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"Face to Pay": Nestlé will Kunden per Gesichtserkennung bezahlen lassen

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Bezahlen an der Kasse mit Scheinen und Münzen wird immer mehr zu einem Relikt der Vergangenheit. Selbst das Smartphone soll als Bezahlmethode bald ausgedient haben. Geht es nach Nestlé, sollen Menschen künftig mit ihren Gesichtern bezahlen.

Nestlé testet an eine neue Zahlmethode (Bild: Kristoffer Tripplaar/ddp/Sipa USA)

Bar zahlen war gestern. Unsere Rechnungen begleichen wir heute schon mal gerne mit EC- und Kreditkarten. Auch Online-Bezahldienste wie PayPal setzen sich immer mehr durch. An der Kasse greifen wir immer öfters nach dem Smartphone statt nach dem Portemonnaie. Die digitale Technologie schreitet voran und ist nicht mehr aufzuhalten. Das zeigt auch die neueste technologische Errungenschaft, die Nestlé derzeit testet. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern will den Kunden künftig mit seinem Gesicht bezahlen lassen.

So funktioniert das System

Nestlés neue Bezahlmethode funktioniert denkbar einfach, dahinter steckt aber viel Technologie und Datentransfer. Um von "Face to Pay" zu profitieren, muss der Kunde vorab die App mit dem Namen "Face to Pay Nestle Market" herunterladen. Die Anwendung soll sowohl mit Android- als auch mit iOS-Smartphones kompatibel sein. Nach der Registrierung muss er dort als nächstes neben den Zahlungs- auch seine biometrischen Daten hinterlassen.

Diese benötigt das System im jeweiligen Geschäft, wo der Kunde sich nicht mehr an der Kasse anstellen muss. Er bezahlt seine Ware vielmehr an einer Art Terminal. Diese "Checkout-Kamera", wie die Technik in einer Pressemitteilung genannt wird, macht vom Kunden ein Foto, welches mit den in der App gespeicherten Informationen verglichen wird. Stimmen die Daten überein, erfolgt die Zahlung, ohne dass der Kunde "irgendeine physische Bezahlmethode (Karte, Smartphone, Bar) zu benutzen braucht".

Die "Checkout-Kamera" von Nestlé und CaixaBank: Gesicht vor die Kamera halten und schon ist die Ware bezahlt. (Bild: CaixaBank/Nestlé)

Ein System, mehrere Partner

Die genannte Pressemitteilung stammt von der spanischen Privatkundenbank CaixaBank, mit der Nestlé bei "Face to Pay" kooperiert. Die Bank hat das System zusammen mit dem Payment Innovation Hub entwickelt, einer Allianz, der neben der CaixaBank auch die Unternehmen Global Payments Inc., Visa, Samsung und Arval angehören. Spanien ist auch das Land, in dem der Nahrungsmittelkonzern die neue Bezahlmethode testet. Das Pilotprojekt wurde kürzlich in einem Markt der katalanischen Stadt Esplugues de Llobregat in der Provinz Barcelona eingeführt und dauert insgesamt drei Monate.

Mit der Technologie, das unabhängig von Geldinstituten oder Kartenanbietern funktionieren soll, vermarkten sich Nestlé als "Pionier in digitaler Innovation und ihren Einfluss auf das Einkaufsgewohnheiten der Kunden". Gänzlich neu ist die Bezahlmethode mittels Gesichtserkennung indes nicht. In China gibt es sie bereits seit einigen Monaten.