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In Netflix-Skandal-Doku: Harry vergleicht Meghan mit seiner Mutter Diana

Seit 8. Dezember gibt es die ersten drei Folgen der Netflix-Dokuserie "Harry & Meghan" zu sehen. (Bild: Netflix)
Seit 8. Dezember gibt es die ersten drei Folgen der Netflix-Dokuserie "Harry & Meghan" zu sehen. (Bild: Netflix)

Kaum eine Netflix-Doku schlug im Vorfeld derart hohe Wellen wie "Harry & Meghan". Die erwartete Abrechnung mit den Royals bleibt zumindest in der Auftaktfolge aus. Stattdessen erhebt Prinz William schwere Vorwürfe gegen die Boulevardpresse - und macht Ähnlichkeiten Meghans mit seiner Mutter Diana aus.

Auf teure Werbung konnte Netflix bei dieser Dokumentation vorab verzichten: Mit dem Trailer zur Doku-Serie "Harry & Meghan" war dem Streamingdienst weltweite Aufmerksamkeit sicher. In der sechsteiligen Serie würden Prinz Harry und Herzogin Meghan ihre Beziehung und ihr Kennenlernen rekapitulieren, so das Versprechen der Macher um Emmy-Preisträgerin und Regisseurin Liz Garbus.

Doch, und das interessierte Boulevardmedien besonders, auch der Rücktritt des Ehepaares von ihren royalen Pflichten im britischen Königshaus würde Thema sein. Nach der Auftaktfolge der Reihe, die am 8. Dezember bei Netflix debütierte, muss man konstatieren: Der große royale Skandal bleibt (noch) aus.

Zum Auftakt von "Harry & Meghan" dominiert die Liebesgeschichte zwischen dem Royal und der einstigen Schauspielerin. (Bild: Netflix)
Zum Auftakt von "Harry & Meghan" dominiert die Liebesgeschichte zwischen dem Royal und der einstigen Schauspielerin. (Bild: Netflix)

Harry entdeckte Meghan bei Snapchat samt Hundeohren-Filter

Zunächst konzentriert sich "Harry & Meghan" auf den Beginn der besonderen Liebesgeschichte des Royals mit der damaligen Schauspielerin Meghan Markle. "Ich hatte fest vor, Single zu bleiben und einfach Spaß mit den Mädels zu haben", blickt Meghan auf das Jahr 2016 zurück. Sie habe durch Europa reisen wollen. "Dann kam er und hat meinem Leben eine echte Wendung gegeben."

Prinz Harry entdeckte den damaligen "Suits"-Star in einem Snapchat-Video einer Freundin, samt Hundeohren-Filter. Wenig später trafen sich die beiden erstmals auf ein Date, am Rande des Wimbledon-Turniers in London. "Er war einfach so erfrischend lustig. Wir waren zusammen wie Kinder", erinnert sich Meghan in der Doku. Schon am nächsten Abend sahen sich die beiden wieder - und beschlossen, es gemeinsam als Paar zu probieren.

Harry und Meghan lernten sich 2016 kennen. (Bild: Getty Images)
Harry und Meghan lernten sich 2016 kennen. (Bild: Getty Images)

"Als ich Meghan kennenlernte, hatte ich Angst, dass die Medien sie vertreiben könnten"

Verpixelte Pärchenfotos und eingeblendete Chats zeugen von dem Kennenlernen und der Fernbeziehung des späteren Glamourpaares - damals noch im Schatten der Öffentlichkeit. "Als ich Meghan kennenlernte, hatte ich Angst, dass die Medien sie vertreiben könnten", gibt Harry zu. Bislang seien alle seine Beziehung an dem öffentlichen Interesse und aufdringlichen Paparazzi zerbrochen. "Ich dachte, wie kann ich je eine Frau finden, die bereit und in der Lage dazu ist, all das zu ertragen, was damit einhergeht, mit mir zusammen zu sein." Trotz dieser Angst habe er Meghan aber sein Herz geöffnet. In vielem sei Meghan Harrys Mutter Diana ähnlich: "Sie hat das gleiche Mitgefühl, das Selbstvertrauen und diese warmherzige Art."

Neben den Anfängen der Liebesbeziehung beherrscht das belastete Verhältnis Harrys zur Boulevardpresse die Auftaktfolge von "Harry & Meghan". Schon als Kind seien Paparazzi laut Harry omnipräsent gewesen: "Es gab kaum Urlaube, in denen nicht jemand mit einer Kamera aus einem Busch gesprungen ist." Aus royalen Kreisen sei die Ansage gewesen: "Reagiert nicht, geht nicht auf sie ein." Doch besonders Prinzessin Diana sei das aufdringliche Verhalten von Reportern und Fotografen an die Nieren gegangen, beschreibt Harry: "Ich erlebte diese Tränen mit. Ich sah es immer in Mums Gesicht." Diana habe sehr mit diesem Leben zu kämpfen gehabt.

