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Die Mittelmeer-Diät kann Herzinfarkten und Schlaganfällen besser vorbeugen als fettarme Ernährung, so eine Studie

Eine mediterrane Ernährung ist reich an Gemüse, Olivenöl, Vollkornprodukten, Nüssen und Fisch.
Eine mediterrane Ernährung ist reich an Gemüse, Olivenöl, Vollkornprodukten, Nüssen und Fisch.

Eine mediterrane Ernährung ist möglicherweise noch besser für euer Herz, als bislang angenommen. Das geht aus neuen Forschungsergebnissen hervor.

Laut einer Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde, konnten Menschen, die an einer Herzkrankheit litten, Herzinfarkten und Schlaganfällen mithilfe einer mediterranen Ernährung wirksamer vorbeugen als mit einer fettarmen Ernährungsweise.

Forscher der Universität Cordoba und des Universitätskrankenhauses Reina Sofia in Spanien untersuchten über einen Zeitraum von sieben Jahre insgesamt rund 1000 spanische Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Die Hälfte der Teilnehmer wurde nach dem Zufallsprinzip einer fettarmen Ernährung zugeteilt. Die andere Hälfte sollte sich an einen mediterranen Ernährungsplan halten, der reich an Gemüse, Olivenöl, Vollkornprodukten, Nüssen und Fisch war und sogar kleine Mengen an Wein enthielt.

Die Forscher fanden heraus, dass jene, die sich mediterran ernährten, im Verlauf der Studie mit 26 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit größere kardiovaskuläre Probleme wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten als die Menschen, die sich fettarm ernährten. Besonders effektiv zeigte sich die sogenannte Mittelmeer-Diät bei Männern, deren Risiko laut der ausgewerteten Daten sogar um 33 Prozent niedriger war.

Dennoch bringt auch die fettarme Ernährung Vorteile mit sich. Innerhalb der Gruppe an Teilnehmern, die sich fettarm ernährt hatten, gab es insgesamt deutlich weniger Todesfälle und unerwünschte Ereignisse, als von den Forschern erwartet. Ähnliche Studien ohne konkreten Ernährungsplan hatten zuvor mehr als doppelt so viele Todesfälle ergeben.

Reich an gesunden Fetten

Laut den Ergebnissen der Studie nahmen beide Gruppen mehr Ballaststoffe und weniger verarbeitete Lebensmittel zu sich, als vor Beginn der Studie. Dies könnte zu der niedrigeren Todesrate beigetragen haben.

Wenn ihr ausreichend Ballaststoffe konsumiert, stärkt ihr damit eure Verdauung und senkt gleichzeitig das Risiko für chronische Krankheiten. Verarbeitete Lebensmittel hingegen wurden in der Vergangenheit mit einer Vielzahl an negativen Folgen für eure Gesundheit in Verbindung gebracht, einschließlich einem erhöhten Risiko für Krebs und Herzerkrankungen.

Die Teilnehmer, die sich fettarm ernährten, nahmen im Vergleich zu der zweiten Testgruppe sehr viel mehr Kohlenhydrate zu sich – insgesamt etwa 45 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs. Gleichzeitig konsumierten sie rund zwölf Prozent weniger Fett, einschließlich ungesättigter Fettsäuren.

Kaum eine Ernährungsweise ist so reich an ungesättigten Fettsäuren – also der gesunden Form von Fett – wie die Mittelmeer-Diät. Ungesättigte Fettsäuren finden sich unter anderem in Olivenöl, Nüssen und fetthaltigem Fisch.

Sie könnten dazu beitragen, die Menge an "gutem" Cholesterin zu erhöhen und euch so vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen, so die US-amerikanische Non-Profit-Organisation Mayo Clinic. Darüber hinaus haben frühere Forschungen gezeigt, dass ein hoher Konsum ungesättigter Fettsäuren sich positiv auf die generelle Herzgesundheit auswirken kann.

Im Zuge der mediterranen Ernährung durften auch kleine Mengen Wein getrunken werden (bis zu einem Glas pro Tag für Frauen und zwei für Männer), was bei der fettarmen Ernährungsweise nicht erlaubt war. Einige Studien deuten darauf hin, dass das Trinken von Wein in Maßen gesundheitliche Vorteile haben kann, wie beispielsweise verbesserte Werte des guten Cholesterins.

Ein weiterer Vorteil der mediterranen Ernährung besteht darin, dass sie offenbar leichter über einen längeren Zeitraum verfolgt werden kann. Nur 46 Teilnehmer der Studie brachen die Mittelmeer-Diät ab. Aus der Testgruppe, die sich fettarm ernährten, gaben hingegen beinahe doppelt so viele Menschen ihren Ernährungsplan vor Abschluss der Studie auf. Je konsequenter eine Ernährungsweise befolgt worden sei, desto geringer sei am Ende das Risiko für Herzerkrankungen gewesen, so die Forscher.

Bereits frühere Studienergebnisse hatten darauf hingedeutet, dass die Mittelmeer-Diät eine der nachhaltigsten und gesündesten Ernährungsweisen darstellen könnte. Neben den bereits genannten Vorteilen kann eine mediterrane Ernährung zudem das Diabetesrisiko senken, Entzündungen hemmen und die kognitive Gesundheit stärken.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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