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Neu im Kino: „Der flüssige Spiegel“: Was bleibt, wenn wir Abschied nehmen

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Eine frühe Totale dieses Films zeigt einen namenlosen Vorplatz in Paris, einen Transitraum ohne Eigenschaften. Die achtlos vorbeieilenden Passanten werfen die langen Schatten des späten Nachmittags, im Hintergrund hört man das metallische Geräusch von abbremsenden Zügen. Als es langsam dunkel wird, scheinen sich die Menschen plötzlich zu verdoppeln.

Sie laufen nebeneinander her und werden zugleich durchsichtig, wie auf einer Mehrfachbelichtung. Es ist eine dieser Szenen, die zunächst ratlos stimmen und dann in der Rückschau zu den besten gehören.

Denn „Der flüssige Spiegel“, der zweite handelt auf eine sehr poetische, zugleich unangestrengte Weise vom Abschiednehmen, vom Verschwinden, von der Frage, wohin wir gehen, wenn wir sterben – und davon, was von uns bleibt.

„Der flüssige Spiegel“: Der Trailer zum Film

Regisseur Stéphane Batut, der bislang als Casting-Direktor arbeitete und an mehr als 60 Filmen beteiligt war, verzichtet in seinem Spielfilmdebüt auf die großen Namen von Juliette Binoche bis Isabelle Huppert, die alle in seinem Mobiltelefon gespeichert sein dürften.

Juste sucht Unerlöste, die er in die Unterwelt führen soll.<span class="copyright">Filmkinotext</span>
Juste sucht Unerlöste, die er in die Unterwelt führen soll.Filmkinotext

Er erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, Juste (Thimothée Robart), der sich nachts an einem See wiederfindet – und den die Menschen, von einigen seltsamen Ausnahmen abgesehen, offenbar nicht mehr sehen können. Kurze Zeit später findet er sich in einer Art Behandlungszimmer wieder, doch die Frau im weißen Kittel, die sich nur „Kramarz“ nennt (Saadia Bentaïeb), ist keine Ärztin.

Sie erteilt Juste den Auftrag,...

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