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Nehmerqualität und Sky-is-the-limit-Mindset: Wie man auch ohne marktfähiges Produkt überzeugt

Anne Richs Startup Nature Pandan war bei der Ausstrahlung der Sendung "Die Höhle der Löwen" erst fünf Wochen alt. Die Verpackung war improvisiert und die Sampels, verrät sie, kamen ganz knapp.  - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer
Anne Richs Startup Nature Pandan war bei der Ausstrahlung der Sendung "Die Höhle der Löwen" erst fünf Wochen alt. Die Verpackung war improvisiert und die Sampels, verrät sie, kamen ganz knapp. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer

Anne Rich war noch nie auch nur einen Tag angestellt. In ihrem ganzen Leben nicht. Schon während des Studiums hat sie selbstständig gejobbt. Und ihren Lebensunterhalt verdient sie heute als Immobilienmaklerin mit eigener Firma. Darüber hinaus ist die 32-jährige Serien-Gründerin und Multi-Unternehmerin. Sie hat ein Kinderbuch geschrieben und ein Food-Startup gegründet. Ein Achtsamkeits-Journal hat sie auch mal entworfen und ein Zahnpulver vertrieben. Damit und mit dem Food-Startup hatte sie sich auch schon mal bei DHDL beworben, verrät sie Gründerszene.

Mit ihrem jüngsten Startup hat es nun geklappt. Die studierte Psychologin bekam ihren Auftritt in der Sendung „Die Höhle der Löwen“. Ein wahrgewordener „Lebenstraum“, wie sie sagt. Und wenn wir sagen „jüngstes Startup“: Anne Richs Firma war zum Zeitpunkt der Aufzeichnung superjung. Noch in Gründung. Und die Idee zu Nature Pandan gerade mal fünf Wochen alt, als sie vor den Löwen pitchte. Fünf Wochen!

Idee gehabt, Bewerbung geschrieben

„Ich hatte ja nie damit gerechnet, dass ich so schnell kontaktiert werde“, erklärt Rich im Gespräch mit Gründerszene. Sie habe nur schnell handeln wollen, nachdem ihr die Idee gekommen war, Pulver und Sirup aus der südostasiatischen Palmenart Pandan zu vertreiben. „Bevor mir jemand zuvorkommt, dachte ich, bewerbe ich mich lieber sofort.“ Goldene Startup-Regel: Move fast. Und: Erstmal machen. Nachfragen kann man später immer noch.

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Nach der Zusage etwa hätten Rich kurz Zweifel geritten. Also habe sie die Produzentin der Sendung kontaktiert und zugegeben: „Ich habe ja noch nicht mal eine Verpackung!“ Das sei egal, habe es nur geheißen.

Ralf Dümmel musste erstmal lachen, als die Gründerin etwas verschämt auf Nachfrage von Tijen Onaran zugab, so frisch am Start zu sein. Aber dann ließ er sich sehr begeistern und beschloss, gemeinsam mit Juror-Kollegen Nils Glagau 50.000 Euro für 30 Prozent der in Gründung befindlichen Firma zu bezahlen. Und auch wenn der Deal nach der Sendung nicht zustande kam: Die Investoren betonten alle und mehrfach, dass Anne Rich als Gründerin sie sehr überzeugt habe. „Wenn ich von etwas begeistert bin, dann brenne ich voll und will auch andere mitreißen“, sagt Rich. Schien bei ihrem Fernseh-Pitch geklappt zu haben.

Investoren schauen alle: Was ist der Gründer für ein Mensch?

Investoren sagen das oft. Auch solche, die nicht im Fernsehen ihre Deals machen. So gut wie jede Investorin, jeder Investor eines VCs kommt, wenn man nach „Investmentkriterien“ fragt, früher oder später auf den Faktor Mensch zu sprechen. Neben der Zusammensetzung des Gründerteams müssen die Individuen darin auch menschlich überzeugen.

Anne Rich bietet in dieser Kategorie beispielsweise große Nehmerqualitäten: In ihrer Laufbahn als Immobilienmaklerin habe sie bestens gelernt, mit Absagen umzugehen, erzählt sie. Die gehören schlichtweg dazu: „Wenn ich 50 Leuten eine Wohnung zeige, kauft sie nur einer.“ So seien auch einige ihrer bisherigen Unternehmen gescheitert, aber das sei okay, sagt sie. „Ich muss viel machen, um große Ziele zu erreichen. Aber nicht jede Maßnahme bringt Früchte. Das ist so.“

Auch habe ihr, erzählt die Unternehmerin aus Dresden, nie der Mut gefehlt, den ersten Schritt zu machen. Andere mag der Gedanke „Was, wenn es nicht klappt?“ abhalten, etwas auszuprobieren – überhaupt erst zu gründen. Bei Rich sei das anders: „Wenn etwas nicht klappt, dann freue ich mich, denn dann kann ich das Nächste ausprobieren.“ Sie trauere dem Scheitern nicht lange nach.

Auch eine Lösung: Halber Pivot

Das beweist sie auch im Fall des gescheiterten Deals: Auch wenn Rich die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass Pandan als Lebensmittel in der EU zugelassen werden könnte und aus ihrem Startup dann doch noch etwas wird, hat sie bereist einen halben Pivot hingelegt: Um Zuschauern der Sendung trotzdem etwas bieten zu können, hat sie nun ein indonesisches Kochbuch in der Mache. „Es gehört zu meiner Persönlichkeit, mich immer wieder neu zu erfinden. Und weil ich Unternehmerin bin, durch und durch, schaue ich da dann auch immer nach neuen Geschäftsmodellen.“