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Morgan Stanley sieht USA 2020 als Nachzügler an den Märkten

Joanna Ossinger

(Bloomberg) -- Amerikanische Aktien und Unternehmensanleihen werden sich nach Einschätzung von Morgan Stanley im nächsten Jahr schlechter entwickeln als ihre Pendants. Auch der Dollar dürfte sich abschwächen, während das Wachstum außerhalb der USA anzieht.

“Wir sehen das größte Aufwärtspotenzial in Märkten mit einem klareren Weg zu einem erzielbaren Gewinnwachstum (Japan und Schwellenländer) oder mit Spielraum für mehrfache Neubewertungen angesichts sinkender politischer Risiken (Europa)”, schrieben die Strategen Andrew Sheets, Michael Wilson und Matthew Hornbach in einem Jahresausblick vom 17. November in Bezug auf Aktien.

Die Wall-Street-Bank erwartet einen leichten Rückgang des S&P-500-Index von 3.120 zum Schluss der letzten Woche auf 3.000 bis Ende nächsten Jahres. Amerikanische Aktien waren in diesem Jahr weltweit führend, allerdings dicht gefolgt von europäischen Werten. Beide Märkte profitierten davon, dass die Zentralbanken einen weiteren geldpolitischen Lockerungszyklus begannen.

Dies war ein Zyklus, den Morgan Stanley vor einem Jahr falsch eingeschätzt hatte, als die Strategen der Bank bei Aktien “neutral“ eingestellt waren im Vergleich zur Benchmark-Allokation. Der MSCI AC World Index weist derzeit für 2019 einen Gesamtertrag von 23% aus.

“Wir haben die Aggressivität der Zentralbank-Reaktion, den Rückgang der Inflation in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die dies ermöglichen würde, und die Bereitschaft der Märkte unterschätzt, viel höhere Bewertungen zu akzeptieren, selbst wenn das globale Gewinnwachstum negativ ausfällt”, schrieb das Team. “Wir sind skeptisch, ob die Zentralbanken denselben Trick zweimal anwenden können”, schrieben sie weiter.

Die Herausforderungen für die USA im nächsten Jahr reichen von dem Risiko, dass die Unternehmensgewinne den Höchststand erreicht haben, über hohe relative Bewertungen der Aktien bis hin zu einem “einziartigen” politischen Risiko im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen.

“Die überzogenen Bewertungen der US-Vermögenswerte werden wahrscheinlich sinken, da sich das US-Wachstum auf die Trendrate verlangsamt. Das wiederum lastet weiter auf dem Dollar, da die Netto-Portfolio-Zuflüsse sinken”, führten Währungsstrategen von Morgan Stanley um Hans Redeker aus.

Die Bank sah immer noch Potenzial für eine Erholung des Dollars gegenüber Währungen, die an den Wachstumszyklus in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 gebunden sind. Grund sei, dass die Präsidentschaftswahlen das Risikoumfeld “herausfordernder“ machen könnten. Sichere Häfen wie Yen und Schweizer Franken könnten ebenfalls gut abschneiden, sagte die Bank.

Im festverzinslichen Bereich ist Morgan Stanley “neutral” in Bezug auf Treasuries und japanische Staatsanleihen sowie untergewichtet in deutschen Bundesanleihen und britischen Gilts. Was die Unternehmensanleihen betrifft, so ist erneut eine Underperformance gegenüber dem Rest der Welt angesagt. “Ein besserer Wachstumsimpuls außerhalb der USA und relative Bewertungen führen zu geringfügig positiven Erträgen für asiatische und europäische Firmenbonds.”

Unter Morgan Stanleys spezifischen Prognosen für 2020 finden sich die folgenden:

Das Basis-Szenario für das Jahresende 2020 für den S&P 500-Index ist nun bei 3.000 gegenüber zuletzt 3.122Japans Topix wird bei 1.860 gesehen gegenüber derzeit 1.697MSCI Emerging Markets Index bei 1.150 gesehen gegenüber 1.057Zu den Top-10-Devisengeschäften zählen Long-Wetten auf den Euro, das britische Pfund, die indische Rupie und den neuseeländischen DollarDie Prognose für Rohöl der Sorte Brent lag bei 60 Dollar je Barrel, gegenüber derzeit 62 DollarFür das nächste Jahr wird ein durchschnittlicher Goldpreis von 1.511 Dollar pro Unze erwartet, der sich in einer Spanne um 1.500 Dollar bewegen dürfte, gegenüber derzeit 1.466 Dollar

Überschrift des Artikels im Original:Morgan Stanley Sees U.S. as a Laggard in 2020 Across Markets (1)

--Mit Hilfe von Rita Nazareth.

Kontakt Reporter: Joanna Ossinger in Singapore jossinger@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Chris Anstey canstey@bloomberg.net, Cormac Mullen

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