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Netflix vs. AT&T – Welche ist die bessere Aktie?

Robert Izquierdo
·Lesedauer: 4 Min.

AT&T (WKN: A0HL9Z) hat es dank der Einführung von HBO Max im vergangenen Jahr direkt mit Netflix (WKN: 552484) und anderen Video-Streaming-Rivalen aufgenommen. Aber jeder Vergleich zwischen Netflix und AT&T bedeutet auch eine Einordnung, wie der Streaming-Dienst von AT&T in das größere Geschäftsmodell passt.

Ist AT&T unter diesem Gesichtspunkt ein besserer Aktienkauf als Netflix? Schauen wir doch mal, wie der Telekom-Titan im Vergleich zum Streaming-Pionier abschneidet.

AT&Ts Strategie

Trotz HBO Max sind die Hauptkonkurrenten von AT&T nicht Unternehmen wie Netflix, sondern vielmehr Gesellschaften wie Verizon Communications.

Da der US-Telekommunikationsmarkt fast gesättigt erscheint, sind AT&T und seine Konkurrenten gezwungen, sich gegenseitig Kunden wegzuschnappen. Nur so ist die Zahl der Abonnenten zu erhöhen. Die Kunden zu halten, hat für AT&T oberste Priorität, und wie CEO John Stankey sagte: „HBO Max ist der Schlüssel dazu.“

Durch die Bündelung von Telekommunikationsdiensten mit HBO Max will AT&T Kunden binden und gleichzeitig einen höheren durchschnittlichen Abonnementpreis erzielen. Dazu hat AT&T im vergangenen Dezember Signale gesetzt. Man hat verkündet, seine von WarnerMedia produzierten Kinofilme zur gleichen Zeit auf HBO Max zu veröffentlichen, zu der sie 2021 in die Kinos kommen.

Die Ergebnisse des vierten Quartals deuten darauf hin, dass die Strategie Wirkung zeigt. AT&T verzeichnete das zweite Quartal in Folge ein Wachstum bei den Postpaid-Kunden, den wertvollsten Kunden der Telekommunikationsbranche. AT&T konnte 1,2 Millionen Postpaid-Kunden hinzugewinnen. Das ist der höchste Nettozuwachs seit geraumer Zeit.

via YCharts

Dieses Wachstum ging einher mit der zweitniedrigsten Abwanderung von Postpaid-Kunden in der Geschichte des Unternehmens. Außerdem verdoppelte sich die Zahl der HBO Max-Abonnements im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal.

Doch trotz dieser vielversprechenden Trends hat AT&T seit dem Ausbruch der Pandemie zu kämpfen. Der Umsatz des Unternehmens für das Gesamtjahr 2020 sank von 181,2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2019 auf 171,8 Mrd. US-Dollar.

Der Umsatzrückgang schadet den Bemühungen des Unternehmens, eine massive Schuldenlast abzutragen. Die ist durch die Übernahme von TimeWarner (einschließlich HBO) und DIRECTV entstanden. Letzterer ist quasi ein Anker, der an AT&T zieht, da der Dienst Abonnenten verliert.

Die finanziellen Auswirkungen wurden vielleicht am deutlichsten, als das Unternehmen seine Dividende im Jahr 2020 erstmals nach 36 aufeinander folgenden Jahren nicht erhöhte. Die Dividende ist einer der Hauptgründe, die für die Aktie sprechen.

Der Erfolg von Netflix

Netflix leistete Pionierarbeit im Bereich der Streaming-Videounterhaltung und konnte so über Jahre hinweg irres Umsatzwachstum verkünden.

via YCharts

Dieser Trend setzte sich auch im letzten Quartal fort. Netflix erlebte ein starkes viertes Quartal, in dem die Zahl der bezahlten Abonnements im Jahresvergleich um 21,9 % stieg.

Für das erste Quartal rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Mitgliederwachstum auf 209,7 Millionen Abonnenten gegenüber 203,7 Millionen im Vorquartal. Netflix erwartet außerdem, dass der Umsatz im ersten Quartal 7,1 Mrd. US-Dollar erreichen wird. Das entspricht einem Anstieg von 23,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Mitgliederwachstum wurde durch den Lockdown begünstigt. Aber wenn man sich die Zahlen genauer ansieht, ist es auch das Ergebnis einer erfolgreichen Strategie. Netflix investierte in Inhalte, die für ein internationales Publikum attraktiv sind. Das Unternehmen entwickelte eigene Produktionen in Deutsch, Koreanisch, Spanisch und anderen Sprachen.

Infolgedessen wurde das Mitgliederwachstum von Netflix durch die internationale Akzeptanz angetrieben. Von den zusätzlichen Nettomitgliedschaften im Jahr 2020 kamen 83 % aus Märkten außerhalb Nordamerikas. Noch besser ist, dass diese lokalen Titel auch eine globale Anziehungskraft besitzen. Die französischsprachige Serie Lupin war ein weltweiter Hit und belegte in den USA den zweiten Platz in den Top 10 von Netflix.

Diese Strategie verheißt Gutes für die Fähigkeit, weiterhin Abonnentenwachstum und Umsatz zu erzielen. Darüber hinaus gab CFO Spencer Neumann an, dass das Unternehmen eine Wende vollzogen hat. Er erwartet, in diesem Jahr die Gewinnschwelle auf Cashflow-Basis zu erreichen und ab 2022 einen positiven Cashflow zu erzielen.

Trotz der erfolgreichen Strategie verlor Netflix Marktanteile, da immer mehr Konkurrenten auf den Plan traten. Wie Co-CEO und Chief Content Officer Ted Sarandos sagt, verlangen die Kunden großartige Unterhaltung und sind bereit, für mehr als einen Streaming-Dienst zu zahlen.

Das Fazit

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Netflix der bessere Kauf. Das beständige Umsatz- und Abonnentenwachstum, der stetige Weg zu einem positiven Cashflow im kommenden Jahr und seine Widerstandsfähigkeit angesichts des harten Wettbewerbs sind wichtige Faktoren.

AT&T hingegen muss über Jahre hinweg seine Schulden abbauen. Dies und die beträchtlichen Dividendenausschüttungen, die sich im Jahr 2020 auf fast 15 Mrd. US-Dollar belaufen, behindern die Fähigkeit des Unternehmens, ins Geschäft zu investieren.

Derzeit ist Netflix hier also der klare Gewinner.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und empfiehlt Aktien von Verizon Communications. Robert Izquierdo besitzt Aktien von AT&T. Dieser Artikel erschien am 2.3.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021