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Mohamed Bazoum gewinnt Präsidentschaftswahl in Niger

·Lesedauer: 2 Min.
Mohamed Bazoum

Der frühere Innenminister von Niger, Mohamed Bazoum, hat laut vorläufigen Ergebnissen die Präsidentschaftswahl in dem westafrikanischen Land gewonnen. Bazoum habe bei der Wahl am Sonntag knapp 56 Prozent der Stimmen erhalten, während sein Rivale Mahamane Ousmane auf gut 44 Prozent gekommen sei, teilte die Wahlbehörde Ceni am Dienstag mit. Das Ergebnis muss noch vom Verfassungsgericht bestätigt werden.

Er werde "Präsident aller Nigrer" sein, kündigte Bazoum am Dienstag in seiner Siegesrede vor dem Sitz der Regierungspartei PNDS in Niamey an. Der 60-Jährige war als Favorit des Urnengangs am Wochenende gehandelt worden. Er ist ein enger Vertrauter des bisherigen Staatschefs Mahamadou Issoufou.

Überschattet wurde die Rede von Protesten der Opposition, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Einige der Demonstranten setzten Reifen in Brand. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas. Ein Journalist berichtete auch von Protesten in der zweitgrößten Stadt Zinder.

Noch vor der Verkündung der vorläufigen Ergebnisse hatte das Wahlkampfteam von Oppositionskandidat Ousmane seine Anhänger zur "Mobilisierung" gegen den Wahlausgang aufgerufen. "Die Ergebnisse, die veröffentlicht werden, stehen vielfach nicht im Einklang mit dem zum Ausdruck gebrachten Willen der Bevölkerung", sagte der Wahlkampfleiter Falke Bacharou vor Anhängern Ousmanes.

Die Wahl am Sonntag sollte den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte Nigers einleiten. Das nach Angaben der Vereinten Nationen ärmste Land der Welt leidet unter der Gewalt islamistischer Gruppen aus den Nachbarländern Mali und Nigeria. Am Wahltag waren in der westnigrischen Region Tillaberi sieben Mitarbeiter der Wahlbehörde getötet worden, als ihr Fahrzeug auf eine Landmine fuhr. Bei einer Explosion am Montag wurde der Leiter eines Wahllokals in Diffa getötet, neun Wahlhelfer wurden verletzt.

Der Sahel-Staat Niger hat 22 Millionen Einwohner, von denen 7,4 Millionen zu dem Wahlgang aufgerufen waren. Die meisten Menschen in dem Land sind zu jung zum Wählen. Nach Angaben der Wahlbehörde gaben knapp 63 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

isd/muk