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Moskau: Hohe Verluste für Kiew - Deutschland liefert Gepard-Munition

Die Ukraine spricht von Erfolgen bei ihrer Gegenoffensive - und soll dabei Russland zufolge viele Soldaten verloren haben. Das Parlament in Kiew entlässt unterdessen Verteidigungsminister Olexij Resnikow.

Bild: Rheinmetall/dpa
Bild: Rheinmetall/dpa (Rheinmetall/dpa)

Nach massiven Gefechten und Raketenangriffen hinterlässt Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine nach bereits mehr als 18 Monaten eine Spur der Verwüstung - und zahlreiche Opfer. Genaue Zahlen zu Getöteten und Verwundeten sind schwer zu ermitteln. Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig prüfen - oft neigen beide Seiten dazu, bei Aussagen zu Verlusten des Gegners zu übertreiben. An Kriegstag 559 nennt Russland nun erneut eine Zahl.

Schoigu: Ukraine hat bei ihrer Offensive 66 000 Soldaten verloren

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat die ukrainischen Verluste seit Beginn der Gegenoffensive Kiews auf mehr als 66 000 Soldaten beziffert. Daneben habe die Ukraine auch gut 7600 Waffensysteme eingebüßt, sagte Schoigu bei einer Videokonferenz des Ministeriums. «In keiner der (Angriffs-)Richtungen haben die Streitkräfte der Ukraine ihr Ziel erreicht», behauptete er.

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Bei der seit mehr als drei Monaten laufenden Offensive Kiews hat die Ukraine bisher nur geringe Gebietsgewinne erzielt, aber nach Angaben der eigenen Militärführung nun immerhin die am stärksten befestigte russische Verteidigungslinie an einer Stelle durchbrochen.

Selenskyj inspiziert erneut Lage nahe der Front

Nach seinen jüngsten Besuchen an Frontabschnitten bei Donezk und im Gebiet Saporischschja reiste der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer Mitteilung zufolge erneut in die Nähe der russisch kontrollierten Stadt Bachmut. Dort suchte er Stäbe von fünf Brigaden und mehrere Erstversorgungsstellen für Verwundete auf.

Behörden melden abgewehrte Drohnenangriffe auf Moskau

Die russische Flugabwehr hat nach offiziellen Angaben Drohnen im Südwesten, Westen und Nordwesten Moskaus abgefangen. «Heute Nacht haben die Flugabwehrkräfte Drohnen im Gebiet Kaluga und im Landkreis Istra vernichtet, die eine Attacke auf Moskau versucht haben», schrieb Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal. Später teilte das russische Militär mit, im Gebiet Twer nordwestlich von Moskau einen weiteren Flugapparat abgefangen zu haben. Laut Sobjanin beschädigten im Kreis Istra herabstürzende Trümmer ein «kommunales Objekt». Nähere Angaben zur Art des Objekts und zur Schwere der Schäden machte er nicht.

Rheinmetall liefert erste Gepard-Munition an die Ukraine

Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall hat erstmals Munition für den Flugabwehr-Panzer Gepard an die Ukraine geliefert. Eine erste Charge sei auf den Weg gebracht worden, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Es sollen weitere Chargen folgen, insgesamt 40 000 Schuss bis Jahresende. Der Bund bezahlt die Munition, er hat der Ukraine bereits 46 Gepard-Panzer überlassen und 6 weitere zugesagt. Insgesamt hat Rheinmetall einen Auftrag über 300 000 Gepard-Schuss bekommen. Die Produktion war aufwendig, weil die Munition des bei der Bundeswehr ausrangierten Flak-Panzers teilweise neu entwickelt werden musste.

Ukrainisches Parlament entlässt Verteidigungsminister Resnikow

Das ukrainische Parlament hat Verteidigungsminister Olexij Resnikow erwartungsgemäß entlassen. Am Dienstag stimmten 327 Abgeordnete bei 226 notwendigen Stimmen für den Beschluss, meldeten örtliche Medien. Die Entlassung des Ministers war am Sonntag angekündigt worden. Resnikow bekleidete den Posten seit November 2021. Die nach dem russischen Einmarsch erfolgten Waffenlieferungen der westlichen Verbündeten wurden auch dem Verhandlungsgeschick des Juristen zugeschrieben. Zu seiner Entlassung sollen Skandale um Korruption bei der Armeeversorgung und in Wehrersatzämtern geführt haben. Resnikow hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen. Designierter Nachfolger ist der bisherige Chef des Fonds für Staatsvermögen, Rustem Umjerow. Dessen Ernennung wird für den Mittwoch erwartet.

Bild soll russischen General Surowikin in der Öffentlichkeit zeigen

Der seit dem Putsch der Wagner-Söldner in Russland im Juni verschollene General Sergej Surowikin soll erstmals wieder in der Öffentlichkeit gesehen worden sein. TV-Moderatorin Xenia Sobtschak teilte am Montag auf Telegram ein Foto von Surowikin in Zivilkleidung mit seiner Frau an einem nicht näher genannten Ort in Moskau. Zuvor hatte die «New York Times» am Montag unter Berufung auf zwei US-Behördenvertreter und eine dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Quelle berichtet, dass Surowikin wenige Tage nach dem Tod des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz freigelassen worden sei.

Surowikin habe bisher seinen Dienstgrad behalten, aber keine Karriereaussichten mehr, hieß es. Der General galt als einer der wichtigsten Verbündeten von Prigoschin in der russischen Armee bei dessen Machtkampf mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow.

Russische Botschaft in Dänemark schließt Konsularabteilung

Die russische Botschaft in Dänemark hat angekündigt, ab Mittwoch ihre Konsularabteilung zu schließen. Der Grund dafür sei die Entscheidung der dänischen Behörden, die Zahl russischer Diplomaten im Land zu reduzieren, erklärte die Botschaft auf ihrem Telegram-Kanal. Vergangenen Freitag hatte das dänische Außenministerium angekündigt, zehn russische Diplomaten auszuweisen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte «notwendige Schlussfolgerungen» bezüglich der Ausweisung angekündigt. Als Folge der Schließung des Konsulats können Russen in Dänemark keine neuen Anträge in Pass-, Visums- oder Rentenfragen einreichen.