Auch deshalb sehe es Harry heute als seine "Pflicht, die Ausbeutung und Bestechung in unseren Medien aufzudecken". Weiterhin erklärt er: "Kaum jemand kennt die ganze Wahrheit. Wir kennen sie, die Institution kennt sie, die Medien kennen sie. Ich glaube, jeder in meiner Situation hätte dasselbe getan."

Von ihren royalen Pflichten haben sich Harry und Meghan zurückgezogen. (Bild: Matt Dunham - WPA Pool / Getty Images)
Von ihren royalen Pflichten haben sich Harry und Meghan zurückgezogen. (Bild: Matt Dunham - WPA Pool / Getty Images)

Royale Devise nach Dianas Tod: "Keine Gefühle zeigen, rausgehen, Hände schütteln"

Zwischen Archivmaterial von der Krönung von Elizabeth II., Kindheitsurlauben und Paparazzi-Jagden bleibt die von vielen selbsternannten Royal-Experten prophezeite Generalabrechnung mit dem britischen Königshaus zumindest in Folge eins von "Harry & Meghan" aus. Nur zwischen den Zeilen liest man heraus, dass Harry immer wieder frustriert und enttäuscht von dem Königshaus gewesen sein muss. Nach dem Tod Dianas etwa habe es an Unterstützung für ihn und seinen Bruder William gefehlt, lässt Harry in einem Nebensatz fallen. "Keine Gefühle zeigen, rausgehen, Hände schütteln", sei nach der Beerdigung seiner Mutter die vom Palast ausgegebene Devise gewesen.

Der Rückzug von den royalen Pflichten - in den britischen Boulevardmedien als "Megxit" getauft - ist erst in den kommenden Folgen Thema. Auch pikante Enthüllungen zum Königshaus sind zu erwarten. Immerhin erklärt Meghan zu Beginn die Intention der Dokumentation folgendermaßen: "Wenn man schon so lange das Gefühl hat, dass die Leute nicht wissen, wer man ist, ist es schön, die Gelegenheit zu haben, ihnen einen besseren Eindruck davon zu geben, was passiert ist und wer wir sind."

Diese Eindrücke werden jedoch ausschließlich aus der Sicht von Harry und Meghan geschildert. Zu Beginn der ersten Folge weist ein Disclaimer darauf hin, dass andere Mitglieder der königlichen Familie Interviews im Rahmen der Dokumentation abgelehnt hätten. Außerdem wichtig: Alle Interviews, die in der Doku-Serie verwendet wurden, wurden bis August 2022 aufgezeichnet, also noch vor dem Tod von Queen Elizabeth II.

"Ich will meine Familie schützen", erklärt Prinz Harry in der Netflix-Dokuserie seinen Rückzug von den royalen Pflichten. (Bild: Toby Melville - Pool / Getty Images)
"Ich will meine Familie schützen", erklärt Prinz Harry in der Netflix-Dokuserie seinen Rückzug von den royalen Pflichten. (Bild: Toby Melville - Pool / Getty Images)

Britische Boulevardpresse sieht in Netflix-Doku "Kriegserklärung"

Die britische Presse hat derweil ihr Urteil schon gefällt. Größtenteils liest man dieser Tage kritische Artikel, Harry und Meghan wird ein unnötiges Nachtreten vorgeworfen. In der Regenbogenpresse waren Schlagzeilen wie "Harry, hasst du deine Familie wirklich so sehr?" ("Daily Express") zu lesen, andere Blätter wie die "Daily Mail" und "The Sun" sehen in der Netflix-Doku eine "Kriegserklärung" an das Königshaus.

Eines scheint sicher zu sein: Die sechsteilige Reihe dürfte das zuletzt angeknackste Verhältnis zwischen Harry und Meghan und der britischen Krone nicht gerade verbessern. Gleiches gilt für die Biografie Harrys, "Spare", die für Frühjahr 2023 angekündigt ist und von der Royal-Expertinnen weitere Enthüllungen mit Sprengkraft erwarten.

Hinweis: Dieser Text bezieht sich ausschließlich auf die erste Folge der Netflix-Dokuserie "Harry & Meghan". Die ersten drei Episoden stehen seit 8. Dezember zum Streamen bereit. Weitere drei Folgen starten am 15. Dezember.