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Mysteriöser Vettel-Rat: Red-Bull-Strippenzieher klärt auf

Ralf Bach
·Lesedauer: 3 Min.

Lange Zeit rätselte die Formel-1-Gemeinde über eine Empfehlung, die Red-Bull-Chefberater Helmut Marko seinem einstigen Musterschüler Sebastian Vettel gab.

Kurz nachdem Ferrari Vettel im Mai 2020 mitgeteilt hatte, dass man den Vertrag mit dem einstigen Heilsbringer nicht verlängern werde, riet der 77 Jahre alte Marko dem zu diesem Zeitpunkt für 2021 "arbeitslosen" Hessen: "Sebastian sollte ein Jahr Pause machen und sich eine Auszeit nehmen."

Warum er das sagte, klärte Marko nie auf. Bis jetzt.

Helmut Marko: Darum riet ich Sebastian Vettel zur Auszeit

Marko sagt zu SPORT1: "Es war klar, dass Sebastian eine weitere schwierige Saison mit Ferrari haben würde. Ich wollte, dass er nicht überstürzt handelt, sondern wartet. Weil mir klar war, dass sich für 2022 grundsätzliche Dinge auf dem Fahrermarkt ändern würden. Beispielsweise war ich sicher, dass bei Mercedes dann ein Platz frei werden würde. Aber nicht nur dort."

Der Grazer gibt zu: "Eher im Allgemeinen riet ich Sebastian zur Auszeit. Aber das beinhaltete auch Red Bull. Ich wollte einfach nur, dass er zum richtigen Zeitpunkt noch auf dem Markt ist, damit er das bestmögliche Angebot annehmen kann. Vor allem wollte ich nicht, dass sich ein vierfacher Weltmeister so aus der Formel 1 verabschiedet. Als Freund nicht und auch nicht als Red Bull-Mann." (Der Rennkalender der Formel 1 2021)

Heißt das auch, dass derr 33 Jahre alte Vettel sich zu schnell aus dem Transferkarussell verabschiedet hat, um eine Chance auf Alex Albons Red Bull-Cockpit zu haben?

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Vettel und Marko sind eng verbunden

Marko führt aus: "Als Ferrari ihm kündigte, war bei uns kein Platz mehr frei für 2021. Damals gingen wir fest davon aus, dass Alexander Albon sich so positiv entwickeln würde, dass er auch 2021 neben Max Verstappen fahren kann. Das habe ich Sebastian so gesagt. Leider haben wir uns getäuscht. Als wir handeln mussten, stand Sebastian nicht mehr auf der Liste, weil er sich ja langfristig an Aston Martin gebunden hat. Deshalb war Sergio Perez für uns die logische Entscheidung."

In der Tat: Vettel gibt zu, gerade im Mai häufiger mit Marko gesprochen zu haben. "Er gehört zu den Menschen, denen ich vertraue und deren Meinung ich sehr ernst nehme", so der Heppenheimer: "Klar verbinden die gemeinsamen Erfolge, aber mit Helmut verbindet mich auch rein menschlich einiges. Ich habe ihm auch deshalb vorher anvertraut, dass ich zu Aston Martin wechseln werde." (Sieht so der Helm von Sebastian Vettel von Aston Martin aus?)

Widerlegt Vettel bei Aston Martin Markos Prognose?

Für Marko war das ein nachvollziehbarer Schritt. "Aston Martin war sehr verlockend", erzählt er. "Der Name ist Kult, die enge Zusammenarbeit mit Mercedes versprach eine sportliche Perspektive. Ich kann ihn verstehen, auch wenn ich persönlich noch gewartet hätte."

Marko: "Ich hoffe, er findet zu alter Form zurück. Dass die beiden letzten Jahre nicht seine besten waren, weiß er selbst. Aus welchen Gründen auch immer. Aber ich glaube nicht, dass er uns gefährlich werden kann. Dafür war sein Team 2020 zu weit von uns weg. Und das, obwohl Perez gerade in der zweiten Saisonhälfte extrem stark unterwegs war. Selbst wenn Sebastian jedes Rennen in Höchstform ist, kann er als Fahrer nicht den Rückstand wettmachen, den das Team auf uns hatte. Aber vielleicht täusche ich mich ja."

Genau das will Vettel in dieser Saison seinem Vertrauten beweisen.