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Nach Protesten: McDonald’s stoppt Werbekampagne


In Österreich geht es um die Wurst. Genauer gesagt: die Wurstsemmel. Eine Anzeige von McDonald’s erhitzte landesweit die Gemüter, weil sie die „Lieblingsjause“ der Österreicher in ein schlechtes Licht rückt. Einfach auf sich sitzen ließen Metzger und Konsumenten die Verunglimpfung nicht: Sie nutzten unter anderem Facebook, um ihrem Ärger Luft zu machen, und bewegten den Fast-Food-Riesen so zum Stop der umstrittenen Kampagne.

Ausgerechnet an einer Wurstsemmel hat sich McDonald's die Zähne ausgebissen. Noch bis vergangenen Donnerstag warb der österreichische Ableger des globalen Konzerns mit seiner „Das bekommen Sie um 1 €“-Plakatkampagne. Darauf zu sehen: rechts ein appetitlicher Ranch-Burger, links eine traurige Wurstsemmel, aus der eine einsame Gewürzgurke hervorlugt. Mit diesem Preisvergleich, so wütende Kommentare im Sozialen Netzwerk Facebook, bringe McDonald's nicht nur die Wurstsemmel in Verruf. Der Fast-Food-Riese verunglimpfe zudem die Metzger, die man in Österreich „Fleischhauer“ nennt.

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Denn die Aussage der Anzeige, die auch im Fernsehen lief, war eindeutig: Für einen Euro kriegt man entweder einen leckeren, üppig belegten Burger von McDonald’s – oder aber eine karge Brötchen-Jause, womöglich sogar ohne Wurst. Das sorgt für Aufruhr im Nachbarland. Auf ihren liebsten Snack für zwischendurch lassen die Österreicher nichts kommen. Johannes Gugerell etwa, ein Metzger aus dem niederösterreichischem Aspang, konterte auf Facebook gleich mit einer schmissigen Gegenkampagne. Unter einem Bild einer seiner üppig belegten Wurstsemmeln schrieb er: „Soviel Wurstsemmel gibt es bei uns um € 1,-!“

Wegen der Vielzahl an empörten Kommentaren stoppte McDonald’s nun seine Preisvergleich-Werbung. Auf Facebook schrieb das Unternehmen am vergangenen Donnerstag: „Wir nehmen eure Reaktionen hier auf Facebook sehr ernst und haben deshalb entschieden, unsere Kampagne vorzeitig auslaufen zu lassen. Als die Wahl auf diese Idee fiel, haben wir nicht damit gerechnet, dass sie so stark polarisiert. Damit setzen wir ein Zeichen, um die Wogen zu glätten.“

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Ein Zeichen haben auch die österreichischen Metzger inzwischen gesetzt. Einer von ihnen brachte eine ganze Tüte voll Wurstsemmeln in einer McDonald’s-Filiale vorbei. Die Reaktion der Angestellten auf Facebook: „Liebe Fleischer! Vielen Dank für die Jause, finden wir lässig!“ Fast-Food-Kultur und kulinarische Tradition gehen in Österreich mit ein wenig gegenseitigem Verständnis also doch zusammen.

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