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Mixed-Reality-Headset: Selbst Apples Bosse sind skeptisch

Noch gut zwei Wochen, dann dürfte Apple das erste neue Produkt in fast einer Dekade vorstellen. Allein: Selbst Apples Management erwartet vom AR/VR-Headset offenbar zunächst wenig.

"One more thing": Wann sorgt ein neues Apple-Produkt wieder für den Wow-Effekt?(Foto: REUTERS/Aly Song)
"One more thing": Wann sorgt ein neues Apple-Produkt wieder für den Wow-Effekt?(Foto: REUTERS/Aly Song) (Aly Song / reuters)

Der Countdown tickt runter: Am 5. Juni eröffnet Apple seine Entwicklerkonferenz WWDC mit einer Keynote, auf der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die erste neue Produktkategorie seit der Apple Watch 2014 vorgestellt werden dürfte.

Tatsächlich: Apple dürfte ein neues "One more thing" enthüllen, eine mit Hochspannung erwartete Mixed-Reality-Brille, über die im Vorfeld soviel zu lesen war. Nach Angaben des stets gut unterrichteten Bloomberg-Techreporters Mark Gurman soll Apples Datenbrille, die "Reality Pro" oder "Reality One" heißen könnte, zunächst in den USA zu stolzen Preisen von rund 3000 Dollar angeboten werden und erst ab 2025 in der zweiten Generation zu erschwinglicheren Preisen auf den Massenmarkt kommen.

Apple-Management nimmt Abstand von ursprünglicher Vision

Allein: Von Aufbruchsstimmung ist bislang wenig zu spüren. Weder bei Apple-Fans, noch an der Wall Street – noch sogar bei Apple selbst. Wie Gurman nun in einem neuen Bloomberg-Report berichtet, hat sich Apples Top-Management, bestehend aus CEO Tim Cook, Software-Chef Craig Federighi und Hardware-Chef Johny Srouji, beim Entwicklungsprozesses des Mixed-Reality-Headset nach einer Reihe von Rückschlägen und Kompromissen offenbar weitgehend zurückgehalten.

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Wie Bloomberg berichtet, habe Apple bereits 2015 – und damit kurz nach der Erstveröffentlichung der Apple Watch – an der Entwicklung eines Headsets begonnen, das sich zunächst an Samsungs Gear VR und der HTC Vive orientierte. Apple-CEO Tim Cook soll dabei von Beginn an eine andere Vision im Sinn gehabt, die mit der Philosophie von Googles Datenbrillen-Prototyp Glass vergleichbar ist: Apples nächstes großes Produkt war als „eine unauffällige Brille (gedacht), die man den ganzen Tag tragen kann“.

AR-Brille „ein hoffnungsloses Gerät“

Im Verlauf des Entwicklungsprozesses wurde jedoch immer deutlicher, dass das Vorhaben, eine verbraucherfreundliche AR-Digitalbrille für den Alltag zu produzieren, in absehbarer Zeit nicht realisierbar sein würde, so groß waren einerseits die technischen Einschränkungen in Form eines separaten Akkus und andererseits der Zeitdruck, ein neues Produkt im Augmented- bzw. Virtual-Reality-Segment auf den Markt zu bringen.

Intern soll nach Bloomberg-Angaben der Witz kursiert haben, dass es sich bei der AR-Brille um ein „hoffnungsloses“ Gerät handele, das vom Entwicklungsteam nur weiterverfolgt werde, um Tim Cook bei Laune zu halten. Nach Angaben von Gurman soll eine eigenständige Brille mit Augmented-Reality-Funktionalität für den Alltag tatsächlich noch „mindestens vier Jahre entfernt sein“ und würde damit erst gegen Ende der Dekade auf den Markt kommen – falls überhaupt.

Mixed-Reality-Headset wie eine Skibrille als Apple-untypischer Kompromiss

Als Kompromiss ist nun mutmaßlich ein Mixed-Reality-Headset entstanden, das „wie eine Skibrille“ aussehe und damit in Konkurrenz zu Metas VR-Headset Quest oder Microsofts Mixed-Reality-Brille HoloLens steht. Entsprechend seien die Verkaufserwartungen im Vorfeld der WWDC-Präsentation immer weiter heruntergefahren worden.

Während Bloomberg noch vor Monaten über interne Absatzprognosen von drei Millionen Einheiten im ersten Jahr berichtete, geht Apple nun offenbar gar nur von 900.000 verkauften Exemplaren im ersten Jahr aus, was nach den Verkaufsmaßstäben des Tech-Giganten einem raren Flop gleichkäme. Langfristig besitze das Headset das Umsatzpotenzial der Apple Watch oder des iPads. Ein potenzieller iPhone-Nachfolger würde damit weiter auf sich warten lassen.

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