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Nach Aus für Wrigley’s Spearmint: Diese Produkte von einst gibt es nicht mehr

Nach über 160 Jahren hat es sich für "Wrigley's Spearmint" ausgekaut: Der Kult-Kaugummi verschwindet aus den Regalen der deutschen Supermärkte und stimmt damit viele Nostalgie-Fans traurig. Nicht das einzige Kulturgut, dessen Zeit nun abgelaufen ist.

Wrigley's Spearmint wird in Deutschland nicht mehr zum Kauf angeboten (Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)
Wrigley's Spearmint wird in Deutschland nicht mehr zum Kauf angeboten (Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa) (Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Kaugummistreifen im Silberpapier kennt wohl jeder: "Wrigley's Spearmint" kam immer gut, wenn man den Tabakgeruch übertünchen wollte, "Juicy Fruit" war das Lieblingsdessert der 80er-Jahre-Kids und "Big Red" gab es für die Hartgesottenen, die Zimt "mit scharf" auch länger als zwei Minuten kauen konnten.

Wie Mars jetzt bestätigte, hat das Unternehmen, zu dem Wrigley's gehört, die Produktion von Streifenkaugummis in Deutschland bereits vor ein paar Monaten eingestellt. "Unser Kaugummisortiment beinhaltet nur noch Kaugummi-Dragees. Etwas Adäquates zu den Kaugummistreifen können wir Ihnen alternativ leider nicht mehr anbieten,“ sagte eine Pressesprecherin von Mars gegenüber der "Rheinischen Post".

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Aus für Wrigley’s Spearmint: Wie ein Seifenhändler den Kaugummi-Markt eroberte

Das bedeutet auch, dass nicht nur "Wrigley's Spearmint" aus den Supermarktregalen verschwindet, sondern auch "Wrigley Doublemint“ und "Juicy Fruit“ dran glauben müssen. Die Ära des Kult-Kaugummis geht zu Ende. "Wrigley's Spearmint" reiht sich damit in eine Reihe von Produkten ein, von denen sich Nostalgie-Fans im Laufe der Jahre bereits verabschieden mussten.

Diese berühmten Produkte von damals gibt es in Deutschland leider nicht mehr zu kaufen:

Punica

Punica war einst ein beliebtes Erfrischungsgetränk, doch das Produkt gibt es in Deutschland leider nicht mehr. Im September 2022 wurde die Produktion der Fruchtsaftmarke Punica, die 1977 von der Firma Dittmeyer erfunden wurde, nach 45 Jahren eingestellt. 2005 kaufte der US-Getränkekonzern Pepsico die Marke.

Pepsico hatte ein Jahr vor dem Produktionsstopp die Mehrheit seiner Saftsparte einschließlich Punica an den Finanzinvestor PAI Partners verkauft. Das neue Gemeinschaftsunternehmen Tropical Brands Group war es dann auch, das die strategischen Prioritäten überprüft und die Entscheidung getroffen hatte, das Kultgetränk der 80er- und 90er-Jahre vollständig vom Markt zu nehmen.

Raider

In Großbritannien Twix, in Deutschland Raider. 1991 entschied man sich allerdings beim Lebensmittelkonzern Mars dafür, Raider wieder verschwinden zu lassen und für eine Vereinheitlichung der Marken zu sorgen. Seitdem essen auch die Deutschen Twix. Legendär wurde dabei auch der Werbe-Slogan: "Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix".

Affiche publicitaire pour les biscuits 'Raider' ('Twix') à Paris, France. (Photo by Richard PHELPS/Gamma-Rapho via Getty Images)
Twix hieß auch mal Raider in Frankreich (Bild: Richard PHELPS/Gamma-Rapho via Getty Images) (Richard PHELPS via Getty Images)

Es wurde gemunkelt, dass Raider umbenannt wurde, weil der Name auf Englisch Räuber bedeutet und deshalb als internationale Marke nicht geeignet sei. "Das stimmt nicht", erklärte Nico Schiller, Unternehmenssprecher von Mars Süßwaren Deutschland, gegenüber der Welt. "Zum damaligen Zeitpunkt wurde der Snack in 70 Prozent aller Länder bereits unter dem Namen Twix erfolgreich vertrieben. Das war ein wichtiger Grund für die Namensänderung."

