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So kam es zu Barcas Bankrott - folgt nun der große Ausverkauf?

Lukas von Hoyer
·Lesedauer: 5 Min.

Der FC Barcelona scheint derzeit Woche für Woche einen Teil des ursprünglichen Glanzes zu verlieren. Nun stellt sich sogar die Frage, ob im legendären Camp Nou bald die Lichter ausgehen.

Grund dafür ist der horrende Schuldenberg, den die Katalanen angehäuft haben. In Zahlen: 1,173 Milliarden Euro - eine unheimliche Summe, die im Rahmen des jährlichen Finanzreports veröffentlicht wurde.

730 Millionen Euro muss Barca kurzfristig lockermachen. Da ist es wohl nicht übertrieben, dass El Mundo schreibt, Barca stehe "am Rande des Bankrotts".

Wie konnte es so weit kommen?

FC Barcelona lebte über seine Verhältnisse

Im Zentrum des Schulden-Problems steht, dass der Klub allem Anschein nach jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat.

Im Teenageralter wird vielen Menschen von ihren Eltern eingetrichtert, dass man kein Geld ausgeben kann, das man eigentlich gar nicht hat - Stichwort Ratenzahlung.

Doch genau das hat Barca über Jahre hinweg gemacht - ohne eine Idee, wie das Geld in Zukunft denn aufgetrieben wird. Die Gehälter für Spieler, Trainer und Mitarbeiter liegen bei 74 Prozent der Einnahmen des Klubs. Da bleibt nicht viel. Deswegen könnte den Katalanen nun sogar noch eine Geldstrafe vom Ligaverband drohen, da dieser Anteil nicht über 70 Prozent liegen darf. Das würde gerade noch fehlen.

Bei dieser Misswirtschaft kommt erschwerend hinzu, dass es sich bei den Verantwortlichen nicht um Heranwachsende, sondern um gestandene Experten im Finanz- und Businesssektor handelt - oder besser handeln sollte.

Ergebnis sind unter anderem Schulden an einige Klubs, die durch teils lange zurückliegende Transfers entstanden sind. Dem FC Liverpool muss Barca noch 40 Millionen Euro überweisen - und zwar wegen Philippe Coutinho, der vor drei Jahren nach Katalonien wechselte.

Auch dem FC Bayern schulden die Katalanen noch Geld, rund elf Millionen Euro für die Dienste von Arturo Vidal, der schon gar nicht mehr in Barcelona spielt. Insgesamt betragen die Schulden für frühere Transfers fast 200 Millionen Euro. 126 Millionen davon müssen kurzfristig gezahlt werden - bei fast allen Summen handelt es sich um offene Beträge bezüglich Ratenzahlungen.

Barca spielt auf Zeit

Noch beängstigender: Bis zum 30. Juni müssen 266 Millionen Euro an Banken zurückgezahlt werden - 90 Millionen davon an Goldman Sachs. Für die Kredite hat der Klub mit der Firma Barca Licensing & Merchandising gebürgt. Es ist allerdings fast schon absurd, dass Barca überhaupt noch Kredite bekommen hat, da der Verein eigentlich keine Garantien hatte.

Zunächst spielt Barca auf Zeit, die Verantwortlichen haben laut Football Espana mehrere Banken um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, damit die Schulden gestundet werden können. Somit soll eine baldige Insolvenz abgewendet werden - doch spätestens mittelfristig helfen nur Einnahmen.

Auf Zeit zu spielen hilft nur, wenn es einen Plan für danach gibt. Doch woher will Barca Hunderte von Millionen nehmen?

Barca muss ran an den Luxuskader

Eines scheint klar: Bei den Banken kann der FC Barcelona dieses Mal nicht um Hilfe bitten. Es ist erstaunlich genug, dass der Klub für Transfers wie den von Antoine Griezmann überhaupt noch Geld bekam. Doch nun ist die Grenze überschritten.

Barca muss also auf andere Weise Geld auftreiben. Das kann eigentlich nur über zwei Wege geschehen, die miteinander zusammenhängen: Spielerverkäufe und Gehaltseinsparungen.

Dafür hat sich Barca allerdings einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht - während der Corona-Pandemie gibt es kaum einen Klub, der bereitwillig Millionen für Spieler lockermacht. Das dürfte vor allem für diesen Winter gelten, in dem noch vieles ungewiss ist.

Zudem stellt sich die Frage, wen die Katalanen für eine Menge Geld verkaufen könnten - und dann landet man ganz schnell bei Lionel Messi.

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Muss Messi spontan verkauft werden?

Im vergangenen Sommer hatte der Superstar in Katalonien für einen kollektiven Schockzustand gesorgt, als er erklärte, den Klub verlassen zu wollen. Nach langem Hin und Her blieb er dann doch. Mittlerweile sind nicht wenige im Umfeld des Klubs der Meinung, dass Barca Messi im Sommer besser verkauft hätte.

Sportlich läuft es auch mit Messi alles andere als gut, und die Einsparung des Gehalts des bestbezahlten Fußballers der Welt hätte im Nachhinein wohl auch nicht geschadet.

Nun hat Barcelona das Problem, dass Messi im kommenden Sommer ablösefrei gehen darf. Der französische Spitzenklub Paris Saint-Germain scheint großes Interesse daran zu haben, Messi zu holen. "Es liegt an ihm, ob er kommen will oder nicht. PSG versucht jedenfalls, Messi zu überzeugen", sagte PSG-Mittelfeldspieler Leandro Paredes jüngst in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere dello Sport.

Glaubt man Geoffroy Garétier vom französischen Fernsehsender Canal+ France beschäftigt sich die gesamte Familie Messi bereits mit einem Umzug in die französische Hauptstadt. "Messi, seine Frau und seine Kinder lernen Französisch. Würde er das machen, wenn er zu Manchester City gehen würde?", sagte Garétier, der die Information aus einer sicheren Quelle erfahren haben will.

Auch Griezmann und Dembélé könnten folgen

Geld bekommt der FC Barcelona für Messi aber nur noch in diesem Winter. Das Transferfenster schließt übrigens am 1. Februar - die Katalanen haben also noch sechs Tage Zeit.

Ein solch kurzfristiger Verkauf des 33-Jährigen käme überraschend und ist alles andere als einfach einzufädeln. Wenn ein Lionel Messi für einen Spottpreis auf dem Markt wäre, dann würde sich das so mancher Klub aber wohl ansehen. (Zum Transferticker)

Es wäre ein erster Schritt für den FC Barcelona, um die Schulden abzustottern. Reichen würde das aber noch lange nicht. Griezmann könnte bald zum Verkauf stehen, Ousmane Dembélé - der ein Kandidat für den FC Bayern sein könnte - Coutinho, Jordi Alba, Frenkie de Jong und vielleicht ja sogar Marc-André ter Stegen, der gerade erst seinen Vertrag bis 2025 verlängerte.

Es könnte einen Ausverkauf geben, der seinesgleichen sucht.