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Nasa startet unbemannte Mondmission Artemis 1

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa die unbemannte Mondmission Artemis 1 gestartet.

Start von Artemis 1. (Bild: Reuters)
Start von Artemis 1. (Bild: Reuters)

Die neue Riesenrakete vom Typ SLS hob am Mittwoch erstmals am Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab und brachte eine Orion-Kapsel ins All - diesmal noch ohne Besatzung. Mit Artemis 1 will die Nasa die Rückkehr von Menschen zum Mond vorbereiten.

Die Nasa hatte den geplanten Start der neuen Mondrakete im August und September zweimal wegen technischer Probleme kurzfristig absagen müssen. Ein für Ende September geplanter Start wurde dann wegen des Hurrikans "Ian" verschoben, zuletzt sorgte der Hurrikan "Nicole" für eine weitere Verzögerung.

"Was ihr heute geschafft habt, wird kommende Generationen inspirieren. Danke!"

Am Mittwoch gab es ein zweistündiges Zeitfenster für den Start. Bei der Vorbereitung traten erneut kleinere technische Probleme auf. Erst musste die Nasa die Einleitung von flüssigem Wasserstoff unterbrechen, weil ein Leck an einem Ventil entdeckt wurde. Später gab es dann noch Probleme mit einem Radar.

Eine knappe Dreiviertelstunde nach der Öffnung des Startfensters hob die Rakete um 01.48 Uhr (Ortszeit, 07.48 Uhr MEZ) endlich ab. "Was ihr heute geschafft habt, wird kommende Generationen inspirieren. Danke!", rief die für den Start zuständige Nasa-Managerin Charlie Blackwell-Thompson ihren jubelnden Teamkollegen zu.

Am Cape Canaveral an der Ostküste Floridas hatten sich schätzungsweise 100.000 Schaulustige versammelt, um den Raketenstart mitzuerleben. "Das war eine Erfahrung, auf die ich mich mein ganzes Leben lang gefreut habe", sagte der 55-jährige Todd Garland, der aus Kentucky nach Florida gekommen war.

SLS-Rakete ist die leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut wurde

Die SLS-Rakete ist die leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut wurde. Sie brachte die Orion-Kapsel erst in eine Erdumlaufbahn, wo die Kapsel ihre Triebwerke zündete und nach zwei Stunden aus dem Erdorbit geschossen wurde. Orion sei nun "auf dem Weg zum Mond", gab der Nasa-Manager Jim Free bekannt.

50 Jahre nach der bislang letzten Mondlandung will die Nasa mit der Artemis-1-Mission erneute Reisen von Menschen zum Mond vorbereiten. Die Orion-Kapsel soll während ihrer 26-tägigen Mission den Mond umrunden, aber nicht auf dem Erdtrabanten landen. Die Folgemission Artemis 2 soll Astronauten in eine Mond-Umlaufbahn bringen. Mit Artemis 3 soll dann frühestens 2025 eine erneute Mondlandung glücken.

Bei Artemis 1 sind statt Astronauten nur mit Sensoren ausgestattete Puppen an Bord. Mit dabei ist zudem das europäische Servicemodul "Bremen", welches die Sonde bei der Umrundung des Mondes mit 33 Triebwerken auf Kurs halten soll. Das Servicemodul sorgt nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA auch für die Wärmeregulierung des Raumfahrzeugs und enthält alle Treibstofftanks für die Triebwerke.

Servicemodul bei Airbus in Bremen zusammengebaut

Bei späteren Artemis-Missionen soll das Servicemodul die Astronautinnen und Astronauten im Orion-Besatzungsmodul zudem mit Luft, Wasser und Strom versorgen. Zusammengebaut wurde das Servicemodul bei Airbus in Bremen und daher wurde es auch nach der Hansestadt benannt.

Nach 26 Tagen im All soll das Besatzungsmodul der Orion-Kapsel am 25. Dezember wieder zur Erde zurückkehren. Die Artemis-1-Mission endet dann mit einer Wasserlandung im Pazifik.

VIDEO: Nach monatelangen Verschiebungen: NASA-Rakete Artemis startet zum Mond