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Nemetschek-Chef rechnet mit weniger Marge 2023 - Wachstumstrend bleibt

MÜNCHEN (dpa-AFX) -Der Bausoftwarehersteller Nemetschek DE0006452907 geht im derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld von verkraftbaren Belastungen aus. "Für das kommende Jahr sind wir noch in der Budgetplanung, erwarten aber weiterhin Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis auf hohem Niveau", sagte Nemetschek-Vorstandschef Yves Padrines im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Dass die Münchener ihre Software-Angebote derzeit stark auf Abonnements umstellen, wird die Geschäfte beeinflussen. "Wir werden kommendes Jahr eine etwas niedrigere operative Marge haben als in diesem Jahr", kündigte Padrines an. Den Wachstumstrend für Nemetschek und bei Software für das Bauwesen sieht er aber ungebrochen - und hält weiter Ausschau nach attraktiven Zukäufen.

"Offensichtlich trifft die konjunkturelle Lage auch die Baubranche", räumte Padrines ein. "Speziell in Europa haben sich vor allem in der Design- und Planungsphase einige Entscheidungen der Kunden etwas verzögert." In Asien und Nordamerika habe es in dem Bereich aber weiter ein starkes Wachstum gegeben. "Dieser Trend setzt sich auch im vierten Quartal fort", sagte der seit März amtierende Manager. Auch die anderen Segmente liefen momentan weiter stark.

Zuversicht versprüht Padrines auch darüber hinaus - trotz des aktuell konjunkturellen Gegenwinds insbesondere Europa: "Als Softwareunternehmen für die Bauindustrie glauben wir, sehr viel widerstandsfähiger zu sein als andere, insbesondere weil der Digitalisierungsgrad in der Bauwirtschaft noch sehr gering ist."

"Regulierungen sorgen zudem dafür, dass Unternehmen mehr und mehr auf Datenaustausch und Software setzen müssen", ergänzte Padrines. Viele westliche Länder hätten für öffentliche Ausschreibungen mittlerweile das offene Datenaustauschformat "Open BIM" verpflichtend vorgeschrieben, und auch in Asien gebe es eine starke Dynamik in diese Richtung. "Daher sehen wir weiterhin auch für die nächsten Quartale und Jahre eine starke Nachfrage und Wachstum.