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Mogelpackung? Samsungs Falthandy Galaxy Z Flip fällt bei Kratztest durch

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Samsung will mit dem Galaxy Z Flip ein robusteres Falthandy gebaut haben, als es das Galaxy Fold ist. Das Smartphone ist bei einem Kratztest jedoch durchgefallen.

Samsung präsentierte das Klapphandy Galaxy Z Flip am 11. Februar 2020 in San Francisco. (Bild: ddp images/Newscom)

Faltbare Smartphones soll die Zukunft der mobilen Kommunikation sein. Hersteller investieren viel Geld, Energie und Zeit in die Technologie. Doch werden die Geräte die Art, wie wir miteinander kommunizieren, wirklich revolutionieren? Oder ist alles nur heiße Luft? Nicht sonderlich vielversprechend sind jedenfalls die ersten Modelle von Samsung. Nachdem sein Galaxy Fold in Sachen Robustheit eine Enttäuschung war, hat der südkoreanische Hersteller mit dem Galaxy Z Flip nun ein neues Klapphandy auf den Markt gebracht. Doch das Gerät wird trotz verbesserter Technologie nur bedingt den Erwartungen der Verbraucher gerecht. Mehr noch: Manche Nutzer behaupten, dass es sich bei dem Smartphone um eine Mogelpackung handelt.

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Das im Frühjahr 2019 lancierte Galaxy Fold war mit seinem Kunststoff-Display besonders anfällig für Kratzer und Beschädigungen. Aus der Erfahrung will Samsung gelernt haben. Das am 11. Februar präsentierte, in manchen Ländern schon erhältliche Galaxy Z Flip ist kleiner und mit 183 Gramm leicht wie ein durchschnittliches Smartphone. Die wichtigste Neuerung ist jedoch nicht das neue Scharnier als vielmehr der Bildschirm. Das faltbare Smartphone ist das erste seiner Art, dessen Display angeblich mit einer Schutzschicht aus ultradünnem Glas ausgestattet ist. Wohlgemerkt: Angeblich! Denn nach ersten Härtetests stellen manche Nutzer genau das in Frage.

Wie robust ist das Galaxy Z Flip?

So wie Zack Nelson. Der YouTuber hat auf seinem Channel Jerry Rig Everything das Galaxy Z Flip auf Herz und Nieren getestet. Sein Verfahren: Wie sonst auch setzte er auch dieses Smartphone mit diversen Instrumenten einem besonderen Stresstest aus. Das Ergebnis kann man durchaus als ernüchternd bezeichnen. Denn schon bei Härtegrad 2 wies das Display kleinere Kratzspuren auf. Bei Stufe 3 waren die Beschädigungen deutlich zu sehen. Zum Vergleich: Moderne Smartphones mit der Bildschirm-Technologie Gorilla Glass zeigen erst ab Stufe 6 erste Kratzspuren.

Ausgehend von dem Testergebnis behauptet der YouTuber, dass Samsungs neues Falthandy "keinen echten Glas-Bildschirm" habe. Und: Das Display sei "sehr fragil".

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Hat Samsung die Nutzer also getäuscht? Die Antwort: Wie man's nimmt. Wie das Tech-Magazin t3n unter Berufung auf den Elektronik-Konzern berichtet, bestehe das Ultra-Thin-Glas nicht komplett aus Glas. Es handle sich vielmehr um eine Mischform aus Kunststoff-Polymer und Glas. Und was Glas enthält, darf offenbar offiziell als Glas bezeichnet werden. Mit der besonderen Mischung soll das "Glas-Display" des Galaxy Z Flip jedenfalls robuster und flexibler sein. Im Vergleich zum Kunststoff-Bildschirm des Galaxy Fold mag es das auch tatsächlich sein, wie andere Tester berichten. Zufriedenstellend kratzfest ist es offenbar jedoch nicht.

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