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Die NEL-Aktie ist mir auch nach dem Megacrash noch zu teuer

·Lesedauer: 3 Min.
Börsencrash
  • Die NEL-Aktie ist um über 60 % abgestürzt.

  • Dabei steht NEL asa vor einer Dekade des starken Wachstums.

  • Doch der Wettbewerb ist hart und Unsicherheiten auf drei Ebenen bleiben.

Seit Jahren vergleiche ich immer mal wieder NEL (WKN: A0B733) mit Nordex (WKN: A0D655). Die beiden machen zwar nicht das Gleiche, aber ihre Technologien sind komplementär, wenn es darum geht, die Wasserstoffwirtschaft Realität werden zu lassen. Elektrolyse und Windkraft für grünen Wasserstoff, das passt zusammen.

Noch 2019 wurde Nordex deutlich höher bewertet als NEL. Danach zog der norwegische Anlagenbauer vorbei und war in der Spitze mehr als 5 Mrd. US-Dollar wert, wie man dem nachfolgenden Chartvergleich entnehmen kann.

Chart erstellt mit YCharts, Entwicklung der Marktkapitalisierung von NEL asa und Nordex in US-Dollar über 3 Jahre

Zuletzt ist der NEL-Kurs jedoch spektakulär um fast zwei Drittel eingebrochen. Obwohl auch Nordex sich alles andere als prächtig entwickelte, hat sie nach der jüngsten Eigenkapitalerhöhung wieder die Oberhand. Nun fragen sich interessierte Anleger, ob die NEL-Aktie wieder billig ist.

Darum könnte die NEL-Aktie jetzt attraktiv sein

Sicher ist, dass das Chance-Risiko-Verhältnis wieder attraktiver ist. Der Kurs befindet sich nun wieder im Bereich des mittelfristigen Aufwärtstrends. Und dieser Aufwärtstrend könnte gerechtfertigt sein. Schließlich hat sich der Gesamtmarkt deutlich weiterentwickelt und die internationale Politik hat sich dazu bekannt, große Summen als Anschubhilfe in das Segment zu investieren.

Immer mehr mächtige Akteure verpflichten sich dazu, zum Aufbau der Wasserstoffwirtschaft beizutragen, und stoßen zahlreiche industrielle Projekte an. Ende 2020 haben beispielsweise einige Lkw- und Tankstellenkonzerne die Interessensgemeinschaft H2Accelerate gebildet, um die Voraussetzungen für den Brennstoffzellen-Frachtverkehr zu schaffen.

Auch NEL selbst hat große Fortschritte gemacht. Mit Wood (WKN: A1JGY5) und Kvaerner (WKN: A1JA47) hat NEL starke Partner an seiner Seite, um Projekte jeder Größe entwickeln und stemmen zu können. Und vor wenigen Tagen kam SFC Energy (WKN: 756857) als Technologiepartner für integrierte Lösungen hinzu, nachdem NEL bereits im Mai mit First Solar (WKN: A0LEKM) ein ähnliches Bündnis geschlossen hatte.

Schritt für Schritt baut NEL so zusätzliche Potenziale auf, die sich im Laufe des Jahrzehnts entfalten sollten. Die NEL-Aktie bleibt definitiv ein spannendes Anlageobjekt.

Was mich noch von einem Investment abhält

Spätestens als sich der Aktienkurs im Mai 2019 der Marke von 1 Euro näherte, fand ich die Aktie überteuert. Und tatsächlich konnte man noch knapp ein Jahr später etwas günstiger einsteigen. Danach folgte jedoch der verrückte und bis Januar 2021 anhaltende Anstieg auf 3,40 Euro. Damit katapultierte der Markt den kleinen Spezialisten in eine Liga mit etablierten Technologiekonglomeraten, die Milliardenumsätze schreiben.

Das erschien dermaßen übertrieben, dass ein Einbruch eigentlich nur eine Frage der Zeit war. Und bei 1,33 Euro ist NEL immer noch etwas teurer bewertet als im Mai 2019, selbst wenn man übliche jährliche Kursgewinne im Bereich von 10 % einkalkuliert.

Über seine vielfältigen strategischen Partnerschaften hat sich NEL zwar innerhalb des Elektrolyse-Wettbewerbs in eine starke Ausgangssituation gebracht. Aber ob die Elektrolyse wirklich so groß wird, wie viele Experten und Branchenvertreter erwarten, ist noch längst nicht klar. Die Wege, um Wasserstoff zu erzeugen, sind vielfältig. Elektrolyse ist nur einer davon.

Ich erinnere mich, dass vor 15 Jahren alle rätselten, welche Technologie zur Nutzung der Sonnenenergie sich durchsetzen würde. Parabolrinnenkraftwerke gehörten zu den Favoriten, aber das Rennen hat die Photovoltaik gemacht.

Damit NEL in die aktuelle Bewertung reinwachsen kann, muss es also auf gleich drei Ebenen richtig gut laufen:

  • Erstens muss die Wasserstoffwirtschaft ein voller Erfolg werden,

  • zweitens muss die Elektrolyse die dominante Erzeugungstechnologie werden und

  • drittens muss NEL sich im Wettbewerb behaupten, was schwer genug ist, wenn man daran denkt, wie Cummins (WKN: 853121) sie in Spanien ausgestochen hat.

Am langfristigen Erfolg der Wasserstoffwirtschaft habe ich wenig Zweifel und NEL scheint insgesamt weiterhin sehr gut positioniert. Aber beim zweiten Punkt bin ich noch nicht zu 100 % überzeugt. Für meinen Geschmack müsste entweder die NEL-Aktie noch etwas mehr Sicherheitspuffer bieten oder die Unsicherheit geringer werden. Ich warte geduldig ab.

Der Artikel Die NEL-Aktie ist mir auch nach dem Megacrash noch zu teuer ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Cummins.

Motley Fool Deutschland 2021

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