Yes-Törtchen

Das Yes-Törtchen, wie es viele von früher kennen, gibt es leider auch nicht mehr. "Kleine Torte statt vieler Worte" – dieser Slogan war damals wortwörtlich in aller Munde.

Rund 4,5 Milliarden Törtchen wurden von 1981 bis 2003 hergestellt und in aller Welt verkauft. Da die Süßspeise, die viele damals nutzen, um ihren Lieben mit einer Kerze zum Geburtstag zu gratulieren, immer weniger Käufer ansprach, warf Aldi sie 1999 aus dem Sortiment. Dafür führte der Discounter ein ähnliches Produkt als Eigenmarke ein. Nestlé dagegen zog 2003 aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen die Reißleine und stellte die Produktion der Yes-Törtchen komplett ein. Auch das Produktionswerk in Berlin-Tempelhof, mit über 2000 Mitarbeitern einst die größte Schokoladenfabrik der Welt, musste geschlossen werden.

Yfood & Co.: Die größten Nestlé-Shitstorms aller Zeiten

Zwischen 2007 und 2010 gab es Yes Torty als Neuauflage. Seit 2011 ist die Süßspeise wieder dauerhaft erhältlich, allerdings vom Hersteller Kuchenmeister. Nestlé kümmert sich lediglich um die Vermarktung. Der entscheidende Unterschied zu den einstigen Yes-Tortys liegt allerdings nicht nur im Geschmack: Mindestens seit 2008 wiegen die neuen Yes-Törtchen nur noch 32 Gramm statt wie früher 38 Gramm.

Lunchables

Kennen Sie Lunchables noch? Wenn nicht, dann liegt das vielleicht daran, dass der Snack aus Crackern, Wurst und Käse vor allem bei Kindern sehr beliebt war. Allerdings nicht so beliebt, dass es sich für den Hersteller Kraft gelohnt hätte, ihn länger auf dem deutschen Markt zu behalten. Kleiner Tipp für Nostalgie-Fans: In den USA sind Lunchables auch weiterhin verfügbar, und zwar in Geschmacksrichtungen wie Extra Cheesy Pizza, Mozzarella und Pepperoni oder Nachos mit Käse-Dip.

Lila Pause

Was wurde eigentlich aus dem "Lila Pause" Schokoriegel von Milka? Dieser wurde still und heimlich durch einen anderen Schokoriegel ersetzt. Wie Pressesprecher Jonas Numrich von Mondelez Deutschland gegenüber Naschkater.com bestätigte, wird Milka Lila Pause Erdbeer seit April 2017 nicht mehr produziert. "Stattdessen gibt es den Riegel Milka & Erdbeer. Dieser unterscheidet sich in seiner Form sowie durch seine Rezeptur deutlich von der Milka Lila Pause Erdbeer. Der Riegel hat sieben Kammern, gefüllt mit Milchcreme mit Erdbeergeschmack und umhüllt von Milka-Schokolade", so Numrich. Da "die schönsten Pausen lila" sind, ist das allerdings nur ein schwacher Trost.

Onken

Besonders beliebt bei Kindern in den 90ern war der "Frufoo"-Quark von Onken, der nicht nur damit lockte, dass er mit Traubenzucker angereichert war, sondern auch mit einer Plastik-Spielfigur in der Mitte des Bechers. Seit Ende 2022 gibt es die Joghurts und den Quark von Onken jedoch nicht mehr im deutschen Supermarkt zu kaufen. Zuletzt wurde Onken von der Schweizer Molkerei Emmi vertrieben, 1940 wurde das Unternehmen gegründet.

