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Nach Nestlé-Deal: Shitstorm für Start-up Yfood

Nestlé ist bei YFood eingestiegen - viele Streamer sauer

Das Münchner Start-up YFood hat in den sozialen Medien einen Shitstorm ausgelöst, nachdem es bekanntgegeben hatte, dass der umstrittene Lebensmittel-Konzern Nestlé Anteile an von Yfood gekauft hat.

Nestlé hat eine Beteiligung an YFood erworben, einem Hersteller von Meal-Replacement-Drinks und -Riegeln (Bild: Yfood)
Nestlé hat eine Beteiligung an YFood erworben, einem Hersteller von Meal-Replacement-Drinks und -Riegeln (Bild: Yfood)

Nachdem Yfood einen Mindestanteil an den umstrittenen Branchenriesen Nestlè verkauft hat, distanzieren sich jetzt viele Kunden und Werbepartner im Netz.

Was ist Yfood?

Yfood ist ein Münchner Start-up, das durch seine Teilnahme an der TV-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt wurde. Ursprünglich bot es Getränke an, die als vollständige Mahlzeiten dienen sollen. Mittlerweile hat Yfood sein Angebot deutlich erweitert und bietet auch Riegel und erhitzbare Bowls an. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung darstellt.

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Was ist passiert?

Wie am Dienstagnachmittag bekannt wurde, will Nestlé jetzt einen Minderheitsanteil an dem erfolgreichen Münchener Startup Yfood erwerben. „Verbrauchertrends zeigen, dass Snacks und Getränke für unterwegs auf dem Vormarsch sind“, erklärte Nestlé gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“. Yfood will mit Hilfe des Nestlé-Investments seine Internationalisierung vorantreiben. Das in München ansässige Start-up wolle strategisch und operativ aber unabhängig bleiben, heißt es. Auf Twitter schlug der Deal nach Bekanntwerden dennoch hohe Wellen.

In anderen sozialen Netzwerken fielen die Reaktionen ähnlich harsch aus. Viele Kunden distanzierten sich von dem Unternehmen und kündigten an, von nun an die Getränke nicht mehr kaufen zu wollen. "Ihr hattet so viel Potenzial … Ihr hättet das alles auch ohne Nestlé weiter aufziehen können! Das war’s dann wohl, werde ich nie wieder kaufen", schreibt etwa eine Userin.

Einige der bekanntesten Youtuber und Influencer Deutschlands bewarben die Produkte der Marke. Yfood war auch bekannt dafür, viele Streamer auf Twitch zu unterstützen. Einige Influencer und Streamer kündigten bereits an, ihre Partnerschaft beenden zu wollen - während diejenigen, die weiter Werbung machen, Kritik auf sich ziehen.

Ergeht es Yfood wie "Ankerkraut"?

Ähnlich wie nun Yfood war es bereits einem anderen deutschen zunächst sehr beliebten Start-up ergangen: Denn im vergangenen Jahr erwarb Nestlé bereits mehrheitlich das Gewürz-Startup Ankerkraut, das ebenfalls über "Die Höhle der Löwen" bekannt wurde und stark auf Influencer-Werbung setzt. Betrachtet man die Reaktionen in den sozialen Medien, ist die Beliebtheit der Gewürzfirma nach der Übernahme durch Nestlé jedoch massiv gesunken.

Die Gründer von Yfood, Benjamin Kremer und Noel Bollmann, bei die
Die Gründer von Yfood, Benjamin Kremer und Noel Bollmann, bei die "Höhle der Löwen" (Bild: MG RTL D / Frank W. Hempel)

Wofür wird Nestlé kritisiert?

Der Konzern ist in der Vergangenheit wegen Vorwürfen wie Ausbeutung knapper Wasserressourcen und Kinderarbeit in der Kritik gestanden: Einige der Vorwürfe gegen Nestlé beinhalten die Ausbeutung von Wasserressourcen in Regionen mit Wasserknappheit, Kinderarbeit in der Kakaoproduktion, Förderung von ungesunden Lebensmitteln sowie Ausbeutung von Bauern und Arbeitnehmern. Oft wird dem Konzern auch die Übernutzung von Plastikverpackungen vorgeworfen. Die Kritik an Nestlé hat zu zahlreichen Protesten, Boykotten und Social-Media-Kampagnen geführt. Investitions-Deals des Unternehmens lösen daher oft Shitstorms in den sozialen Medien aus.