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Nestlé-Aktie: 4-Mrd.-US-Dollar-Deal?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Die Nestlé-Aktie (WKN: A0Q4DC) macht im Konzernumbau weiterhin eine Menge Schlagzeilen. Nachdem in den vergangenen Quartalen und sogar ein, zwei Jahren eine Menge Standorte und Marken überprüft worden sind, dürfte sich der Umbau inzwischen seiner finalen Phase nähern.

Oder seiner vorläufig finalen Phase? Jetzt wird jedenfalls ein weiterer Deal kolportiert, der möglicherweise ein Volumen von bis zu 4 Mrd. US-Dollar haben könnte. Hier ist, was Foolishe Investoren zum Brodeln der Gerüchteküche vielleicht besser wissen sollten.

Nestlé-Aktie: Vielleicht ein neuer Deal

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könnte sich ein Deal zwischen Nestlé und One Rock anbahnen. Im Fokus dieses medialen Rauschens steht der Verkauf der Wassersparte in den USA. Das umfasst unter anderem Marken wie Pure Life, Poland Spring und eine Reihe weiterer Namen.

Nestlé hat bereits im letzten Jahr und im Sommer 2020 bekannt gegeben, dass man erwäge, sich zukünftig vermehrt aus dem Wassergeschäft zurückzuziehen. Lediglich die Premium-Marken S. Pellegrino und wenige weitere dürften demnach im Konzernportfolio verbleiben. Vermutlich, weil hier die operativen Margen deutlich höher sind.

Aber zurück zum Thema: Verhandelt wird der Quelle zufolge inzwischen exklusiv mit One Rock. Aber noch ergebnisoffen. Ein Deal könnte jedoch bereits im nächsten Monat verkündet werden und würde sich voraussichtlich auf 4 Mrd. US-Dollar einschließlich Schulden belaufen. Keine Frage: Damit würde die Nestlé-Aktie im Rahmen ihres Konzernumbaus einen weiteren großen Schritt vorankommen.

Fokus auf Qualität und Wachstum

Das Wassergeschäft besitzt mit Blick auf die Konzernstruktur und in der Breite die niedrigsten operativen Margen. Entsprechend scheint es bloß logisch, dass die Nestlé-Aktie hier den Rotstift ansetzt. Ein wesentliches Ziel im Rahmen des Konzernumbaus ist es schließlich, eine operative Marge von 18,5 % zu erreichen.

Zudem können die dadurch erlösten finanziellen Mittel Wegbereiter für neue Wachstumsmärkte sein. Beispielsweise in das stark wachsende Kaffee-Kapsel-Segment. Oder auch in vegane Produkte, die mittel- bis langfristig das Wachstum ankurbeln könnten. Insofern können wir auch diesen Schritt zunächst positiv werten.

Wobei Foolishe Investoren weiterhin auch einer Fragestellung auf den Grund gehen müssen: Die Lücken im Konzern, die zuletzt zu einem nominalen Rückgang des Konzernumsatzes von über 12 % beigetragen haben, müssen bald gestopft sein. Vor allem mit Blick auf die fundamentale Bewertung. Die Nestlé-Aktie wird derzeit schließlich mit einem 2019er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 24 gehandelt und kommt auf eine Dividendenrendite von unter 2,7 %. Wenn das Wachstum nicht nominell zurückkehrt, könnte die Bewertung Raum für eine Korrektur lassen.

Nestlé-Aktie: Watchlist!

Die Nestlé-Aktie macht daher weiterhin Schlagzeilen im Rahmen des Konzernumbaus. Allerdings ist es auch das Wachstum, das zukünftig zählt. Solange wird die Aktie der Schweizer bei mir zumindest auf der Watchlist bleiben. Idealerweise auch, bis die fundamentale Bewertung günstiger ist.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nestlé.

Motley Fool Deutschland 2021