Der Kinderquark
Der Kinderquark "Frufoo" von Onken lockte nicht nur mit Traubenzucker, sondern auch mit einer Plastik-Spielfigur, die in der runden Vertiefung in der Mitte des Bechers untergebracht war (Bild: Alert/ullstein bild via Getty Images) (ullstein bild via Getty Images)

"Die Entscheidung, unser Onken-Sortiment vom deutschen Markt zu nehmen, ist uns nicht leichtgefallen", sagte Elisabeth Wagner-Wehrborn, Geschäftsführerin von Emmi Deutschland, in einer Pressemitteilung. "Das beschränkte Wachstumspotenzial und die ungenügende, durch die anhaltend steigenden Inputkosten zusätzlich negativ beeinflusste Profitabilität haben uns nun aber zu diesem aus wirtschaftlichen Gründen notwendigen Schritt bewogen."

Quelle-Katalog

Ob Fernreisen, Technik, Unterwäsche oder Mode – der Quelle-Katalog wurde von der ganzen Familie sehnsüchtig erwartet, denn er bot für jeden Geschmack etwas. "Erst mal sehen, was Quelle hat" – das war der wohl berühmteste Werbeslogan des Versandhandels. Sogar Topmodel Claudia Schiffer zierte einst das Cover des berühmten Katalogs.

Schade: Auch diese Kultmarken sind pleite gegangen

Die letzte Quelle-Ausgabe gab es dann im Herbst/Winter 2009/10. Der Versandhändler musste 2009 nach über 80 Jahren schließen, weil der Arcandor-Konzern für sich, die Töchterfirmen Quelle sowie das Karstadt Warenhaus Insolvenz angemeldet hatte. Für Karstadt fand sich ein Investor, für Quelle leider nicht. Wer auf Nostalgie-Kurs ist, kann den Quelle-Katalog auf Ebay Kleinanzeigen für schlappe 39,50 Euro kaufen – originalverschweißt, versteht sich.

Solero Shots

Kleine Kugeln mit Zitronen- und Kiwigeschmack – das war eine originelle Wassereis-Sorte von Langnese. Doch sie war leider auch so originell, dass bei Kindern Erstickungsgefahr drohte und das Unternehmen das Produkt vom Markt nehmen musste.

Banjo

Von 1979 bis 2009 gab es den Banjo-Riegel aus Schokolade mit einer Waffel und Nussstückchen sowie Milchcreme zu kaufen. Allerdings gibt es für diesen leckeren Kultriegel noch Hoffnung: 2019 übernahm die Alfred Ritter GmbH & Co. KG, die auch die bekannte Ritter Sport Schokolade herstellt, die Produktionsstätte sowie die Namensrechte am Banjo und arbeitet an einer Neuauflage. Man darf also gespannt sein, wann die Schokolade wieder im Supermarktregal auftaucht. Hoffentlich bald ...

Dolomiti

Noch ein Wassereis von Langnese, das nicht den erwünschten Erfolg brachte: Dolomiti, geformt wie ein Berg mit drei Gipfeln aus drei Schichten in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Das Eis schmeckte nach Zitrone, Himbeere und Waldmeister und war von 1973 bis 1987 auf dem deutschen Markt erhältlich. 1994 kam Dolomiti leicht abgewandelt wieder in die Eiskühltruhen. Doch es dauerte genau ein Jahr, bis Langnese die Produktion wieder einstellte.

Happy Hippo

War der lecker! Ein gekühlter Snack, der nach Schokolade, Waffel, Milch und Haselnuss schmeckte. Leider gibt es den "Kinder Happy Hippo Snack", den viele Kinder in den 90ern liebten, leider nicht mehr in der alt-genialen Geschmacksrichtung. Die Produktion des Desserts wurde von Ferrero eingestellt und mit dem "Happy Hippo Cacao" ersetzt. Dieser schmeckt nur leider völlig anders. Was geschmacklich dem alten Snack nahekommt, ist jedoch der "Happy Hippo Milk and Hazelnut"-Snack. Der ist zumindest ein kleiner Trost.

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