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Mogelpackungen des Monats Juni: Saucen von Homann

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Negativ-Preisvergabe bei der Verbraucherzentrale Hamburg: Wegen versteckten Preiserhöhungen bis zu 88 Prozent wurden Kochsaucen von Homann zu den Mogelpackungen des Monats Juni gewählt.

Saucen von Homann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Saucen von Homann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Weniger drin, höherer Preis, mehr Zucker – sechs Kochsaucen von Homann landen im Juni an erster Stelle der Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale Hamburg.

Bereits im Vorfeld hatte der zu der Unternehmensgruppe Theo Müller (Müllermilch) gehörende Hersteller auf seinen Gläsern mit Kochsauce angekündigt, dass sich etwas an den Produkten ändern werde. „Bald im neuen Design. Unverändert lecker“, hieß es da.

„Doch was in der Ankündigung so nett klang, war nur die halbe Wahrheit ...“, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Die fand nämlich heraus, dass sich nicht nur das Design geändert hat und das Sortiment um drei Sorten erweitert wurde, sondern, dass auch der Inhalt der Saucen-Gläser ganz erheblich geschrumpft wurde. Statt 500 Milliliter enthalten die neuen Varianten nur noch 400 Milliliter. Zusätzlich sind auch noch die Verkaufspreise im Handel gestiegen.

Politisch korrekte Bezeichnungen

Die Saucen gibt es jetzt in sechs Sorten. Teilweise wurden sie politisch korrekt umbenannt. Aus den alten Z-Saucen wurden eine Paprika Sauce Balkan Art und eine Scharfe Paprika Sauce. Die Jäger Sauce heißt jetzt Champignon Sauce. Neu im Sortiment sind Curry Sauce, Pfefferrahm Sauce, Tomatenrahm Sauce.

Verkaufspreise legt der Handel fest

Die Verkaufspreise legt nicht der Hersteller, sondern der Handel fest. Aber oft sei nicht wirklich klar, wer eigentlich an den versteckten Preiserhöhungen verdiene. Bei Kaufland etwa entdeckten die Verbraucherschützer die Saucen zum Preis von 1,49 Euro. Vorher wurden sie dort für 99 Cent verkauft.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Das entspricht einer Preiserhöhung von 88 Prozent. „Ähnliche Preisaufschläge soll es bei Edeka, Netto und anderen Kaufland-Filialen in Deutschland geben. Teilweise soll der alte Preis bei 1,09 Euro gelegen haben, damit wären die Saucen heute aber immer noch um 71 Prozent teurer. Kein wirklicher Trost!“, so die Verbraucherzentrale.

30 Prozent mehr Zucker

Auch mit dem Werbeversprechen „Unverändert lecker“ sind die Hamburger Verbraucherschützer nicht einverstanden. Denn bei seinen Paprika Saucen habe der Hersteller den Zuckeranteil kräftig angehoben. Statt aus knapp 11 Prozent bestehen die Saucen nun zu rund 14 Prozent aus Zucker.

Grund: Der Süßstoff Natriumsaccharin wurde aus der Zutatenliste gestrichen. Damit die Saucen aber weiterhin „zuckersüß“ seien, brauche es nun rund 30 Prozent mehr Zucker.

Homann veränderte bei den neuen Saucen auch die Zutaten. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Homann veränderte bei den neuen Saucen auch die Zutaten. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Immerhin konnte die Verbraucherzentrale der geänderten Zutatenliste auch etwas Gutes abgewinnen: „Vermutlich wurde auch der Wasserzusatz ein wenig reduziert (das ist gut) und statt 34 Prozent Tomatenpüree stehen nun 43 Prozent Tomatenmark auf der Zutatenliste.“ Aber: „Unterm Strich ist die Sauce um 30 Prozent kalorienreicher. Viele waren nicht begeistert von dieser neuen Zuckerfalle.“

Homann verweigerte eine Stellungnahme

Auf Anfrage der Verbraucherschützer zur Füllmengenreduzierung und den Rezepturänderungen habe Homann die Stellungnahme verweigert und mitgeteilt, dass man nur Fragen im direkten Dialog mit unseren Endverbrauchern“ beantworte.

„Wir finden das sehr befremdlich. Glücklicherweise gibt es Homann-Kunden, die uns über die Antwort von Homann informiert haben“, so die Verbraucherzentrale.

Gegenüber Kunden habe Homann die Füllmengenreduzierung mit eigenen Marktforschungen begründet. Die hätten ergeben, dass es immer mehr kleinere und Single-Haushalte gebe, für die eine kleinere Menge von 400 Millilitern idealer sei. Außerdem wolle man auch Lebensmittelverschwendung vorbeugen.

„Die ,eigene Marktforschunghört sich für uns nach einer Ausrede an, und gefragt hat Homann sicherlich auch nicht, ob Verbraucherinnen und Verbraucher bereit wären, für ein kleineres Glas 88 Prozent mehr zu bezahlen“, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Auf ihrer Facebook-Seite diskutieren Nutzer über die Mogelpackungen des Monats Juni von Homann:

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Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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