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Neue Afrika-Strategie: Schulze will zusätzliche Jobs schaffen

BERLIN (dpa-AFX) -Deutschlands Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika soll sozialer, ökologischer und feministischer werden. Dieses Ziel verfolgt die neue Afrika-Strategie, die Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Das grundlegend überarbeitete Konzept basiere auf "Respekt und Fairness", erläuterte Schulze. Das sei nicht nur moralisch richtig, sondern auch im Eigeninteresse von Deutschland und Europa: "Wie wir heute mit dem afrikanischen Kontinent umgehen, entscheidet mit darüber, wie er morgen mit uns umgeht."

Die Ministerin verwies darauf, dass die Hälfte der Afrikaner jünger als 20 ist und die Bevölkerung auf dem Kontinent bis Mitte des Jahrhunderts von 1,4 auf 2,5 Milliarden Menschen anwachsen könne. Deshalb müssten dort jährlich 25 Millionen zusätzliche Jobs entstehen. "Es sind Jobs, die den Unterschied machen zwischen Perspektivlosigkeit, Frust und Instabilität auf der einen Seite und Entwicklung, Innovation und Bewältigung von Krisen auf der anderen Seite", sagte Schulze. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze soll künftig aber zwingend auf faire Löhne, Umweltverträglichkeit und die Förderung von Frauen geachtet werden.

Die Reaktionen auf die neue Afrika-Strategie fielen verhalten aus. So bemängelten die kirchlichen Hilfswerke Misereor und Brot für die Welt das Fehlen einer klaren strategischen Ausrichtung - etwa bei der Bekämpfung des Hungers. Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft mahnte eine stärkere Unterstützung für das Engagement deutscher Unternehmen in Afrika an. Auch der entwicklungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Volkmar Klein (CDU), kritisierte, für die Schaffung neuer Jobs gebe es vorwiegend Schlagworte statt konkreter Lösungsansätze. Ähnlich äußerte sich Cornelia Möhring von der Linken: "Letztlich bleibt wie so oft im Nebel, was denn konkret getan werden soll."