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Am Montag fällt die Impf-Priorisierung — doch nicht in allen Bundesländern wird jeder Impfwillige gleich eine Spritze bekommen

·Lesedauer: 3 Min.

Auch nach der generellen Öffnung der Corona-Impfungen für alle am heutigen Montag, dem 7. Juni, haben in mehreren Bundesländern Menschen mit hohen Risiken vorerst weiter ausdrücklich Vorrang in Impfzentren. Denn nicht überall sind diese Personen bereits geimpft – das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Ländern. Auch die niedergelassenen Ärzte riefen Impfwillige zu Geduld auf.

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern etwa soll die Priorisierung nach Risikogruppen in Impfzentren vorerst bestehen bleiben. In Bremen arbeiten die Impfzentren die Vorranglisten zunächst weiter ab. Im Saarland sollen Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen dort nach wie vor vorrangig bei Terminen bedacht werden. Nur in den übrigen Ländern endet auch in den Impfzentren die bisherige Impfreihenfolge.

20,7 Prozent der Bevölkerung sind durchgeimpft

In den Arztpraxen fällt die Priorisierung bundesweit am Montag generell weg, wie Bund und Länder es vereinbart hatten. Den Ländern ist es dem Beschluss zufolge aber „unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten“.

Die Kassenärzte rechnen mit einem „Ansturm auf die Praxen“, wie der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Samstag im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte. Er rief Impfwillige zu Geduld auf. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warf der KBV vor, selbst ein schnelles Ende der Impf-Priorisierung gefordert zu haben. Nun gefährdeten die Anfragen von Impfwilligen die sonstige Versorgung, sagte Brysch. Dabei könne ihnen mangels Impfstoff zunächst oft nicht geholfen werden.

45,4 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst 20,7 Prozent haben den kompletten Impfschutz.

Saarland: Zentren öffnen für alle

Wie im zentralen Hamburger Impfzentrum bleibt die Priorisierung in vielen Zentren noch bestehen. Hintergrund ist laut der dortigen Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), dass es noch viele Vorerkrankte ohne Impfung gibt. In Schleswig-Holstein erklärte das Gesundheitsministerium, entscheidend sei, wie schnell bisher priorisierte Berechtigte ein Angebot erhalten können. In Bayerns Impfzentren zieht das Online-Registrierungssystem weiterhin Bürgerinnen und Bürger aus Risikogruppen vor, wie das Gesundheitsministerium erklärte.

Im Saarland öffnen die Zentren am Montag für alle. Entscheide sich dann jemand, der eigentlich noch priorisiert gewesen wäre, doch erst spät für eine Impfung, dann falle er oder sie nicht hinten herunter, sondern werde dennoch priorisiert behandelt, heißt es aus dem Bundesland. In Bremen sind die Impfzentren für die nächsten Wochen ausgebucht mit Terminen für Personen aus den priorisierten Gruppen.

Hessen empfahl allen Bürgern der Priorisierungsgruppen, sich schnell zu melden: Nur wer sich bis einschließlich Sonntag in einem Impfzentrum registriert habe, könne mit einer bevorzugten Vergabe der Termine rechnen. In Niedersachsen erklärte das Gesundheitsministerium, die Impfung der priorisierten Gruppen werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

In Baden-Württemberg hieß es, da die meisten älteren Bürger geimpft seien, könne man die Priorisierung guten Gewissens überall aufheben. Das solle auch sicherstellen, das Impftempo aufrecht zu erhalten. In Nordrhein-Westfalen endet die Priorisierung auch in den Impfzentren. Impfstoff ist aber so knapp, dass dort laut Gesundheitsministerium mindestens bis Mitte Juni nur Zweitimpfungen möglich sind.

Ob es nun an den Impfungen liegt oder noch weitere Faktoren eine Rolle spielen: Sicher ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf bundesweit 26,3 gesunken ist. Am gestrigen Freitag, dem 4. Juni, hatte sie noch bei 29,7 gelegen, in der vorigen Woche bei 37,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2.294 Corona-Neuinfektionen.

dpa/ jb

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