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Nächste Schlappe für Maschmeyer: DHDL-Deal mit Read-O scheitert

·Lesedauer: 3 Min.

Carsten Maschmeyer investierte bei "Die Höhle der Löwen" in die Bücher-App Read-O. Doch der Deal scheiterte - Es ist nicht der erste.

Investiert vor TV-Kameras fleißig, doch viele seiner Deals platzen nach der Show: „Höhle der Löwen“-Investor Carsten Maschmeyer.
Investiert vor TV-Kameras fleißig, doch viele seiner Deals platzen nach der Show: "Höhle der Löwen"-Investor Carsten Maschmeyer. (Bild: VOX)

Bücher und Künstliche Intelligenz: Diese Wörter scheinen Investor Carsten Maschmeyer derzeit schnell Geld zu entlocken. In der neuen Folge der TV-Show "Die Höhle der Löwen" sagte Maschmeyer ein Investment in die Bücher-App Read-O zu. Die Gründer des Start-ups aus Frankfurt am Main hatten zuvor argumentiert, immer mehr Leser*innen würden sich auf einschlägige Bestseller-Listen verlassen. Die Folge: "Es wird nur noch gelesen, was sich gut verkauft", erklärte Read-O-Chef Behn Kohz den Juroren.

Um mehr Abwechslung zu bieten, hat das Start-up eine App entwickelt. Die analysiert Buchrezensionen mithilfe einer Künstlichen Intelligenz und schlägt Nutzer*innen basierend auf Schlagwörtern (spannend, lustig, ernsthaft, anspruchsvoll) passende Buchtitel vor. "Bereits jetzt haben wir mit unserer KI rund 1,6 Millionen Buchrezensionen analysiert und konnten so über 300.000 Buchtiteln ein emotionales Profil zuweisen", so Kohz. Für jeden vermittelten Buchkauf erhält Read-O eine kleine Provision.

"Thematisch interessiert mich das sehr"

Für Carsten Maschmeyer offenbar ein vielsprechendes Geschäftsmodell: "Thematisch interessiert mich das sehr. Ich bin ja Leser und Schreiber", sagte der Investor. Er wollte als einziger von insgesamt fünf Löwen überhaupt bei Read-O einsteigen. Doch die Konditionen gefielen Maschmeyer nicht. 600.000 Euro für 15 Prozent verlangten die Gründer – eine Firmenbewertung von vier Millionen Euro.

Nach zäher Verhandlung einigte sich Maschmeyer mit den Gründern schließlich auf ein Investment von 600.000 Euro für 25,1 Prozent der Anteile. Damit investierte der 62-Jährige augenscheinlich zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in ein Buch-Start-up aus der Show. In einer Anfang April ausgestrahlten Sendung hatte sich der Investor mit der Chemnitzer Hörbuch-Plattform Audory auf ein Investment von 300.000 Euro geeinigt.

Maschmeyer-Deal scheitert, Geld gab es später dennoch

Doch wie bei Audory platzte auch der Deal mit Read-O im Nachgang der Show. Das erfuhr Gründerszene auf Anfrage. Offenbar harmonierten beide Seiten nicht so gut miteinander wie gedacht. "Nach der Sendung haben wir uns mit dem Team von Carsten Maschmeyer zusammengesetzt. Nach einigen Terminen haben wir festgestellt, dass wir unterschiedliche Ideen bezüglich der strategischen Ausrichtung haben", sagt Read-O-Chef Ben Kohz zu Gründerszene.

Weitere Details nannte Kohz nicht. Möglich ist auch, dass den Gründern Maschmeyers Beteiligung von 25,1 Prozent an ihrem Unternehmen letztlich doch zu hoch war. Mit 25,1 Prozent verfügen Investoren über eine sogenannte Sperrminorität. Diese gibt Investoren die Möglichkeit, gegen Geschäftsentscheidungen ein Veto einzulegen.

Ben Kohz zeigt sich jedoch nicht verärgert über das gescheiterte Investment. "Auch wenn der Deal nicht funktioniert hat, hat uns das Feedback von Carsten und seinem Team sehr geholfen", so Kohz. Mehr noch: "Wir stehen bis heute in Kontakt und Carsten hat uns sogar bei der letzten Finanzierungsrunde unterstützt." So konnte Read-O inzwischen zwei Business Angels als Geldgeber gewinnen.

Dank Veränderungen im Geschäftsmodell wird nicht mehr so viel Kapital benötigt

Diese investierten laut Kohz einen Betrag unterhalb von 200.000 Euro. Dass dies deutlich weniger ist als noch bei dem "Höhle der Löwen"-Auftritt gefordert, erklärt der Gründer mit Veränderungen im Geschäftsmodell. "Wir konnten eine B2B-Kooperation mit drei Unternehmen aus der Buchbranche starten, die mit uns den Algorithmus weiterentwickeln und beim Vertrieb helfen", so Kohz. Dies habe in den vergangenen Monaten zu "deutlich gestiegenen Umsätzen" geführt.

Entsprechend habe man nicht mehr so viel Kapital benötigt wie ursprünglich kalkuliert. Nun wolle das Unternehmen seine App weiterentwickeln. Kohz geht davon aus, dass sich der Auftritt seines Start-ups bei DHDL stark auf die Nutzerzahlen auswirkt. "Wir rechnen mit bis zu 500.000 Downloads", so der Gründer.

Im Video: Das sind die größten Erfolgsgeschichten bei "Die Höhle der Löwen"

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