der demografische Wandel in Deutschland war lange vorherzusehen, nun ist er da. Die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich dramatisch und sehr schnell. Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter von 20 bis 66 Jahren nimmt in den kommenden Jahren rasant ab. Die Zahl der Menschen im Rentenalter von über 67 Jahren nimmt ebenso schnell zu. Wie stark die Alterspyramide in Deutschland auf den Kopf gestellt wird, wie groß die Lücke bei den Arbeitskräften wird und wie sich die Bevölkerung insgesamt entwickelt, hängt wesentlich von der Zuwanderung ab.

Das Statistische Bundesamt hat dazu eine neue "Bevölkerungsvorausberechnung" vorgelegt. Während sich die Zahl der Geburten und Sterbefälle auf diesen Zeitraum anhand von Erfahrungen vorhersagen lassen, bestimmt das Ausmaß Zu- und Abwanderung die Szenarien.

Wie entwickelt sich die Zahl der Menschen im Erwerbsalter

Dramatisch sind die Auswirkungen für den Arbeitsmarkt und damit für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Aktuell leben in Deutschland 51,4 Millionen Menschen in der Altersgruppe zwischen 20 und 66 Jahren. Selbst bei einer hohen Nettozuwanderung aus dem Ausland von 400.000 Menschen pro jahr würde ihre Zahl bis Mitte der 2030er Jahre um 1,6 Millionen schrumpfen. "Bei niedriger Nettozuwanderung könnte die Zahl um 4,8 Millionen Personen sinken", schreibt das Statistische Bundesamt.

Von diesem Wandel würden die ostdeutschen Flächenländer stärker betroffen sein als die westlichen. In den Ballungsräumen werde die Erwerbsbevölkerung eher stabil bleiben als in ländlichen Regionen.

Wie stark steigt die Zahl der Menschen im Rentenalter?

Gegenläufig ist die Entwicklung bei den Menschen im Rentenalter (ab 67 Jahren). Sie steigt bis Mitte der 2030er-Jahre um etwa vier Millionen auf dann mindestens 20 Millionen. Die Zahl der ab 80-Jährigen bleibe bis Mitte der 30er Jahre relativ stabil zwischen 5,8 und 6,7 Millionen. "Danach wird die Zahl der Hochaltrigen und damit voraussichtlich auch der Pflegebedarf in Deutschland massiv zunehmen", berechnen die Statistiker.

„Ab Mitte der 2030er Jahre rücken die Babyboomer-Jahrgänge in die Altersgruppe der ab 80-Jährigen auf. In den 2050er und 2060er Jahren werden dann zwischen sieben und zehn Millionen hochaltrige Menschen in Deutschland leben“, sagte der Leiter der Abteilung Bevölkerung beim Statistischen Bundesamt, Karsten Lummer. „Diese Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur sind im Wesentlichen schon im heutigen Altersaufbau angelegt. Wir müssen mit diesem Alterungsprozess und den damit verbundenen Herausforderungen für die Gesellschaft umgehen“, forderte Lummer.

Wie groß ist die Bevölkerung in Deutschland 2070?

Die Entwicklung der Bevölkerungszahl insgesamt lässt sich weniger gut vorhersagen. In diesem Jahr nimmt die Bevölkerung in Deutschland aufgrund der hohen Zuwanderung vor allem aus der Ukraine von 83 Millionen auf gut 84 Millionen zu. Die weitere Entwicklung hängt dann von der Nettozuwanderung, Geburtenhäufigkeit und Lebenserwartung ab.

 - Copyright: Statistisches Bundesamt
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"Bei einer moderaten Entwicklung der Geburtenhäufigkeit und der Lebenserwartung sowie einer moderaten Nettozuwanderung von durchschnittlich 290.000 Personen pro Jahr würde die Bevölkerung bis 2031 auf 85 Millionen Menschen wachsen und dann bis 2070 auf 83 Millionen zurückgehen", berechnen die Statistiker. Bei einer niedrigen Nettozuwanderung von 180 000 Personen pro Jahr würde die Bevölkerungszahl auf 75 Millionen Menschen im Jahr 2070 sinken. Bleibt der Zuwanderungssaldo auf dem Niveau des vergangenen zehn Jahr von durchschnittlich 400.000 Menschen pro Jahr würde die Bevölkerungszahl auf 90 Millionen anwachsen.

 - Copyright: Statistisches Bundesamt
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Experten für den Arbeitsmarkt halten eine Zuwanderung von 400.000 bis 500.000 Menschen pro Jahr allein in den Arbeitsmarkt für nötig, um die Arbeitskräftelücke zu schließen und den Wohlstand auch bei wachsenden Ausgaben für Ruhegehälter, Gesundheit und Pflege halten zu können.