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Molkereien und Bäckereihandwerk erwarten noch einmal deutlich steigende Preise

Kühe grasen auf einer Weide (AFP/Ina FASSBENDER) (Ina FASSBENDER)

Die Preise für Milch und Brot könnten hierzulande in den kommenden Wochen noch einmal deutlich anziehen. Vor Steigerungen um bis zu 20 Prozent für Milchprodukte und bis zu 30 Prozent für Backwaren warnten am Wochenende die jeweiligen Branchenverbände. Vor dem Hintergrund der steigenden Inflation rechnet die Diakonie Deutschland mit einem deutlichen Anstieg der Armut und fordert eine Reform der Krisenhilfen.

"Bei Milchprodukten mit längeren Kontraktlaufzeiten sind die Preissteigerungen im Laden teils noch nicht wirklich angekommen, das wird erst in den kommenden Wochen und Monaten geschehen", erklärte Björn Börgermann, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes, laut "Neuer Osnabrücker Zeitung". Das betrifft demnach vor allem Milch, aber auch Käse.

Dem Dachverband der Molkereien und Milchverarbeiter zufolge sind Steigerungsraten von 20 Prozent "durchaus möglich". Am Ende sei dies aber Verhandlungssache zwischen den Molkereien und den Handelsunternehmen, erklärte Börgermann.

Der Bauernverband forderte in der Zeitung, dass Erlössteigerungen "vollumfänglich" an die Landwirte weitergegeben werden. "Egal ob bio oder konventionell - die Milcherzeugerpreise müssen steigen", sagte Vizepräsident Karsten Schmal der "NOZ". Die höheren Ausgaben für Energie, Futter oder Düngemittel ließen den bisherigen Anstieg beim Milchgeld "de facto verpuffen".

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider, warnte in der "Bild", Essen dürfe "kein Luxus sein". Besonders die Lebensmittelbranche sei von steigenden Energie-, Rohstoff- und Personalkosten betroffen. Die Produktionskosten für Backwaren seien um 25 bis 30 Prozent gestiegen. "Die Preise für Backwaren werden deutlich nach oben gehen", warnte auch Schneider.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) forderte Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) zum Handeln auf. Irgendwann sei nicht mehr die Frage, wie viel Rohstoffe für das Essen auf dem Weltmarkt kosteten, "sondern ob wir überhaupt noch welche bekommen", warnte der Verband in der "Bild". Özdemir müsse ein "aktives Krisenmanagement" verfolgen. Es sei keinem zu erklären, dass Landwirte 20 Prozent Anbauflächen künftig lediglich biologisch bewirtschaften und zehn Prozent als ökologisches Brachland stilllegen sollten.

Forderungen an die Politik formulierte auch der evangelische Wohlfahrtsverband Diakonie Deutschland: "Wir werden sehr viel mehr Arme bekommen, als wir bisher gedacht haben", sagte die sozialpolitische Vorständin Maria Loheide der "Augsburger Allgemeinen". Bei vielen reiche das Gehalt nicht mehr für einen ganzen Monat, um Essen und alles Nötige für die Bildung der Kinder zu kaufen.

"Wir merken das in jeder Beratungsstelle, in den Schuldnerberatungen, den Sozialberatungsstellen und auch den Familienzentren", sagte Loheide. Die Diakonie forderte neben einer Anhebung der Hartz-IV-Sätze auch erneut eine Reform der sozialen Unterstützung in allgemeinen Krisen. Denkbar sei eine in den Sozialgesetzbüchern verankerte Notlagenregelung, die bei Feststellung einer sozialen Notlage durch den Bundestag eine feste Unterstützung für Betroffene vorsieht.

hcy/pe

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