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Moody's entzieht Euro-Rettungsschirm die Bestnote

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Berlin (dapd). Der europäische Rettungsschirm hat seine Bestnote verloren. Die Ratingagentur Moody's teilte am Freitagabend mit, sowohl die langfristige Bewertung des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM als auch die des provisorischen Hilfsfonds EFSF seien um eine Stufe von Aaa auf Aa1 (SNP: ^AA1Y - Nachrichten) gesenkt worden.

Der Ausblick für beide bleibe negativ. Grund für den Schritt sei die jüngste Herabstufung Frankreichs, das nach Deutschland der zweitgrößte Garantiegeber für die Kreditfähigkeit des ESM sei, hieß es.

Die Entscheidung von Moody's sei "schwierig zu verstehen", sagte ESM-Chef Klaus Regling. Sie berücksichtige nicht im nötigen Ausmaß das starke institutionellen Rahmenwerk, die politische Verpflichtung und die Kapitalstruktur des ESM. Das Kurzzeit-Rating für den Rettungsschirm steht bei Moody's weiter auf dem Spitzenrating Aaa. Bei der Ratingagentur Fitch hat der ESM sowohl in der kurz- als auch in der langfristigen Bewertung Top-Bonität.

Nach Ansicht von Moody's hängt die Kreditwürdigkeit der Rettungsschirme angesichts der wirtschaftlichen, institutionellen und finanziellen Verflechtungen ihrer größten Unterstützer an der Bewertung der größten Euro-Staaten. Die Ratingagentur hatte das Euro-Schwergewicht Frankreich vergangene Woche ebenfalls von Aaa auf Aa1 herabgestuft und das mit dem anhaltenden Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und der Unbeweglichkeit des dortigen Arbeitsmarktes begründet. Deutschland hält weiter das Top-Rating Aaa. Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von Geld am Kapitalmarkt erschweren und die Zinsen dafür steigen lassen.

Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro

Die Kreditstärke des ESM beruhe unter anderem auf der Sicherheit, dass dessen Mitglieder auch ihre Kapitalverpflichtungen erfüllen könnten, hieß es von Moody's weiter. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Frankreich dieser Verpflichtung nicht nachkommen könne, sei es möglich, dass andere Unterstützer mit der Top-Bonität Aaa ebenfalls Schwierigkeiten damit haben könnten.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM ist der Nachfolger des zeitlich begrenzten Rettungsschirms EFSF. Er soll strauchelnden Ländern der Währungszone mit Notkrediten beistehen und kann dafür bis zu 500 Milliarden Euro ausgeben. Die Kapitalbasis beträgt sogar 700 Milliarden Euro.

Die Herabstufung der Rettungsschirme kommt nach einer entscheidenden Woche im Kampf der Europäer gegen die Schuldenkrise. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen aus der Euro-Gruppe hatten sich in der Nacht zu Dienstag auf die Freigabe der seit Sommer aufgelaufenen Milliardenhilfen verständigt, die wegen der zögerlichen Programmumsetzung in Griechenland blockiert waren. Am Freitag stimmte auch der Bundestag den Maßnahmen zu.

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