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Warum Netflix die perfekte Coronavirusaktie ist

Andrew Tseng

Für die meisten Menschen ist Netflix (WKN: 552484) eine gehypte und teure Technologieaktie, die bei einer Marktkorrektur wahrscheinlich abstürzen dürfte. Im Vergleich zum breiteren Markt sind die Netflix-Aktien allerdings nicht so stark gefallen. Der Grund dafür ist, dass Netflix für die aktuelle Lage gut aufgestellt ist. Ich würde es sogar als die perfekte Coronavirusaktie bezeichnen. Warum?

Bereits gut positioniert

Netflix gehörte bereits vor der aktuellen COVID-19-Angst zu den am besten positionierten Unternehmen der Welt. Mit 167 Millionen zahlenden Abonnenten weltweit und den mehr als 20 Milliarden USD, die diese dem Unternehmen einbringen, ist das Unternehmen anderen Streaming-Anbietern Lichtjahre voraus. Dies ermöglicht es Netflix, im vergangenen Jahr etwa 15 Milliarden USD für Eigenproduktionen auszugeben, dieses Jahr sogar noch mehr. Das vergrößert den Abonnentenstamm, was zu mehr Einnahmen führt, die das Management in neue Inhalte reinvestieren kann – was wiederum zu mehr Abonnenten führt. Diesen Kreislauf hat Netflix für schnelles Wachstum genutzt.

So kann das Unternehmen auch in fast alle Märkte der Welt expandieren. Das ist noch ein langer Weg, denn es könnte in den nächsten zwei Jahrzehnten leicht über 1,6 Milliarden globale Haushalte mit Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen geben. Das würde darauf hindeuten, dass der derzeitige Abonnentenstamm von Netflix nur etwa 10 % seiner weltweiten Möglichkeiten in den nächsten 20 Jahren ausmacht.

Coronavirus bedeutet mehr Zeit zu Hause

Die Ausbreitung des Coronavirus und die daran angeknüpfte Panik veranlasst mehr Menschen auf der ganzen Welt, zu Hause zu bleiben. Entweder weil sie krank sind oder Angst haben, krank zu werden. In einigen Ländern gilt dies für eine große Zahl von Menschen. So hat beispielsweise Italien kürzlich als Reaktion auf die Pandemie das ganze Land abgeriegelt.

Je mehr Menschen ans Haus gefesselt sind, desto mehr Zeit werden diese Menschen wahrscheinlich mit Netflix verbringen. Wir wissen, dass das Engagement der Abonnenten die Kundenbindung fördert, was zu mehr Einnahmen führt. Und diejenigen, die Netflix noch nicht abonniert haben oder derzeit nicht abonnieren, werden sich mit größerer Wahrscheinlichkeit anmelden, wenn sie ans Haus gefesselt sind.

Quasi rezessionssicher

Selbst in einem makroökonomischen Abschwung ist Netflix gut positioniert. Wenn viele Arbeitsplätze gestrichen werden, führt das dazu, dass mehr Menschen zu Hause sind, jedenfalls kurzfristig. Wiederum also mehr Zeit für Netflix. Gut, viele werden jeden Cent zweimal umdrehen, aber wohl den Rotstift zuerst bei Restaurantbesuchen und Reisen ansetzen.

Im Gegensatz dazu ist Netflix recht günstig bepreist. In den Vereinigten Staaten kostet es nur 12,99 USD pro Monat. In anderen Märkten der Welt sind die Preise relativ ähnlich oder niedriger. Der Service ist auch besonders preiswert, wenn man bedenkt, dass es ein unbegrenztes Unterhaltungsprogramm bietet, und die Netflix-Abonnenten nehmen das Angebot in hohem Maße an.

Letztes Jahr sagte Cindy Holland, Vice President für Eigenproduktionen, dass die Netflix-Abonnenten das Programm durchschnittlich zwei Stunden pro Tag sehen. Das bedeutet, dass Netflix durchschnittlich 0,22 USD pro Stunde Unterhaltung kostet, was wohl zu den billigsten Formen der Unterhaltung gehört. Alternativen wie Essen gehen, ins Kino gehen oder einen Film ausleihen kosten pro Stunde sehr viel mehr.

Deshalb bietet Netflix seinen Kunden einen enormen Wert und dürfte wohl relativ krisensicher sein. Deswegen sollte man als Anleger Netflix als die perfekte Coronavirusaktie betrachten.

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Andrew Tseng besitzt Aktien von Netflix. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix. Dieser Artikel erschien am 14.3.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020