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Nestlé-Aktie zeigt (weiterhin), wie günstig jetzt eigentlich General Mills ist!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Ja, die Aktien von Nestlé (WKN: A0Q4DC) und General Mills (WKN: A0Q4DC) besitzen eine grundsätzliche Vergleichbarkeit: Auch wenn die Portfolios verschiedene Qualitäten und vor allem Quantitäten aufweisen, so handelt es sich doch um zwei eher defensive und dividendenstarke Akteure aus dem Bereich der Lebensmittel. Ein Geschäftsmodell, das in COVID-19-Zeiten besonders gefragt sein könnte.

Wenn du mich fragst, ist jetzt jedoch nicht die Frage, welche dieser Aktien attraktiver ist. Nein, sondern gemessen an der fundamentalen Bewertung ist General Mills einfach bedeutend preiswerter. Die Frage ist daher eher: Um wie viel attraktiver ist jetzt die Aktie von General Mills? Nestlé erweist uns hier einen tollen Dienst, wenn es um die Vergleichbarkeit wesentlicher Eckpunkte geht.

Die fundamentale Bewertung im Allgemeinen!

Bereits der Blick auf die fundamentale Bewertung im Allgemeinen zeigt eine deutliche Diskrepanz dieser zwei Lebensmittelkonzerne. Um mit Nestlé, dem heutigen Referenzwert, anzufangen: Derzeit beläuft sich der Aktienkurs auf 103,10 Schweizer Franken (30.10.2020, maßgeblich für alle Kurse und Bewertungen). Gemessen an einem 2019er-Gewinn je Aktie von 4,30 Schweizer Franken läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis aktuell bei rund 24. Bei einem Jahresumsatz von zuletzt 31,55 Euro liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei über 3.

General Mills hingegen kann hier mit einer deutlich günstigeren Bewertung punkten: Gemessen an einem aktuellen Aktienkurs von 59,12 US-Dollar und einem 2020er-Gewinn je Aktie in Höhe von 3,59 US-Dollar läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei ca. 16,5. Zudem kam der US-Konzern im letzten Geschäftsjahr, das übrigens per Ende Frühjahr endete, auf einen Umsatz je Aktie von 28,74 US-Dollar, wodurch sich das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf knapp über 2 beläuft.

Die Vorjahreswerte sprechen daher für einen bedeutenden Discount beim US-Konzern im Vergleich zu Nestlé. Allerdings ist das nicht alles, wie auch der Blick auf die aktuellen Zahlen unterstreicht.

Nestlé vs. General Mills: Der Q-Vergleich!

Auch der Blick auf die Quartalszahlen offenbart nämlich, dass Nestlé eher über ein moderates Wachstum verfügt, das mitsamt der teureren Bewertung die fundamentale Ausgangslage noch hochpreisiger erscheinen lässt. Der Schweizer Lebensmittelriese verkündet auf Quartalsbasis zwar keine Ergebniszahlen. Das Umsatzwachstum innerhalb der ersten neun Monate ist mit einem Zuwachs von 3,5 % und einem internen Realwachstum von 3,3 % jedoch vergleichsweise gering gewesen.

Der Konzernumbau und eine höhere Profitabilität könnten zwar zu höheren Ergebnissen führen. Nominal ist der Konzernumsatz aufgrund des Verkaufs von Unternehmensanteilen jedoch sogar um 9,4 % im Jahresvergleich zurückgegangen. Das sollten Foolishe Investoren jetzt ebenfalls würdigen.

General Mills hingegen blüht in Zeiten von COVID-19 und der Epidemie regelrecht auf: Im letzten Quartal konnte der US-Konzern ein Umsatzwachstum von 9 % im Jahresvergleich verkünden, wobei das organische Wachstum sogar bei 10 % im Jahresvergleich gelegen hat.

Das Ergebnis je Aktie legte auf bereinigter Basis sogar um starke 27 % auf 1,00 US-Dollar zu. Beziehungsweise nominell um 21 % auf 1,03 US-Dollar. Ein deutlich rasanteres Wachstum, das wir mit Blick auf die fundamentale Ausgangslage ebenfalls würdigen sollten. Sollte das Momentum das laufende Geschäftsjahr über anhalten, so könnte General Mills auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 15 kommen. Das wäre noch einmal deutlich preiswerter.

Dividendenvorzüge bei General Mills

Keine Frage: Die Aktie von Nestlé besitzt ebenfalls starke Dividendenvorzüge. So handelt es sich bei der Aktie inzwischen fast um einen Dividendenaristokraten mit weit über zwei Jahrzehnten jährlich steigender Dividendenzahlungen. Die derzeitige Dividendenrendite ist jedoch, gemessen an einer zuletzt ausgeschütteten Dividende von 2,70 Schweizer Franken, mit 2,61 % eher gering. Zudem wurden hier zuletzt 62,8 % des 2019er-Gewinns für die Dividende verwendet, was auf weniger Potenzial schließen lässt.

General Mills hingegen verfügt über eine ebenfalls starke Dividende, die seit einigen Jahrzehnten zumindest stets Dividenden auf Vorjahresniveau vorsieht. Die gerade frisch erhöhte Quartalsdividende von jetzt 0,51 US-Dollar entspräche bei dem aktuellen Aktienkurs zudem einer Dividendenrendite von 3,45 %, was ebenfalls bedeutend höher ist als die Nestlé-Dividende.

Gleichzeitig werden hier rund 51 % des Gewinns je Aktie für die Dividende verwendet, was auf noch mehr Spielraum schließen lässt. Beziehungsweise die Möglichkeit, Schulden zu reduzieren oder das Portfolio zu erweitern. Auch hier macht sich die günstigere fundamentale Ausgangslage insgesamt bemerkbar.

Meine Wahl ist klar!

Für mich steht daher fest, welche Aktie die attraktivere ist: Nämlich die von General Mills. Am Beispiel von Nestlé können wir derzeit hervorragend erkennen, wie preiswert die Bewertung ist. Wer weiß: Vielleicht habe ich ja auch dich jetzt auf den Geschmack gebracht.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Nestlé.

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